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GET OFF MY BACK!

Lesbische Pornos stinken

VON LIZ ARMSTRONG
ILLUSTRATION: NICK GAZIN



Es gibt Damen, die ihre abdominale Ausstattung benutzen, um 10.000 Euro zu verdienen, indem sie kinderlosen Pärchen zu einem Baby verhelfen, und es gibt Mädchen, die mit Hilfe ihrer Vaginas 10.000 Euro verdienen, indem sie eine Gruppe anderer Mädchen bei einem Pornodreh ficken. Beides sind riskante Unterfangen, die beide gleichermaßen merkwürdig und dreckig sind, aber das Erste geht auch noch damit einher, sich monatelang fremde Hormone zu injizieren, während man sich bei Letzterem nur für ein paar Stunden mit so etwas herumschlagen muss. Als mittellose Person mit ein paar Komplexen, wenn es ums Thema Sex geht, habe ich mich für die schnelle Wahl entschieden.

Durch eine Annonce im Internet verkündete ein Typ, dass er auf der Suche nach einer Gruppe von Frauen mit Klasse sei, um ein Sexvideo für einen reichen Jet-Setter, den er damals (und für alle Zeiten danach) nur als „den Deutschen“ bezeichnete, zu drehen. Der Deutsche versprach jeder Frau, die mit einer anderen an einem unbestimmten Drehort mit professioneller Ausstattung, wie einer Menge großer Scheinwerfer, Kameras und solchem Zeug, die Liebe praktizierte, 10.000 Euro.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass das tatsächlich echt war, war es gar nicht mal so schlecht. Und außerdem hatte ich genug in Mädchen herumgestochert, um zu wissen, dass ich es echt mochte. Also machte ich ein Foto von mir in einem kurzen, türkisen Polyester-Kimono. Ich trug roten Lippenstift, lehnte mich lasziv an meine fliederfarbene Schlafzimmerwand und ließ ein verschämtes Stückchen Schamlippen unter dem Saum hervorkucken. Ich verschickte dieses Foto zusammen mit der Bemerkung, dass ich Frauen mochte und bereits Erfahrung in der Sex-Industrie hatte und das Ganze deshalb genau mein Ding war.

Der Regisseur meldete sich sofort zurück. Er erzählte mir, wie heiß ich sei und dass ich auf jeden Fall dabei sein würde. Er musste nur noch ein paar mehr Frauen meines Kalibers auftreiben und dann würde er sich wieder bei mir melden.

Um den Prozess zu beschleunigen, fragte ich das Mädchen, das ich bereits seit ein paar Jahren als on-und-off-Freundin mein Eigen nannte, ob sie nicht bei diesem Geschäft mitmachen wolle. Wir hatten ein-, zweimal richtigen Sex, aber das dauerte nicht lange und wir waren beide betrunken. Das Intimste, was wir jemals miteinander gemacht hatten, war, uns zu küssen, während wir unsere Shirts anhoben und vorsichtig den Flaum auf unseren Bäuchen gegeneinander rieben. Wir hätten so was von locker einen Hardcore-Porno mit ein paar Fremden durchziehen können.

Ich erzählte dem Regisseur, dass ich noch ein heißes Mädchen für ihn hätte. Er antwortete mir, dass er erst mal sehen müsste, ob wir beide die „richtige Chemie“ hätten. Das war natürlich Bullshit, aber irgendwie wollte ich es wissen. Also trafen wir uns alle in meinem Apartment, wo sie und ich uns gegenseitig auszogen und küssten wie alte Profis. Ich konnte es nicht abwarten, sie endlich mal nüchtern anzufassen, auch wenn ich dafür den Preis eines Zuschauers in Gestalt eines glatzköpfigen Schwarzen zahlen musste. Das war das einzige Mal, dass ich sie jemals einen Orgasmus haben oder faken hörte—was auch immer der Fall gewesen sein mochte.

Danach verkündete der Regisseur, dass wir echt wirkten und den Test bestanden hätten und deshalb bei einem Bier und ein paar Pommes den Deal besprechen sollten. Die Situation war in diesem Moment schon mehr als surreal, also meinten wir: „Klar, ein paar Drinks und was zu essen sind super“, ganz so, als ob der Regisseur jetzt Teil unserer Beziehung gewesen wäre.

Er lockte uns mit einer Menge Gelaber über Verträge, Exklusivität und darüber, dass er unsere Namen schützen lassen würde (ich hatte mich entschlossen, als Porno-Alias den Namen dieser spießigen, verklemmten Fotze zu nehmen, die mich früher immer geärgert hatte, sodass jeder, der ihren Namen googelt, denken würde, dass sie eine dreckige Lesbe ist). Dann bot er uns—mir nichts, dir nichts—200 Euro an, um uns beide in meinem Apartment zu lecken. Wir beschlossen, dass das nicht gerade der professionellste Zug seinerseits war und lehnten höflich ab, um mit der nächsten Phase fortzufahren.

Eine Woche später sollten wir die anderen Mädchen kennenlernen, die er für den Deutschen ausgesucht hatte. Ich hatte meine Tage und auch wenn ich seither Freundinnen hatte, die kein Problem mit der Rückholbändchenprozedur hatten, konnte ich mir kaum vorstellen, dass eine Fremde auf so etwas Lust haben könnte. Also machte ich mir auch keine Mühe, mich zu rasieren und zu trimmen, weil das nur unser Probedurchlauf sein sollte. So wie ein lockerer Kennenlern-Gangbang, um zu sehen, welche Mädchen sich gut miteinander verstanden und wer was am liebsten mochte. Ich entschloss mich dafür, die Aktive zu sein und es nur den anderen zu besorgen—also wen sollte es schon interessieren, wenn ich da unten ein bisschen haarig war?

Wir kamen in den Raum und der Regisseur stellte mich der Gruppe Mädchen vor, die er auf zwei Doppelbetten versammelt hatte und als „Stars“ der Produktion bezeichnete. Ich weiß nicht, warum er das machte—ein Mädchen war eindeutig ein echtes Pornomädchen, an dem alles mit einer vanillefarbenen Schicht überzogen war (Lider, Fingernägel, Haare, Wangenknochen ... sie strahlte tatsächlich wie die Puderzuckerglasur auf einem Minichalet in einer Weihnachtsszene). Sie hatte braunes Haar, karamellfarbene Haut und Titten, die geradezu aus ihrem Jäckchen herausplatzten. „Mit so was soll ich arbeiten?“, schnauzte sie hochnäsig. Dann machte sie so ein Geräusch mit ihrem Gaumen, nahm ihre Louis-Vuitton-Tasche und ging. Wir hielten sie alle für eine absolute Bitch, obwohl sie offensichtlich die Einzige in der Truppe war, die Erfahrung und Menschenverstand mitbrachte.

Der Rest der Mädchen war solariumgegrillt und blondiert, abgesehen von der muskulösen schwarzen Frau, die in der Armee und verheiratet war, „aber mal sehen wollte, wie es mit Frauen so ist“. Eins der Mädchen mit orangefarbener Haut war den ganzen Weg von Michigan hergekommen, um an diesem Film mitzuwirken—aber sie war wegen des Zeitunterschieds eine Stunde zu früh gewesen und so nervös, dass sie bereits mehr als tief in den Apfelschnaps geschaut hatte. Sie war schon ordentlich am Lallen, als wir unser Kennenlern-Flaschendrehen spielten.

Bei diesem Spiel kommt normalerweise die Flasche vor jemandem zum Stehen und dann küsst du denjenigen. Aber der Regisseur kam die ganze Zeit mit seinen „Vorschlägen“ an, wie zum Beispiel: „Hey, zieh ihr das Shirt aus und schmier ihre Nippel mit der Schlagsahne hier ein.“







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