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DOS & DON'TS

Here’s the reason why in 10 years time your mobile phone / whole life will be a computer chip in your asshole: so spoiled little goblins like Prajit will only have to fart to tell the internet to change their profile pictures. Comments/Enlarge | See all


Something about the combination of muscular skinhead thug and delicately flavored rabbit tagliatelle in a beautiful back garden in Rome is making me ask myself that age-old question again: Am I a fag? Comments/Enlarge | See all






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INTERVIEW: MAXI MEISSNER
FOTOS: ABEL MINNEE

Mit einer gewissen Enttäuschung stellten wir fest, dass das Leihhaus in Amsterdam kein verdrecktes Loch im Rotlichtviertel ist, in dem ein fieser Typ hinter der Theke rumhängt und die Flinte auf seinem Schoß tätschelt. Stattdessen erwartete uns ein sauber gekachelter Raum mit einem gläsernen Kundenschalter. Der Laden heißt Stadsbank van Lening und wird von der Regierung betrieben. Wir schafften es, den Manager, Rob Larsen, über seinen Job auszuquetschen.

Vice: Reden wir über Schmuck.
Rob Larsen: Nun, 90 Prozent dessen, was wir hier annehmen, ist Schmuck.

Welche Summen zahlen Sie normalerweise aus?
Im Schnitt geben die Kunden Waren im Wert von 350 Euro ab.

Gibt es etwas, dass Sie nicht annehmen?
Computer und Laptops, denn die altern und verlieren damit ihren Wert viel zu schnell. Wir würden auch Probleme mit dem Datenschutz bekommen, wenn wir Computer weiterverkaufen würden, auf denen noch persönliche Informationen gespeichert sind.

Was ist das seltsamste, das je jemand hier vorbeigebracht hat?
Die Leute bringen ständig komische Sachen: benutzte Bratpfannen, Kinderwagen, Ghettoblaster aus denen Kakerlaken gekrochen kommen, extrem teure Uhren. Einmal hat ein Mann versucht, einen Penisring zu verpfänden.

Wie sah der aus?
Er hatte den Durchmesser meines kleinen Fingers und war ziemlich schwer. Der Typ, der ihn verpfänden wollte, war so ein großer, fetter Kerl.

Kommen andere, unterschiedlichere Gruppen von Leuten her, um ihren Kram zu verticken, seitdem der Finanzsektor einer Überdosis an Lügen erlegen ist?
Nein, nicht wirklich. Unser jährliches Einkommen ist ein klein wenig gestiegen, um circa zehn Prozent. Der einzige Unterschied ist, dass es länger dauert, bis die Leute ihre Sachen auslösen.

Abgesehen von Lederfetischisten, was für Leute kommen sonst noch?
Sie kommen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten, obwohl wir auch ein paar regelmäßige Kunden haben—Sexsüchtige, die einmal im Monat hierher kommen, wenn sie Geld brauchen um jemanden abzuschleppen.




INTERVIEW: ULRIKE GRABLER
FOTOS MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DES DOROTHEUM

Wenn die eigene Großmutter stirbt, ist jeder traurig. Aber das Trauern fällt einem ein ganzes Stück leichter, wenn sie dir ihre Juwelensammlung vermacht hat. In Wien schnappt man sich diese Erbstücke und rennt damit ins Dorotheum—ein berühmtes Leihhaus, in dem die Leute Krawatten tragen und so tun, als wären sie bei Sotheby’s. Der Manager, Herr Wedening, zahlt mit Vergnügen Bares für all das, was Oma einem unvorsichtigerweise anvertraut hat.

Vice: Werden im Moment mehr Sachen verpfändet?
Herr Wedening: Nein, im Gegenteil. Es kommen mehr Leute, um Sachen zu kaufen! Wir sind so gut wie ausverkauft.

Jetzt haben Sie also Lieferschwierigkeiten?
Ja, besonders unsere Goldmünzen sind gefragt. Die Leute wissen, dass es sicher ist, in Gold zu investieren.

Die meisten Ihrer Kredite werden nur für kurze Zeit benötigt?
Sich einen Pfandkredit zu besorgen, ist etwas sehr Kurzfristiges. Ich nenne Pfandkredite immer „Kredite für Optimisten“.

Was wird üblicherweise verpfändet?
Zu über 90 Prozent ist es Schmuck. Jeder hat rgendeinen Familienschatz zu Hause.

Schämen sich die Leute, wenn sie hierher kommen?
Manche sagen, dass sie im Auftrag von jemand anderem kommen, andere geben zu, dass ihnen die Situation doch sehr peinlich ist.

Kommen manchmal auch schmierige Junkies vorbei?
Sehr selten. Die Leute die hierher kommen, haben etwas anzubieten. Das haben Junkies normalerweise nicht.

Wie viel muss eine Sache wert sein, damit Sie in Betracht ziehen, sie zu kaufen?
Mindesten 30 Euro. Im Schnitt zahlen wir circa 300 Euro aus. Nach oben gibt es keine Grenze. Erst vor Kurzem brachte jemand ein extrem wertvolles Gemälde zu uns, das Hunderttausende Euro Wert war.

Hat mal jemand versucht, Ihnen einen Menschen zu verkaufen? Eine nervige Ehefrau zum Beispiel?
Na ja, einer hat mal versucht, sein Pferd zu verpfänden. Sicherlich fragen mitunter Leute, ob sie ihre Frau verpfänden können, aber das ist wohl nicht ernst gemeint.


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