NEWSLETTER



DOS & DON'TS

Wired Magazine can write a 25 page prayer to the CEO of Google but if they interviewed Haiko The Hentai Master they'd learn a lot more about the ins and outs of the internet than they'd ever dreamed. Comments/Enlarge | See all


OK, just so we're clear, you used a bike wheel to make a sidecar for your bike so you can carry a tiny, folded-up bike with you when you bike. Is this what happens when Germans take acid or just the world's most elaborate variation of "my girlfriend lives in Canada"? Comments/Enlarge | See all






RELATED ARTICLES

TERRY JONES
Wahrscheinlich hältst du Monty Python für...
I WANT MY MOVIES AND DVDS
28 WEEKS LATER
Twentieth C...
STREETFIGHTER
Illegale Kämpfe in Berlin
GLOBAL TREND REPORT '08 - KOPENH...
Die Dänen beschreiben sich selbst gern al...





DER SEXGEILE STADTRAT

Brasiliens politischen Pornograf lieben (fast) alle

INTERVIEW: CHRISTIANO ABRAHAO
PORTRÄT: LAURA WRONA
ALLE ANDEREN ABBILDUNGEN MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON OSCAR MARONI



Oscar Maroni wird von vielen, berechtigterweise oder auch nicht, als der Larry Flynt Brasiliens angesehen. Und tatsächlich gibt Maroni die brasilianischen Ausgaben von Hustler und Penthouse heraus, besitzt außerdem aber auch Rinderfarmen, eine Kampfsportschule, Hotels und ein paar der größten und berüchtigtsten Nachtclubs Südamerikas. Er hat sich vor einem Jahr auch ernsthaft um eine Position als städtischer Abgeordneter bemüht und behauptet, seinen Penis in über 1500 Vaginas gesteckt zu haben. Wir finden, dass all diese Dinge beweisen, dass er um einiges interessanter ist als irgend so ein perverser, wabernder Sack aus Haut und Knochen, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat, und dass der Vergleich mit Flynt einfach nur fauler Journalismus ist. Also haben wir beschlossen, mit einem guten Beispiel voranzugehen und einen Tag mit Maroni in São Paulo zu verbringen.

Vice: Du bist Geschäftsmann, Pornograf und planst zudem eine Karriere als Politiker. Das ist ein ziemlich breites Spektrum an Interessen. Hast du dir dein Leben und deine Karriere von Anfang an so vorgestellt?

Oscar Maroni:
Ich habe mit 14 oder 15 angefangen zu arbeiten. Eine meiner ersten geschäftlichen Aktivitäten war es, meinen Freunden ihre Comicbücher zu einem niedrigen Preis abzukaufen und sie Leuten, die an einer Bushaltestelle in der Nachbarschaft vorbeikamen, zu einem höheren Preis zu verkaufen. Dass man auf diese Weise Geld verdienen kann, war eine echte Offenbarung für mich. Als ich so um die 18 war, war ich eines Abends mit meinem Vater unterwegs zum Haus meines Großvaters und wir fanden auf dem Weg zwei Päckchen: eins mit haufenweise billigen Bauwollhemden und das andere mit Baumwollhöschen. Am nächsten Tag packte ich die Kisten in eine Karre und ging zum Straßenmarkt, um sie zu verkaufen. Ich rannte auf dem Marktplatz herum und sagte zu den Leuten Sachen wie: „Meine Dame, kaufen Sie ein paar dieser Höschen, um sich für Ihren Mann noch sexier zu machen. Lieber Ehemann, zieh dieses Hemd an und werde so noch sexier für deine Herzensdame.“ Ich stelle mir gern vor, dass ich mit meinen Höschen und T-Shirts wahrscheinlich den ersten Sexshop Brasiliens hatte.

Hast du denn irgendeine Ausbildung gemacht?

Ich habe an der Universität von Grupo Objetivo Psychologie studiert. Dann lernte ich Senhora Marisa, meine Exfrau und die Mutter meiner Kinder, kennen. Ich wusste, dass ich Marisa heiraten würde, aber wir brauchten Geld, um zu überleben, und der Psychologieabschluss würde da nicht reichen. Also hatte ich die Idee, einen Imbisswagen zu eröffnen, und so fing mein Leben als Geschäftsmann dann eigentlich wirklich an. Wir begannen damit, Fleischbuletten zu verkaufen. Ich arbeitete morgens und studierte am Nachmittag und Marisa machte es andersherum.

Dem Poster von Larry Flynt—Die nackte Wahrheit nachempfundenes Plakat mit Maroni als Rattenfänger des brasilianischen Pornos.

Wie kam es, dass du irgendwann nicht mehr panierte Hackfleischbällchen vertickt hast, sondern anfingst, Leuten Geld dafür abzuknöpfen, sich Zeitschriften voller Titten und Ärsche anzusehen?

Das mit dem Imbisswagen hatte ich 1974 angefangen, also ungefähr um die Zeit des Brandes im Joelma-Gebäude in São Paulo herum. Ich weiß nicht, ob du dich daran erinnern kannst, aber es war eine große Tragödie, bei der fast 200 Leute ums Leben kamen. Der Besitzer meines Wagens wollte ihn nur zurückhaben, um ein paar Sachen darin zu lagern, die er im Joelma-Gebäude aufbewahrt hatte, und so musste ich mit der Sache aufhören. Ich kannte diesen kleinen Japaner, der immer Essen bei mir gekauft hatte. Er war sehr schüchtern, aber er hatte mir einmal erzählt, dass er unter vorzeitigem Samenerguss litt und außerdem halb impotent war. Ein Freund von ihm erzählte uns dann, dass es ein paar Sexarbeiterinnen gab, die Patienten in Zusammenarbeit mit ihren Therapeuten halfen, ihre sexuellen Probleme zu lösen. Also brachte ich meinen kleinen Bekannten zu einem Massagesalon, damit er sich dort etwas „entspannen“ konnte, und er hatte sofort viel mehr Selbstvertrauen. Ich witzelte, dass ich gern so ein Geschäft aufmachen würde, und als ich das nächste Mal bei dem Salon vorbeikam, redete ich mit dem Manager über die Möglichkeit den Laden zu kaufen. Überraschenderweise sagte er mir: „Hör zu, wir wollen ihn gerade verkaufen. Deine Idee ist sehr gut, weil sich sehr viele Psychologen und Psychiater an uns wenden, um ihre Patienten zu behandeln.“

Also kaufte ich den Laden. Ich veröffentlichte in der Zeitung eine Werbeanzeige, in der so was stand wie „Persönliche Massagen: Wo Ihre Fantasien wahr werden. Ein Salon für Männer, Frauen und Paare.“ Ich hatte sofort Kundschaft.

Als Teil seines Wahlkampfs um den Gemeinderat zog Maroni mit einem Mikrofon, einer Seifenkiste und halbnackten Ladys durch die Straßen. Auf ihren Outfits stand „70.111“—die Nummer, die man ankreuzen sollte, um für ihn zu stimmen.

Folgst du bei deinen Unternehmungen irgendeiner bestimmten Philosophie?

Meine Philosophie ist folgende: Ich glaube nur an Dinge, die eine Seele haben. Und damit meine ich nicht eine religiöse Seele—eher eine Art zu leben und zu denken. Wenn jemand keine Seele hat, ist er nur ein Körper. Ein Mensch braucht ein Ziel und eine Ideologie. Ich bin der Meinung, dass jeder jeden Tag eine Revolution machen sollte—eine Revolution, einen Hut aufzusetzen, seinen BH auszuziehen, fünf Frauen zu vögeln, den ganzen Tag im Bett zu bleiben, Yoko zu ficken und Schokolade zu essen wie die Beatles. Ich finde, dass die Leute ständig versuchen sollten, die Dinge zu verändern, um nicht in ihren Gewohnheiten stecken zu bleiben. Man muss ständig etwas Neues suchen.








< Seite Zurück

COMMENTS