NEWSLETTER



DOS & DON'TS

Spanish crusties are everywhere in London at the moment and they’re looking FABULOUS. At the Insect Warfare show at the Old Blue Last we had dogs on strings sitting on bar stools, ordering pints. The rest of the crowd looked like this, from late 20s 7s with Anti Cimex shirts to amazing dykes with Punisher throat tattoos. Comments/Enlarge | See all


I don’t know about exploring the inner workings of the universe with E. The first couple of hours can be great but how about the last three hours of lying in bed a day later with the fear, frantically trying to jerk off to lessen the pain? Comments/Enlarge | See all






RELATED ARTICLES

SOWJETISCHES ERBE
Pink Reason erklärt
GLOBAL TREND REPORT '08 - HELSIN...
Finnische Typen meiden momentan Farben un...
AUTSCH!
Ein Aufruhr wegen Rindfleisch hat mein Ge...
POGUE MAHONE HEISST: LECK MICH A...
Ein Interview mit Shane MacGowan











Philip Griffiths

Vice: Wo bist du geboren?

Philip:
1978 in São Paulo. Mein Vater ist Brite und hat früher im Schlachthaus gearbeitet. Er ist Teil der Dynastie, die damals Zebus nach Brasilien gebracht hat. Meine Eltern haben den Großteil ihres Lebens in Barretos verbracht, einem kleinen Dorf nördlich von São Paulo, was als Mekka des brasilianischen Rodeos gilt. Ich ging dort zur Schule, bis mein Vater nach Frankreich zog, um die Produktionsabläufe des Schlachthauses zu überarbeiten.

Was hast du von Frankreich gedacht, bevor du hergezogen bist?

Meine Schwester und ich hatten keinerlei Ahnung, wo Frankreich überhaupt lag. Wir hielten es für ein fernes, schneebedecktes Land. Wir ließen uns auf dem Land in einem Drecksloch mit 2500 Einwohnern nieder. Es hieß Poitou-Charentes. Die Leute behandelten meine Schwester und mich wie eine merkwürdige, exotische Tierart.

Wann hast du dich in Paris niedergelassen?

Vor gerade mal fünf Jahren. Meine Laufbahn war ziemlich typisch für einen französischen Jungen vom Land. Nach dem Abi habe ich ein Jahr Pause gemacht. Meine Familie war mit meinen Schwestern wieder nach Brasilien gezogen und ich musste ohne finanzielle Hilfe auskommen. Ich hatte eine Rockband und entschloss mich, nach Bordeaux zu ziehen. Als ich da ankam, war es, als würde ich die Welt entdecken—Drogen und totale Aufgeschlossenheit.

Wie gefällt dir Paris?

Die Stadt ist für mich wie ein gigantischer Spielplatz. Ich liebe es, zwischen den Gruppen hin und her zu wechseln, von den hippen Partys bis zum abgeranzten, besetzten Haus. Franzosen tragen in der Regel den ganzen Tag lang die gleichen Klamotten. Sie legen nicht mal einen Abstecher nach Hause ein, um zu duschen. Das ist in Brasilien unvorstellbar. Brasilianische Mädchen sind absolut penibel, wenn es um ihre Outfits geht, sogar in der ärmsten Favela.

Was ist mit französischen Mädchen?

Sie sind großartig, im Vergleich. In Brasilien ist das kompliziert. Die Mädchen sind ziemlich heiß, aber manchmal schwer zu erreichen. Das Problem ist, dass sie vom Fernsehen ins Hirn gefickt werden und sich benehmen, als wären sie Darstellerinnen einer Telenovela. In Frankreich ist das einfacher. Wenn dich ein Mädchen anstarrt, dann heißt das, sie will dich. Aber trotzdem, es gibt verschiedene Stufen.

Wie zum Beispiel?

Die hochnäsigste Dame mag es, schlecht behandelt zu werden. Das typische Pariser Spießermädchen wird total spitz, wenn du sie abblitzen lässt. Sie wollen die Erfahrung machen, in einer dreckigen U-Bahn oder in der Zugtoilette gefickt zu werden.

INTERVIEW: JULIEN BÉCOURT
FOTO: EMMANUEL LECERF





Ana Vaz

Vice: Holá, Ana. Aus welchem Teil von Brasilien kommst du?

Ana:
Ich komme aus Brasília, der Hauptstadt von Brasilien. Sie hat 1960 nach vier Jahren Bauzeit offiziell Rio de Janeiro als Hauptstadt abgelöst.

Wie war es dort so?

Es ist komisch, in Brasília zu leben, weil es sich nicht wie die meisten Städte organisch entwickelt hat. Alles war akribisch durchgeplant und in nummerierte Superblöcke mit spezifischen Aufgaben eingeteilt. Die Umrisse sind ein bisschen an die eines Flugzeugs angelehnt.

Ja, wir haben in dieser Ausgabe auch ein Interview mit Oscar Niemeyer, dem Architekten, der das alles entworfen hat.

Es gibt auch eine mystische Seite von Brasília—ein bisschen Folklore-mäßig, basierend auf den religiösen Texten eines Priesters namens Dom Bosco, der in der Kolonialzeit den Grundstein von Brasília legte. Laut seinen Vorhersagen und Berechnungen ist das Land irgendwie heilig und mit höheren spirituellen Mächten verbunden.

Wie war das für Rio, seinen Hauptstadt-Status zu verlieren?

Schwierig zu sagen, aber irgendwie dachten die Leute, Brasília böte dem Land einen Neuanfang. 1955 wurde Juscelino Kubitschek de Oliveira der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes. Er war ein revolutionärer Führer, dessen Slogan „fünfzig Jahre Fortschritt in fünf“ war. Und sein zentrales Projekt war es, die Hauptstadt von Rio nach Brasília zu verlegen.

Also haben sie es als eine Art moderne Utopie angepriesen?

Ja, es wurde als vielversprechender Ort des Fortschritts in-szeniert. Es ließ die Leute annehmen, dass wir genauso modern und radikal wie jedes andere Land sein könnten und das war ein Katalysator für gesellschaftliche, politische und kulturelle Revolutionen. Viele Leute sehen in dieser Zeit die goldene Ära der brasilianischen Kultur, in der die Leute politischer wurden und Dinge wie Bossa Nova populär wurden.

Was hat dich inspiriert, Brasilien für Australien zu verlassen?

Neugier und der Drang nach Unabhängigkeit und Freiheit.

Was vermisst du am meisten an Brasilien?

Das wäre dann wohl das Gefühl von Wärme und Aufrichtigkeit. Angelsächsische Kulturen greifen in ihren tagtäglichen Beziehungen zueinander viel auf Ironie zurück, aber Latino-Kulturen sind einfach ehrlicher und großzügiger. Sogar die ärmsten Leute würden ihren letzten Bissen mit dir teilen. Die Leute haben nicht so ein ausgeprägtes Gefühl für persönlichen Besitz wie in Australien.

Gibt es da drüben Drogen, an die wir hier nicht rankommen?

Nein, in Brasilien dreht sich alles ums Koksen. Die Favelas haben diese krasse Machtposition, weil jeder kokst. Das Einzige, was anders ist, ist der Preis—es ist da drüben einfach viel billiger.

INTERVIEW: BRIONY WRIGHT
FOTO: STEPHANIE BAILLY


< Seite Zurück

COMMENTS