WEAR DARE - TEIL 1Wenn Freunde ihre Freunde scheiße anziehen
FOTOS: CHRISTOPH VOY, KOORDINATION: MARTINA KIX
Die Herausforderung: Geh in einen Second-Hand-Laden und such’ dir fünf der hässlichsten und lächerlichsten Outfits aus, die du für 30 Euro abgreifen kannst! Bring dann eine Freundin oder einen Freund dazu, sie den ganzen Tag zu tragen! Jeden Tag einen anderen Look und das eine ganze Woche lang. Egal, was passiert! Keine Planänderung, keine Ich-drück-mich-irgendwie-drum-herum-Aktionen und versuch’ erst gar nicht, jemandem zu erklären, was du da machst! Im Gegenzug darf dein Modeopfer dir genau das Gleiche antun und dein Outfit ruinieren. Alles klar? Dann Achtung, fertig, KLEIDER!
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Mutproben-Mädchen Nr. 1: Uta
Das Allerbeste an diesem Outfit war die Farbkombi. Schwarz-weiß. Eigentlich perfekt, aber schaut doch bitte mal genauer hin: Ihr seht, ich trage kein schickes Designer-Shirt. Elisa wollte wieder mal mega-kreativ sein und hat aus dieser alten Golftasche ein Top gebastelt. Ich musste das den ganzen Tag ohne BH tragen und musste ständig aufpassen, damit mir nicht die Brüste aus dem Ausschnitt fallen. Den ganzen Tag lang haben mich die Typen auf der Strasse geifernd angestarrt und als mich dann noch der Typ im Supermarkt gefragt hat, ob er mir helfen könne, die „Lebensmittel“ in die „Tasche“ zu packen, bin ich davon gerannt. Paranoid? Vielleicht. Vielen Dank auch, Elisa. |
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Mutproben-Mädchen Nr. 2: Elisa
Es fing ziemlich gut an. Ich hatte nämlich gestern Nacht zu viel Jägermeister erwischt und hab mich völlig zum Affen gemacht. Aber heute würde mich niemand auf der Strasse erkennen. Allerdings sahen mich die Leute so an, als ob mir eine Geschwulst aus der Stirn wachsen würdenur weil ich dieses Outfit trug. Wahrscheinlich lag es an der Hippie-Strickjacke, die so aussah, als ob ich sie einem dieser Panflötenspieler auf dem Alexanderplatz geklaut hätte. Meine kleine Schwester Sophie mochte allerdings das gelbe Shirt. Sie meinte, ich würde wie eine Sonne aussehen. Keine Ahnung, wie sie darauf kam, wahrscheinlich wollte sie einfach nett sein. Meine Mutter hatte Angst, dass ich mir eine Erkältung einfange, weil ich weder Hose noch Rock anhatte. Das Ergebnis war, dass mich so gut wie jeder Typ beachtet hat, an dem ich vorbeigelaufen binich denke vielleicht mal darüber nach, ob ich Hosen nicht grundsätzlich weglassen sollte. |
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Mutproben-Junge Nr. 1: James
Ich habe mich mit diesem übergroßen Anzug á la David Byrne und dem Ohrwärmer-Stirnband so langsam an das Experiment herangetastet. Als ich bei meiner Arbeit im Plattenladen ankam, haben meine Kollegen zwar gerochen, dass da irgendwas in der Luft liegt, aber ich habe natürlich nichts rausgelassen. Die einzige andere marginale Auswirkung, die der Anzug hatte, lag an dem wirklich billigen Material, aus dem er gemacht ist: In der Bahn kam ich in den Genuss von völlig verschwitzten Eiern. Später am Abend habe ich mit einem guten Freund, den ich schon eine Weile nicht mehr gesehen hatte, einen getrunken. Ich stellte fest, dass ich einen guten „Suff-Anzug“ anhatte: Er war locker und luftig und es war mir völlig egal, wenn ich etwas über ihn drüber schüttete. |
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Mutproben-Junge Nr. 2: Stefan
James kam irgendwie auf diese überaus originelle Idee, mir ein Paar dieser tollen Overalls zu besorgen. Die sahen eigentlich genauso aus wie der, den der Klempner getragen hatte, der vor Kurzem unsere Toilette repariert hatte. Ich arbeite jedoch in einer ziemlich noblen Galerie und mein Chef war von meinem rustikalen Arbeitsoutfit alles andere als begeistert. Er nahm mich mit einer kurzen Ausführung über angemessene Arbeitskleidung in Empfang und schickte mich dann für den restlichen Tag nach Hause. Als ich ihm jedoch sagte, dass ich am nächsten Tag in Gummi kommen würde, war das OK für ihn. Er ist schwul, aber hier einen Zusammenhang zu wittern, hat wohl doch eher mit meinen eigenen Klischees zu tun. |
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