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PUTTING A DONK ON IT

Nicht alle Engländer wissen, wie man Metronomy ausspricht

Foto: Christoph Voy

Metronomy begann als Idee von Joe Mount in der britischen Grafschaft Devon. Wirklichkeit wurde sie erst nach seinem Umzug nach Brighton, wo er Cousin Oscar Cash und seinen alten Schulfreund Gabriel Stebbing für die Band rekrutierte. Seitdem sind zwei Alben entstanden und Mount etablierte sich außerdem als ernstzunehmender Remixer. Wenn sie auf der Bühne ihre Instrumenten bearbeiten und in blinkenden Kostümen abgehackte Synchrontanz-Moves abziehen, wirken sie immer ein wenig wie defekte Roboter. Als wir sie in Berlin trafen, schlürften sie gerade nach dem Abendessen noch ein paar Martinis, hatten aber zum Glück einen recht angenehmen Mensch-Modus aktiviert.

Vice: Wenn es einen Wettbewerb gäbe, bei dem man die Musik von Metronomy beschreiben müsste, wie würde euer Beitrag aussehen?

Oscar:
Es ist eine Art Elektro-Pop, der sich für totalen Mainstream hält, es aber in Wirklichkeit nicht ist. Es ist wie ein Auto, bei dem das Lenkrad nicht richtig justiert ist, so dass man eigentlich geradeaus fahren will, aber dann im Straßengraben landet. Ein hübsches Auto, aber in wirklich schlechtem Zustand!

Ihr habt euch die Donk-Doku auf VBS.TV angeschaut?

Gabriel:
Ja. Donk ist ja eigentlich ein Abklatsch von Happy Hardcore und im Nordwesten von England ist es wahnsinnig beliebt. Aber seltsamerweise nur dort. Im Süden hat noch nie jemand davon gehört. Wir haben inzwischen eine gewisse Faszination für Donk entwickelt.

Könnte Donk sich nicht als völlig inhaltsleerer Medienhype herausstellen, so wie damals Nu-Rave?

Gabriel:
Nein. Es ist bereits ein riesiger Erfolg, wir können nichts dagegen machen. Es ist jetzt schon größer als Nu Rave je war. Donk holt sich die Musik von den Leuten aus East London zurück und bringt sie wieder in die gigantischen Großraumdiskos im Nordwesten, zu den ganzen steroidgeschwängerten Freaks. Da gehört sie auch hin.

Erzählt mal was über die Klamotten, die ihr heute anhabt.

Oscar:
Die Schuhe habe ich aus einem kleinen Shop in Brixton. Das ist wirklich einer der niedlichsten Läden, in denen ich je war. Sie haben so ähnliche Schuhe in einem anderen Laden in der Straße entdeckt, wollten aber nicht die gleichen im Sortiment haben, um ihm keine Kunden wegzunehmen. Also haben sie diese hier geordert. Wo findet man bitte heute noch so eine Einstellung? Und sie haben nur sieben Pfund gekostet!

Ihr werdet ja so ein bisschen als Fashion-Band hofiert? Ist das OK für euch?

Gabriel:
Um ehrlich zu sein, gibt es ja schon diese seltsame Verbindung zu Karl Lagerfeld. Er findet uns cool. Und am Montag fliegen wir zu ihm nach Paris, zum Fotoshooting für das Limited-Edition-Cover unseres Albums. Karl ist ein toller Typ. Sehr witzig und unterhaltsam.

Joe: Als wir ihn das erste Mal trafen, wussten wir so gut wie gar nichts über ihn. Wir fuhren einfach hin, um ein paar Fotos mit ihm zu machen. An dem Shooting waren dann wahnsinnig viele Leute beteiligt, aber der Entspannteste und Offenste von allen war er selbst.

NEALE LYTOLLIS
Metronomys Nights Out ist bei Because/Warner erschienen. www.myspace.com/metronomy


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