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DOS & DON'TS
Magazin
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ZU LAUTKatie Stelmanis kann alles übertönen
Früher in der Schule waren es nie die coolen oder sportlichen Kinder, die mir Angst machten. Bei denen war klar, dass sie es später zu nichts bringen würden. Wirklich Respekt hatte ich vor den Drama-Queens und den Nerds, denn sie waren zu allem bereit. Alle Nerd-Kids, die damals in meiner Klasse waren, sind heute entweder Politiker, steinreiche Webdesigner oder bei Hot Chip. Während du Gras probiert und Fußball gespielt hast, nahm Katie Stelmanis Gesangsunterricht und wahrscheinlich hatte sie schon mit zwölf Jahren ihre erste Oper geschrieben. Das letzte Konzert, das ich von ihr sah, spielte Katie vor 300 Hardcore-Punks, die mit der Situation überhaupt nicht klarkamen. Ihre grazile, anmutige Stimme schien so deplatziert, dass es mir fast schon unangenehm war, aber sie nahm es mit Humor. Katie kennt keine Furcht. Ihr erstes Album heißt Join Us und dieser Aufforderung würde man nur zu gerne nachkommen. Ihre Stimme dringt darauf in bisher unerforschte Regionen vor und singt Loblieder auf Dinge, die ich nie zu verstehen in der Lage sein werde. Aber immerhin verstehe ich jetzt, dass ich so ziemlich alles, was ich bisher in meinem bescheuerten Leben getan habe, noch mal überdenken sollte. Vice: Du machst sehr ernste Musik, aber als Person scheinst du eher albern zu sein. Katie Stelmanis: Ich glaube ich kann nicht in ernster Weise über meine Musik reden, ohne dass es total kitschig klingt. Auch auf deinen Konzerten singst du zwar mit dieser unglaublich ergreifenden Stimme, redest aber zwischen den Songs nur Quatsch. Früher habe ich auf der Bühne sehr wenig erzählt, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, vom Publikum isoliert zu sein. Viele Leute waren wie paralysiert. Ich versuche jetzt, diese Intensität aufzubrechen, das Ganze etwas zugänglicher zu machen. Das ist eine bewusste Entscheidung. Wie sieht für dich der ideale Fan aus? Ich interessiere mich nur für diejenigen, die mein Zeug wirklich LIEBEN. Wenn Leute es durchschnittlich finden, geht mir das am Arsch vorbei. Es ist auch gut, wenn Leute es hassenHauptsache es berührt sie. Solange es die Hörer irgendwie anspricht, ist es mir egal, wer sie sind. Gab es zu der Platte auch schlechte Rezensionen? Ja, wirklich schlechte. Am Anfang war ich oft sehr enttäuscht, aber man muss lernen, sich auch darüber zu freuen. Die meisten negativen Kritiken richteten sich gegen meine Stimme, dass sie zu laut sei. Das ist doch das Beste! Die schlimmste Kritik kam vom Chart Magazine. Da stand, ich sei der schlechteste Act, den sie seit Langem gesehen hätten und ich würde niemals Erfolg haben. Sie schrieben Sachen wie: „Es gefiel uns nicht und man merkte, dass es den anderen Leuten im Publikum genauso ging.“ Das war schon hart. Ich fand dieses Konzert übrigens super und das Publikum war voll dabei. Also, scheiß auf Chart. MIKE HALIECHUK Katie Stelmanis’ Join Us ist bei Blocks Recording Club erschienen. Eine Split 7" mit Fucked Up gibt es bei Matador. www.myspace.com/katiestelmanis
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