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Wavves ist wie für diese Zeit gemacht

Foto: Robbie Butler

Nathan Williams ist rein äußerlich ein ziemlich typischer junger Mann aus Kalifornien. Wenn du ihn so vor dir siehst, hältst du ihn für eine Sekunde für einen weiteren dieser Idioten, die den halben Tag auf Hypebeast verbringen, das Sammeln von Sneakern für eine Passion halten und glauben, damit das Loch in ihrer Seele ausfüllen zu können. Tatsächlich dokumentiert Nathan das Loch in seiner Seele in wundervoll unfertig klingenden Popsongs, die in gleichen Maßen vom Leichtsinn seiner Jungend, von den geheimen Tagebüchern Brian Wilsons, von den eher anständigen Leistungen Phil Spectors und Nathans nachpubertärer Aufarbeitung der Musikgeschichte geprägt sind. Er ist, seinen aktuellen Songs nach zu urteilen, gerade bei Suicide und The Jesus And Mary Chain angekommen. Er schreibt außerdem ein eigenes Blog, auf dem er sein enzyklopädisches Wissen über Rapkultur ausbreitet. Wenn das die neue Generation von hippen Slackern ist, dann geht es dieser Jugendgeneration vielleicht so beschissen wie jeder vorherigen auch, aber zumindest erfreut sie den Rest der Welt mit guten Platten.

Vice: Momentan kommen ja gerade Surf und Lo-Fi-Garage massiv zurück. Wie würdest du dich verteidigen, wenn ich dich einen zweigleisig fahrenden Opportunisten nenne?

Nathan:
Haha! Scheiße Mann, ich finde es einfach total langweilig und unbequem in einem Studio. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass ich alles selber aufnehme und es deswegen so Lo-Fi klingt. Und ich versuche, Musik zu machen, die mir gefällt. Und ich mag die Beach Boys, also macht dieser Surf-Vibe einfach Sinn. Oder nicht?

Du beschäftigst dich mit der Rap-Szene, was man nun nicht unbedingt aus deinen Songs heraushört. Was können denn die No Wave-Kids von den MCs lernen?

Wir können von ihnen lernen, wie man richtig Crack verkauft. Ich mag diesen Typen, Uncle Murda, kennst du den? Angeblich ist er ja ’ne große Nummer im Crack-Geschäft. Und meine Güte, er heißt Uncle Murda, besser geht es doch gar nicht.

Wie weit bist du denn schon in deinem Lernprozess?

Also ganz ehrlich, dieses Musikgeschäft ist noch ziemlich neu für mich. Ich versuche einfach nur, gute Musik zu machen und dabei eine nette Zeit zu haben. Von den zwielichtigen Sachen lass meine Finger. Ich bin gerade mal 22, ich werde sicher auf meinem Weg noch den einen oder anderen Fehler machen. Aber scheiß drauf, oder?

Warum machst du Wavves alleine? Wegen der höheren Gagen, oder weil du ein Autist bist?

Autist.

Ich vermute, diese Einsilbigkeit ist Teil deiner autistischen Natur?

Warte mal, ich entscheide mich doch für die höheren Gagen.

Ah, OK. Beschreib mal den Tag, an dem dir der Song „I’m so bored“ eingefallen ist.

Das war ein Tag wie jeder andere auch.

Wie kommt es dann, dass du keinen riesigen Backkatalog an Smash-Hits angesammelt hast? Was machst du denn den ganzen Tag?

Na ja, eigentlich verbringe ich die meiste Zeit mit Schreiben und Aufnehmen. Wenn ich mal Pause mache, genehmige ich mir meistens was zu trinken und schaue Wiederholungen von Cops. Ich mag diese Serie.

AR
Wavves s/t Album ist bei Woodsist erschienen.
www.myspace.com/wavves



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