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NO DIRECTION HOME

Anavan sind nicht die Typen, die auf der Autobahn wenden

Foto: Kate Bellm

Wer an Kalifornien denkt, dem fallen vermutlich saftige Orangen, glitzernde Strandpromenaden und jede Menge Surfer und Skater ein, aber sicher keine Band wie Anavan. Das liegt daran, dass sie glücklicherweise nicht in diese unwirkliche Botox-Hippie-Welt passen, die wir so im Kopf haben—schließlich wissen wir längst, dass die Skater schwul sind, die Titten falsch und die Orangen ... na ja, Orangen sind halt ziemlich langweilig. Anavan, mit ihrer Vorliebe für angezerrte Elektronik und Tomaten-Splatterfotos kommen aus dem ungemütlichen, düsteren Teil von Los Angeles und trafen sich kurz vor ihrem ersten Berlin-Gig mit uns, um mal Klartext über die L.A.-Szene zu sprechen ... und über „diesen anderen Schauspieler mit der guten Stimme“.

Vice: Im letzten Jahr gab es doch einen recht spektakulären Wahlkampf in den USA. Das ganze erinnerte mich ein wenig daran, wie immer wieder Bands gehypt werden und anschließend enttäuschen. Glaubt ihr, Obama steht letzten Endes für ein leeres Versprechen?

Brett: Wenn man bedenkt, wen die Musikpresse so alles abfeiert, dann haben wir jetzt wohl ein echtes Problem! Vor Kurzem spielten wir eine Show in Paris mit einer Band, die wirkte, als ob sie sich erst vor zwei Wochen gegründet hätte. Eine Woche später waren sie mit einen riesigen Foto im NME, da habe ich mich schon gefragt, was es mit diesen Hypes eigentlich auf sich hat.

Aaron: Hoffentlich gehört Obama zu den guten Bands.

Brett: Hoffentlich wird sein zweites Album dem hohen Erwartungsdruck standhalten.

Es gibt ja eine Menge Leute, die L.A. hassen, aber man muss schon zugeben, dass es gerade ein gutes Fleckchen für abseitige Musik zu sein scheint. Wie seht ihr das?

Brett: Ja, wir haben eine der interessantesten Szenen überhaupt. L.A. ist ein großartiger Ort für alle Bands, die nicht das machen wollen, was man von einer typischen L.A.-Band erwartet. Ich denke, wir haben ein Scheißglück, dass es hier auch abseits von „Viper Room“ oder „Whiskey A-Go-Go“ ein Netzwerk an Clubs gibt, wo man spielen kann.

Was hättet ihr gern zu Weihnachten bekommen?

Molly:
Ein paar importierte Dosen Weihnachtsbier aus Dänemark.

Aaron: Eine dieser Goldketten, wie Run DMC sie hatten!

Brett: Ich möchte ein GPS-Navigationsgerät für unseren Truck, damit endlich diese hitzigen Debatten, welchen Weg wir nach Hause nehmen sollen, beendet sind. Obwohl die Lady im GPS manchmal schlecht drauf ist und dann anfängt, völlig wirres Zeug zu reden. Wenn sie morgens ihren Kaffee nicht bekommen hat, sagt sie mitten auf der Autobahn Sachen wie „bitte wenden sie jetzt!“

Wen hättet ihr gerne als Sprecher für das Navi?

Brett:
Mark E. Smith. Ich würde zwar kein Wort verstehen, aber wenigstens wäre es lustig.

Molly: Richard Simmons oder Carol Channing.

Aaron: Sean Connery, der hat einfach eine super Stimme. Oder diesen anderen Schauspieler mit der guten Stimme.

Brett: Und wer ist das?

Aaron: Mir fällt sein Name nicht ein.

NEALE LYTOLLIS
Anavans Cover Story ist bei Slanty Shanty Records erschienen. www.myspace.com/anavan


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