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DOS & DON'TS
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![]() Vice: Was ist deine Geschichte als Clown? Bubbly da Clown: Ich fing im Jahr 1991 damit an, als ich 17 war. Mein Bruder fuhr zu der Zeit darauf ab, Zaubertricks zu lernen und ich fand es total spannend. Also ging ich zu Zack’s Funhouse, um mir ein paar Zauberer und ihre Tricks anzusehen. King Henry, der damals noch unter einem anderen Namen arbeitete, kam auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, es mal auszuprobieren. Es gab dort eine Clown-schule, ich meldete mich dort an und alles Weitere entwickelte sich dann daraus. Anfangs arbeitete ich Vollzeit in diesem Job, dann hörte ich auf, um acht Jahre lang in einem Unternehmen zu arbeiten. 2005 fing ich dann wieder Vollzeit damit an, weil ich mich entschieden hatte, dass es das ist, was ich einfach am liebsten mache. Warum hast du dann überhaupt erst mit der Arbeit als Clown aufgehört? Ich bekam mit 17 meine Tochter, Destiny. Mit der Arbeit als Clown verdiente ich zwar ganz gut, aber nach ein paar Jahren beschloss ich, dass ich eine Gesundheitsversicherung brauche. Ich fing als Sekretärin an, wurde dann Verwaltungsangestellte und stieg immer weiter auf. Schließlich wurde ich Spezialistin für Computerinformation. Es war ein sehr guter Job, aber ich war unglücklich. Hast du als Clown auch schon richtige Hor-rorauftritte gehabt? Ja, ein paar Partys waren schon wirklich schlimm. Die Kids können wirklich fies sein, besonders wenn sie ihre Freunde zum Lachen bringen wollen. Einmal hatten sich zwei achtjährige Kinder gegen mich verschworen. Ich unterhielt mich gerade mit einem kleinen Mädchen, als sie sich von hinten anschlichen und mir gleichzeitig die Perücke und die Nase vom Kopf rissen. Ich fühlte mich komplett nackt, weil sie meinen Charakter zerstört hatten. Also versuchte ich darüber zu lachen und sagte so etwas wie: „ OK, ich nehme mir das jetzt mal wieder zurück.“ Aber den Eltern war das völlig egal. Das ist das Schlimmste, wenn die Eltern nichts machen und auch noch selber über dich lachen, so à la: „Meine Kinder machen dich zur Sau! Ha, ha, ha!“ Hat schon mal jemand versucht, dich als Clown anzuquatschen? Ich versuche, so geschlechtsneutral und an-drogyn wie möglich rüberzukommen. Es geht nicht darum, hübsch auszusehen. Darum trage ich weite Hosen, eine große Nase und riesige Schuhe. Aber manchen Leuten scheint es trotzdem zu gefallen. Manche Typen fragen mich: „Machst du Privatpartys?“ Aber ich übergehe das einfach, indem ich Faxen mache und sie in den Hintern trete oder so was in der Art. Ein paar der älteren Typen sagen Sachen wie: „Ich seh es dir an den Augen an. Unter dem ganzen Zeug bist du eigentlich hübsch.“ Das ist ein bisschen seltsam. Komisch ist auch, wenn ich ein Ballonherz mache, wobei ich die Mitte zusammendrücken und den länglichen Ballon mit einer Hoch- und Runterbewegung der Hand in Form bringen mussmanchmal rufen die Typen dann: „Oh, das machst du wirklich gut.“ Wie bist du auf deinen Namen gekommen? Das war einfach. Die Leute haben mir schon immer gesagt, wie quirlig und „bubbly“ ich wäre, also hat es Sinn gemacht, es für meinen Clownnamen zu verwenden. Der Name muss zu deiner Persönlichkeit passen. Meine Toch-ter Destiny hat gerade als Clown angefangen und bei ihr war es schon schwieriger. Ich bin kein mädchenhafter Clown, aber Destiny spielt mit der zickigen Masche. Als sie neu anfing, bat ich sie, sich zu schminken und das Kostüm anzuziehen, damit sie sich in ihre Rolle einfühlen konnte, während wir uns einen Namen ausdachten. Ich sagte so was wie: „Ich weiß nicht, vielleicht Floopsy da Clown.“ Weil ihr Charakter so mädchenhaft und niedlich ist. Sie fand den Namen niedlich, aber Oopsy gefiel ihr besser. Ich hab ihr gesagt: „Na, du kannst ja Floopsy heißen und dann so Sachen sagen wie: ‚Oopsy, Floopsy hat Poopsy gemacht.‘“ Sie ist aber bei Oopsy geblieben. Du und deine Tochter benutzt in euren Na-men beide „da“ statt „the“. Viele Clowns sagen „da“. Ich benutze es, weil ich mir immer erst mal die Namen der Jungs und Mädchen sagen lasse, wenn ich auf einer Party ankomme. Die bringe ich dann durcheinander und ulke damit herum. Schließlich sage ich: „Jetzt sag ich euch, wer ich bin. Ich bin Bubbly daaaaaaa Clown.“ Ich ziehe das „da“ ewig in die Länge. Ich sage manchmal auch, dass Bubbly mein Vorname ist und daaaaaaa mein Mittelname und Clown mein Nachname. Musstest du deine Tochter dazu drängen, Clown zu werden, oder ist das etwas, das sie selbst gewollt hat? Ich würde sie nie dazu drängen, wenn sie es nicht selbst wollen würde. In ihr steckt eine Künstlerin. Man muss Künstler sein, um das zu können. Clown sein kann nicht jeder. Es muss einem liegen. Ich wusste, dass es in ihr steckte, sie hatte nur etwas Angst vor der Persönlichkeit ihres Charakters. Sie ist manchmal etwas stillin der Hinsicht ist sie ganz anders als ich. Sie ist viel reservierter, aber wenn man sie in ein Kostüm steckt, ist das wie weggeblasen. Es ist einfach etwas ganz anderes, wenn du dich verkleidest und die Leute und die Kinder auf dich zukommen, ohne dich zu kennen. Sie umarmen dich und sagen dir, dass sie dich lieb haben. Sie hat es ausprobiert und es hat ihr gefallen. Gibt es Konkurrenz unter den Clowns? Nein, denn sie wissen schon in dem Moment, wo sie zur Tür reinkommen, dass ich hier der Herr im Hause bin ... Nein, war ein Scherz. Manchmal zicken sich die Leute gegenseitig an, aber wir lassen das nicht außer Kontrolle geraten. Wenn ich mit jemandem zusammen eine Show mache, versuchen wir, uns davor zu treffen und uns abzusprechen. Ich frage sie dann: „Was willst du machen, die Ballons oder das Kinderschminkenwas kannst du besser?“ Wir versuchen, uns soweit wie möglich voneinander entfernt aufzustellen, weil ein Clown dem anderen leicht mal die Show stehlen kann. Manchmal ist es für zwei Unterhaltungskünstler schwer, zusammenzuarbeiten. Man kennt ja die Persönlichkeit und die Herangehensweise des anderen nicht immer. Jeder ist ja anders. Was hat dein Mann gesagt, als er gehört hat, dass du Clown bist? Er hat es eine Zeit lang gar nicht gewusst. Einmal wollte ich romantisch sein und machte ihm ein Ballonherz mit ein paar Liebesvögeln darin. Er fragte mich, wo ich das gelernt hätte und ich erklärte ihm alles. Als er mich in voller Kostümierung sah, sagte er nur: „Wow.“ Ich fragte ihn: „Es ist dir doch nicht peinlich, oder Schatz?“ Er sagte nur: „Es ist toll.“ Wir sind jetzt seit fast 14 Jahren zusammen. Gelegentlich gebe ich ihm ein Küsschen, wenn er dabei ist. Aber wir müssen aufpassen, denn es geht ja schließlich nicht, dass die Kids sehen, wie jemand den Clown abknutscht. < PREVIOUS CLOWN | NEXT CLOWN > |