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AUTSCH! - PART 2

Ein Aufruhr wegen Rindfleisch hat mein Gesicht verunstaltet

TEXT UND FOTOS: ROBERT JOHNSON

Ich habe nicht genau gesehen, was mit diesem Typen geschah. Er hat sich den Arm gebrochen, ich bin mir aber nicht sicher, wie.

Gegen Mitternacht stürmten 600 Polizisten von einer Seitenstraße aus auf die Demonstranten zu, indem sie durch Lücken zwischen den Bussen strömten, die man aufgestellt hatte, um die Massen einzukesseln. Sie schlugen mit ihren Stöcken und Schilden auf alles und jeden ein, das ihnen in die Quere kam. Soviel ich weiß, hatte es zuvor keine Warnung gegeben. Sie räumten den Großteil der Straße, bis auf ca. 70 Leute, die in der Mitte abgeschnitten wurden. Unter diesen Leuten befanden sich auch 30 Polizisten und es kam zu einer üblen Schlägerei. Die Polizisten waren dabei haushoch unterlegen. Am Ende duckten sie sich in der Mitte zu einem Haufen zusammen, aus dem sie einer nach dem anderen weggezerrt und dann geschlagen wurden. Dann kam jedoch ein neues Polizeiaufgebot und das war der Moment, in dem man mir das Gesicht einschlug.

Click here for more of Robert's protest pics.

Die südkoreanische Polizei ist schon lange für ihre Gewalttätigkeit bekannt. 1980 unterdrückte die militärische Einsatzpolizei, während der massiven landesweiten Proteste für demokratische Reformen, gewaltsam einen Aufstand in Gwangju, einer Stadt im Süden der Halbinsel. Sie haben nach Schätzungen an die 170 Personen getötet und wahllos jeden verprügelt, der ihnen in die Hände geriet. Obwohl die Regimes über die Jahre oft gewechselt haben, ist die koreanische Polizei bekannt dafür, jede Art von Opposition mit äußerster Brutalität zu unterdrücken. Das ist auch der Grund dafür, warum so viele Leute immer noch demonstrieren. Sie finden, dass Präsident Lees politischer Stil dem seiner nicht-demokratischen Vorgänger noch zu sehr ähnelt.

Ich bin mit Sicherheit auf der Seite der Demonstranten. Das koreanische Volk hat das Recht zu demonstrieren. Es ist schließlich eine Demokratie. Die Polizei reagiert regelmäßig auf exzessive Weise. Einmal wurde ich fast von einer offenen Flasche mit Urin getroffen, die sie in die Masse geworfen hatten. Das klingt zwar lächerlich, aber man darf nicht vergessen, dass der Militärdienst in Korea Pflicht ist, was heißt, dass die Einsatzpolizei aus 17- bis 20-Jährigen besteht. Unter ihnen herrscht eine sehr mangelhafte Disziplin. Ich sah, wie sie sich untereinander bekämpften, während sie eigentlich Demonstranten bekämpfen sollten—und ich meine tätlich bekämpfen, nicht nur mit Worten.

Manchmal wirkte es, als wäre es einigen von ihnen ziemlich egal, was sie da machten. Sie schleuderten Metallrohre über Busse hinweg in die Menge, prügelten ein Mädchen, das sich schon am Boden krümmte und unter einem Bus versteckt hatte und schlugen mir mit einem Schild ins Gesicht. Sie waren ziemlich außer Kontrolle. Es war ein bisschen wie eine von der Regierung sanktionierte Armee wütender Teenager, die auf eine Prügelei aus waren.

Die Polizei ging aber, zuerst zumindest, sehr anständig mit den Fotografen um. Am Anfang konnte ich mich noch ohne Probleme in ihre Reihen begeben und Fotos machen. Aber als die Proteste andauerten, wurde sie unfreundlicher. Ein Fotograf machte ein Bild von einem Offizier, der die Unterseite seines Schilds angeschliffen hatte. Seine Kamera wurde zerstört, er wurde geschlagen und verhaftet. Ich habe auch gesehen, wie der Kameramann eines Nachrichtensenders mit einem Knüppel geschlagen wurde, während er auf einer kleinen Leiter stand.

Die Proteste dauern immer noch an. Es ist nicht klar, ob und wie sie sich auflösen werden. Jetzt sind weniger Leute auf den Straßen, aber es hat Arbeitsniederlegungen gegeben und die religiösen Organisationen haben begonnen, sich einzumischen. Ich denke, dass die Versammlungen schrumpfen und zunehmend einen Guerillacharakter annehmen werden. Solange Präsident Lee nichts unternimmt, um die Leute zur Ruhe zu bringen, werden die Proteste immer wieder aufflammen.


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