AUTSCH! - PART 1

Ein Aufruhr wegen Rindfleisch hat mein Gesicht verunstaltet

TEXT UND FOTOS: ROBERT JOHNSON

Dieses Foto hat mein Halbbruder Benjamin Caldwell Acree aufgenommen. Er war gerade dabei, einen Polizeibus leerzuräumen, während ich verprügelt wurde.

Hallo. Das hier bin ich in der „In Jae“-Universitätsklinik in Südkorea.

In meiner Wange ist eine Stichwunde, die in meinem Mund mit sieben Stichen vernäht wurde und von außen noch mal mit sieben. Ich habe außerdem eine verrenkte Schulter mit gezerrten Bändern und eine Gehirnerschütterung. Ich habe mir diese Verletzungen zugezogen, als ich beim Wechseln des Films meiner Kamera völlig unvorbereitet von einem Einsatzschild getroffen wurde.

Click here for more of Robert's protest pics.

Am 25. Februar wählten die Menschen in Südkorea Lee Myung-bak zu ihrem Präsidenten. Mr. Lee war zuvor der Bürgermeister von Seoul und Vorstandsmitglied bei Hyundai gewesen. Vor den Wahlen war er mehrfach wegen Korruption, Veruntreuung, Grundstücksspekulation und Vergehen gegen das Wahlkampffinan-zierungsrecht angeklagt worden. Er wurde mit der geringsten Wahlbeteilung in der südkoreanischen Geschichte gewählt. Eine seiner ersten politischen Entscheidungen nach der Wahl war, das KORUS FTA, einen Freihandelsvertrag mit den USA, zu unterzeichnen. Dazu gehörte auch die Wiederzulassung von US-amerikanischem Rindfleisch auf dem südkoreanischen Markt, das seit dem Ausbruch des Rinderwahns 2003 nicht mehr zugelassen war.

Danach sank seine Popularitätsquote auf durchschnittlich 28 Prozent, wobei die niedrigsten Werte sogar bei nur zwölf Prozent lagen. Und es begannen die Proteste. Sie konzentrierten sich auf den Import von amerikanischem Rindfleisch, was aber mehr als Ausgangspunkt für allgemeinere Beschwerden über die Sozial- und Wirtschaftspolitik von Präsident Lee diente. Die Proteste finden seit der Unterzeichnung des FTA-Abkommens so ziemlich jeden Abend statt.

Anfangs waren die Proteste Mahnwachen mit Kerzen. Die Demonstranten setzen sich auf die Straße. Die Polizei erklärte das als illegal und verscheuchte die Sitzenden. Ich wurde ungefähr anderthalb Monate nach dem Beginn der Proteste verletzt. Die Stimmung hatte sich inzwischen verschärft: Die Demonstranten waren wütend, da sich trotz ihrer Bemühungen nichts änderte, und die Polizisten waren es leid, Abend für Abend im Einsatz zu sein. Zu einem früheren Zeitpunkt desselben Tages hatten die Demonstranten drei Wasserwerfer zerstört, welche die Polizei unklugerweise direkt neben dem Hauptversammlungsplatz ohne wirkliche Be-wachung zurückgelassen hatte. Sie wurden von den Demonstranten zum Teil zertrümmert, zum Teil auch mitgenommen, so dass sie, als sie am Abend von der Polizei mit Wasserwerfern beschossen wurden, zurückschießen konnten. Eine Zeit lang gab es eine Pattsituation und die Stimmung wurde immer aggressiver.


CONTINUED
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While you and Cousin Geoff couldn’t lay your hands on any illegal hunting knives today, you can at least still watch his Faces of Death box set once you get back to the basement he lives in.
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