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DOS & DON'TS










Shorts von Bernhard Willhelm, Armreifen von Fafafa
NAOMI, 24
Vice: Woher kommst du?

Naomi:
Aus einem Gebiet, wo es kaum farbige Men-schen oder Immigranten gibt. Ich habe manchmal schon ein paar Vorurteile mitgekriegt. Aber ich habe schnell gelernt, mich zu wehren. Ich sage dann einfach: „Hey, so was zu sagen, ist einfach nicht OK!“

Wurdest du schon mal wegen deines Aussehens gehänselt?

Nein, aber manchmal fanden die Leute es lustig, zu kommentieren, dass ich dunkle Haut habe. Das war ziemlich komisch, als ich nach Barbados gegangen bin, wo mein Papa herkommt. In Schweden bin ich eine Schwarze und dort bin ich eine Hellhäutige.

Was denkst du über Rassismus in Schweden?

Ich denke, er versteckt sich in mehr Leuten, als man auf den ersten Blick sieht.

Wie äußert sich das?

Der Ort, wo ich aufgewachsen bin, ist bekannt für seinen unterschwelligen Rassismus. Es gab mal eine Fernsehsendung über meine Schule. Da wurden wir interviewt. Ihr wisst schon, im ganzen Schulgebäude gab es Hakenkreuz- und Weiße-an-die-Macht-Graffitis. Der Reporter hat dann unseren Direktor, in seinem spießigen Anzug, gefragt: „Wie empfinden Sie den Rassismus an ihrer Schule?“ Und er hat geantwortet: „Rassismus? Ist mir noch nicht aufgefallen.“ Ich habe dann gemeint: „Was? Da steht doch sogar ‚Hitler war ein guter Mensch‘ an unseren Wänden.“

Was waren das für Leute, die so einen Scheiß geschrieben haben?

Das Kranke ist, dass es die gleichen Leute waren, die dich sonst im Gang grüßen. Zu mir waren die immer ein bisschen wie: „Du bist schon OK, weil du perfekt schwedisch sprichst.“ Es gab sogar adoptierte Kinder, mit den gleichen Ansichten, an unserer Schule. Das war ziemlich gestört.


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