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DOS & DON'TS
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AUF 180Failures sind konstant unzufrieden
Als wir erfuhren, dass Mark McCoy eine neue Band hat, fragten wir uns, ob sie wohl die ohrenbetäubende, gereizte, aber auf wundersame Weise befreiende Reise fortsetzen würde, die er mit Charles Bronson und Das Oath begonnen hatte. Mittlerweile sind wir so weit, sagen zu können: Failures sind mindestens so ohrenbetäubend, gereizt und befreiend wie all die anderen Bands, in denen sich Mark bislang Kehlkopfentzündungen zugezogen hat. Als wir dann noch hörten, dass außerdem Leute von Orchid, Bucket Full Of Teeth und Cut The Shit dabei sind, bekamen wir sogar kurz weiche Knie. Wir fragten Mark, was in Sachen Failures gerade vor sich geht. Vice: Gib uns mal die wesentlichen Eckdaten zu deiner neuen Band. Mark: In Failures spielen Andrew Jackmauh, Will Killingsworth, Matt Wilga und ich selbst. Wir fanden zusammen, nachdem wir mit Das Oath Ende 2006 aufhörten. Seitdem sind wir ständig in Bewegung. Jede Menge langer Wochenenden mit Busfahrten zwischen New England und Brooklyn. Versuchen, das bestmögliche Album aufzunehmen. Ich würde sagen, das hat geklappt. Wie gehst du mit der Praxis um, eine Aufstellung wie in Failures als „Allstar Line-up“ zu bezeichnen, wie positionierst du dich zu den damit verknüpften Erwartungen? Ich denke nicht groß darüber nach. Sobald du in irgendeiner Weise nach außen trittst, lieferst du Futter für eine schadenfrohe Öffentlichkeit, die es nicht erwarten kann, dich in die Scheiße treten zu sehen. Jeder hält sich für einen Kritiker, und keiner von ihnen ist imstande, selber etwas Eigenständiges zu leisten, was über die Grenzen ihres kleinbürgerlichen Lebens hinausgeht. Was mich angeht: Ich mache einfach, was richtig für mich ist, in einer Band mit Freunden zu spielen. Alles andere ist mir egal. Mit welchen Themen beschäftigst du dich in deinen Lyrics bei Failures? Eigentlich nur mit einem Thema. Mit dem sinnlosen Elend, das wir durchschreiten, während wir versuchen unsere Unzufriedenheit aufrechtzuerhalten. Hält sich Unzufriedenheit in deinem Leben wie eine Konstante? Ändert sich bei dir nichts an dem Bedürfnis, extrem aggressive Musik zu machen? Naja, ich bin kein Musiker. Ich kann keine Note halten. Ich kann keine elaborierten Akkorde spielen oder feinsinnige Melodien komponieren. Das Einzige, was ich kann, ist in ein Mikrofon zu schreien und solange sich das irgendwie sinnvoll anfühlt, werde ich wohl damit weitermachen. Es gibt ja verschiedene Herangehensweisen an das Musikmachen. Viele Genres sind geprägt von Statusdenken und dem Willen zu kommerziellem Erfolg. Blendest du so etwas völlig aus? Wenn ich Leute sehe, die einem mit der Zurschaustellung ihres Besitzes auf die Nerven gehen, schaue ich sofort wieder weg. Ich versuche sehr ernsthaft, mich von solchen Dingen nicht beeinflussen zu lassen. Ich weiß, dass Selbstwert nicht in Besitz gemessen wird, sondern durch einen Wert, der durch die Energie und Arbeit bestimmt wird, die du in deine Umgebung abgibst. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen abstrakt. Letztendlich ist es aber doch so, dass das Herumfahren in einem lächerlich teuren Auto mit heruntergelassenen Fenstern nichts anderes ist, als wenn du ein Banner durch die Luft schwenken würdest, auf dem geschrieben steht: „Ich bin ein Niemand. Bitte nehmt mich wahr!“ Wie sehen denn die nächsten Pläne für die Band aus? Platten und Touren. Wir planen und reden viel, aber ab wann kann man das Gerede wirklich ernst nehmen? Ich sag mal so: Wenn die Gründe für etwas beginnen, die Gründe gegen etwas zu überwiegen. Klingt gut, oder? Klingt etwas unkonkret, aber logisch. Danke Mark! AR Failures’ selbstbetitelte LP erscheint bei Youth Attack/Clean Plate. Failures haben kein Myspace-Profil. Mit Absicht.
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