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Fabrizio del Rincon
Vice: Erzähl uns ein bisschen darüber, wo du herkommst.
Fabrizio: Ich komme aus der Provinz, aus einer kleinen Stadt in Nordmexiko, namens Caborca Sonora. Das ist ein winziger Ort, voller Kühe und baufälliger Gebäude. Ich komme aus einer großen Familie und ich bin das jüngste von zwölf Kindern.
Wow. Was machen deine Eltern noch, außer sich fortzupflanzen?
Mein Vater ist Typograf und meine Mutter kümmert sich eben um die Kinder. Sie hat nicht wirklich viel Zeit, um etwas anderes zu machen.
Warum bist du aus Mexiko weggegangen?
Es war eigentlich die Entscheidung meiner Eltern. Obwohl unsere Stadt sehr klein ist, ist die Anwesenheit von Drogen und der Kartelle doch sehr deutlich spürbar. Meine Mutter und mein Vater haben getan, was für die Familie am besten ist. Sie wollten nicht, dass wir in diese Dinge reingeraten, also ist unsere ganze Familie nach San Diego gezogen, als ich 14 war.
Ist das Drogenproblem in Mexiko immer noch so gigantisch?
Ich denke, es wird langsam besser, aber es gibt immer noch viel Korruption. In fast allen Lebensbereichen muss man jemanden kennen, um etwas erreichen zu können. Es wird immer noch viel Marihuana produziert und natürlich werden auch viele Drogen aus den Nachbarländern über Mexiko in die USA geschmuggelt.
Wie bist du in Berlin gelandet?
Ich arbeite als Fotograf. Wir haben viel Gutes über die kreativen Möglichkeiten in Berlin gehört. Die Stadt selbst ist auch ein bisschen wie New York, wegen der verschiedenen Viertel und ihrer Mischung aus vielen verschiedenen Kulturen.
Wie unterscheiden sich die Deutschen von den Mexikanern?
Die Deutschen sind im Allgemeinen verschlossener und reservierter. Ich finde das zwar nicht schlecht, aber die Mexikaner sind einfach offener, wisst ihr? Sie laden einen schon fünf Minu-ten, nachdem sie dich kennengelernt haben, zu sich nach Hause ein. Außerdem sind die mexikanischen Mädchen sehr schön.
Was für Dinge aus Mexiko vermisst du gerade?
Hauptsächlich das Essen. Das Wetter hier ist auch komplett anders. Ich vermisse die Sonne und den Strand und die Leute. Im Winter ist Berlin echt deprimierend und grau. Aber ich mag das Grobe an der Stadt, man hat das Gefühl, dass die Leute echt sind.
Hast du manchmal Heimweh?
Während der ganzen Jahre, in denen ich herumgereist bin, habe ich Mexiko nicht so sehr vermisst, aber in letzter Zeit habe ich oft ziemliches Heimweh. Im Moment passiert in Mexiko viel. Die Kunstszene explodiert. Ein Großteil meiner momentanen Inspiration kommt von dort. Es sind einfach meine Wurzeln, also fahre ich alle paar Monate dorthin zurück. Die Straße entlangzulaufen und sich die Architektur anzusehen, oder die Wärme der Sonne am Meer zu spüren ... Für mich ist es ein sehr inspirierender Ort.
Fabrizio hat uns gebeten, seine Website zusammen mit dem Interview abzudru-cken. Hier ist sie also: fabriziodelrincon.com
INTERVIEW UND FOTO: TOM LITTLEWOOD
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