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Enrique “Artellano” Hernández

Vice: Wie kommt es, dass du hier in Spanien bist?

Enrique:
Ich bin hierhergekommen, um meine Kenntnisse in der Kunstrestaurierung zu erweitern. Ich bin direkt aus Mexiko-Stadt. Ich bin also ein Chilango.

Was arbeitest du in Barcelona?

Ich arbeite an meinen Skulpturen und von Zeit zu Zeit arbeite ich auch in einer Bar.

Sicher ziehst du auch von Party zu Party, oder?

Klar. Ich gehe so oft es geht auf Partys. Hier kann ich mich anziehen, wie ich will, und alles ausprobieren, worauf ich Lust habe. In Mexiko habe ich mich eingeschränkter gefühlt—die Gesellschaft dort ist ein bisschen restriktiver. Trotzdem kennen wir, was das Feiern betrifft, keine Grenzen. Wir sind echte Partylöwen. Es liegt uns im Blut.

Was ist dein Eindruck von der spanischen Gesellschaft?

Was Mode, Partys und kontroverse Sachen, wie Drogen, betrifft, ist Spanien sehr viel offener als Mexiko.

Was hältst du von den spanischen Ladys?

Am besten finde ich die Baskinnen—sie empfangen dich im-mer mit offenen Armen und sie sehen toll aus. Für mich stehen ganz oben die Schwedinnen, dann die Spanierinnen und zum Schluss die Mexikanerinnen. Die mexikanischen Frauen sind sehr prüde. Da steh ich nicht so drauf.

Die mexikanischen Frauen vermisst du also nicht. Gibt es denn etwas anderes aus Mexiko, nach dem du dich sehnst?

Das Essen, das Essen und noch mal das Essen—ganz klar. In Mexiko geht es vor allem um die Landschaft, die Freundlichkeit der Leute und das gute Essen. Hier haben sie aber auch ein paar ganz gute Sachen, wie die Paella von La Fonda und die Snacks von La Champañería.

Was für Gerichte aus Mexiko würdest du hier einführen?

Den Pozole-[Maissuppe]Stand, der vor dem Cyoacán-Markt steht—keine Frage. Wenn jemand aus Spanien nach Mexiko fährt, würde ich ihm empfehlen, zum Mazunte-Strand in Oaxaca zu fahren und sich ein kaltes Bier und eine Quesadilla zu kaufen. Und ein bisschen LSD. Das müsste reichen.

Wie lange willst du in Spanien bleiben?

Ich werde bleiben, bis sie mich rausschmeißen. Dann gehe ich nach Mexiko zurück, um dort alt zu werden. In einem anderen Land zu leben und dann zum Sterben wieder nach Hause zurückzugehen, ist genau das, was man machen sollte.

Wegen der Kolonialzeit sehen viele Mexikaner, die wir kennen, Spanien immer noch als „Mutterland“ an. Geht es dir auch so?

Ja, sicher. Irgendwie sind wir das Produkt verschiedener, sich vermischender, kultureller, sozialer, ethnischer und religiöser Strömungen. Spanien ist ein Teil unserer Vergangenheit. Das können wir als Mexikaner einfach nicht verleugnen.

Und ... was soll das mit der Augenklappe?

Die hat mir jemand bei einer Karnevalsfeier geschenkt. Inzwischen ist sie ein fester Bestandteil meines Outfits. Und es ist meine persönliche Art, „Nein!“ zur Piraterie zu sagen! [lacht]

INTERVIEW: ALEJANDRO CRISTÓBAL


CONTINUED
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