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DOS & DON'TS

Whoa whoa whoa whoa whoa, whoa. Not trying to tell you what you can and can’t do with that face, but maybe you should leave the tricycling through the Red Light district in a raincoat to someone a shade less skeezy. Right now you’re making my ass clench so hard I’m worried my next dump will be glass. Comments/Enlarge | See all


If you're a psychotic murderer who needs to dispose of body parts across town, dressing up as a Godspell unicycle mime on his way to work is a surprisingly good option. The unicycle case will fit the average-sized kid and people tend to assume the smell is just coming from you. Comments/Enlarge | See all






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Fotos: Richard Kern





ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT


ILLUSTRATIONEN: CHLÖE GROVE, TEXT: BEN KNIGHT

Die schönen, harten Tage der Erfinder sind vorbei: Kein angenehmer Rhythmus mehr zwischen der Versuchswerkstatt im Schuppen und der chronischen Pfeifenpause auf der Veranda. Kein Lamentieren mehr über die verwirrende Erschließung der Dampfenergie und den gleitenden Flügelschlag beschissener Vögel am Himmel.

Nein, als moderner Pionier brauchst du einen Abschluss in Computerprogrammierung, ein Labor voller futuristischer Geräte und einen fetten Sponsor, der die Vision deiner Welt, in der Menschen auf hydraulischen Titanfedern laufen, teilt.

Als Hommage an alle, die vor uns kamen, werfen wir einen liebevollen Blick zurück auf die Dinge, die deutsche Männer und Frauen zu früheren Zeiten aus dem Hütchen zauberten. Immerhin prägten sie die Art und Weise, wie wir heute leben.



Bier
Herzog Wilhelm IV. von Ingolstadt

Bier ist älter als die Pyramiden. Eine Urkraft wie das deutsche Brot. Erfunden wurde es von winzigen Menschen in den afrikanischen Wüsten. Dort ließen sie die Zutaten von noch kleineren Affen mischen, die sich mit der Zeit metaphysisch mit dem Bier vereinigten. Heutzutage warnen Eltern ihre Kinder, dass bei überhöhtem Bier-konsum die Bieraffen kommen, ihnen auf den Kopf schlagen, ihr Geld stehlen und ihnen in den Mund scheißen. Wenn wir also davon sprechen, dass Deutsche das Bier erfunden haben, meinen wir, dass die Deutschen lediglich das Regelwerk fürs Bier gestaltet haben. Das Reinheitsgebot wurde 1516 von Herzog Wilhelm IV. von Ingolstadt eingeführt. Braumeister verwen-deten im Mittelalter angeblich Ruß, um Dunkelbier herzustellen. Ein guter Grund zwischen Scheiße und Pest eine Lebens-mittelvorschrift aus dem Ärmel zu zaubern.
C-Leg
Otto Bock HealthCare GmbH


Ein Bein zu verlieren, ist eine schreckliche Sache. Der Phantomschmerz kann grauenvoll sein. Ein Amputierter erzählte uns, dass es sich so anfühle, als würde der nicht existierende Fuß langsam in einem Schraubstock zerquetscht. Deine Aussichten auf Sex vermindern sich zudem um 50%, wenn du ein Mädchen bist und erhöhen sich um 10 %, wenn du ein Junge bist—das ist logisch, aber vor allem von uns ausgedacht. Das C-Leg wird von Mikroprozessoren gesteuert, die kalkulieren, wie sich das Kunstbein verhalten muss, indem sie 50 Mal pro Sekunde neu Maß nehmen. Welches echte Bein kann das schon? Wenn du Glück und eine großzügige Krankenversicherung hast, bekommst du vielleicht eins von diesen Babys verpasst. Es wurde 1997 erfunden und gewinnt einen Preis als coolstes Accessoire für Behinderte.
Jeans
Levi Strauss

Es gibt diese alte Jeanswerbung: Ein junger Typ geht in der Drogerie einer konservativen, amerikanischen Kleinstadt ein Kondom kaufen. Blöderweise stellt er am selben Abend fest, dass der Drogist der Vater seiner neuen Freundin ist. Dieser Werbespot enthüllt, wofür die Mini-Taschen an den Jeans ursprünglich gedacht sind, als Levi Strauss, ein deutscher Immigrant in San Francisco, sie 1873 erfand. Ein Aufbewahrungsort für Kondome. Es ist eine Offenbarung, hurra! In Wirklichkeit sind Jeans für Leute erfunden worden, die im alten Westen den Dreck nach Gold durchwühlten. Jeans waren ursprünglich aus Leinenstoff und nicht blau, sondern braun.


Schwangerschaftstest
Selmar Aschheim


Der erste Schwangerschaftstest funktioniert nach demselben Prinzip, wie dies auch heute noch der Fall ist. Damals musste man aber nicht auf einen Papierstreifen pinkeln, um das Schwangerschaftshormon Choriongonadotropin festzustellen. Stattdessen findet der Chemiker Selmar Samuel Aschheim 1927 die galante Lösung, den Urin der Testpersonen in die Körper von Mäusen, Fröschen und Hasen zu injizieren, sie nach ein paar Tagen aufzuschneiden und ihre Eierstöcke nach dem Hormon zu untersuchen. Aschheim ist im gleichen Jahr geboren wie Ossip Salomonowitsch Gabrilowitsch, der irgendwann die Schwester von Mark Twain heiratete.
MP3
Karl-Heinz Brandenburg


Karl-Heinz Brandenburg ist an allem schuld: Das erste aufgeregte Lachen vor Napster, dem maroden Zustand der Musikindustrie und den schlechten MySpace-Seiten voll schlechter Musik. Mitte der Neunziger entwickelt er mit zwei anderen Wissenschaftlern das MP3-Format für Musik. Obwohl er ein Genie ist, behauptet er, dass es nur ein wenig Glück gewesen wäre, dass ihm jemand das Thema Audiokompression für seine Doktorarbeit angeboten hätte. Allerdings glaubt ihm das keiner so richtig, dem guten Herrn Leiter des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie, samt seines Bundes-verdienstkreuzes, plus dem Platz in der Hall of Fame der Datenkompressionswissen-schaftler mit über 100 angemeldeten Patenten.
Automobil
Karl Benz


Wenn du im Jahr 1888 ein sportlicher Mensch gewesen wärest, hättest du gute Chancen gehabt, auf der Strecke zwischen Mannheim und Pforzheim das erste Auto der Welt auf der ersten Langstreckenfahrt zu überholen. Erfunden wird es zwar schon 1886 von Karl oder Carl Benz, wie man will, aber zwei Jahre später findet diese Überland-Premiere mit seiner Frau, Bertha Benz, am Steuer statt. Zu der Zeit haben sich die Snobs in Frack und Zylinder über den Wagen ohne Pferde kaputtgelacht. Kurz darauf ergeben sie sich willenlos diesem Statussymbol.



Entkoffeinierter Kaffee
Ludwig Roselius

Stell dir vor, du hättest einen Ecstasy-Drink namens Happy-Fuck erfunden. Dann kommt jemand, nimmt das Ecstasy wieder raus, vermarktet es auf extrem clevere Weise und findet eine Möglichkeit, es superbillig zu produzieren. Das Arschloch macht damit mehr Geld als du, obwohl deine Version das Original ist, besser schmeckt, dir ein körperliches High verschafft und nach dem benannt ist, was drin ist. So in etwa machte es Ludwig Roselius 1906 mit dem Kaffee, als er die Kaffee HAG (Kaffee-Handels-Aktien-gesellschaft) gründete. Südamerika muss vor Wut gekocht haben. Obwohl Kaffee HAG kein wirklicher Kaffee ist, wird dieser als erster Kaffee in Massenproduk-tion hergestellt. Roselius nutzt nämlich schon vor Henry Ford die Fließbandarbeit. Kaffee HAG ist der erste Kaffee, für den im Kino Werbung gemacht wird.
Die Pille
Schering AG


Lediglich fünfzig Mikrogramm Östrogen reichen aus, um das Christentum zu zerstören und das dreifaltige Prinzip außer Kraft zu setzten, Frauen an die Heizung zu fesseln, wenn der Kerl außer Haus geht. Eigentlich wurde die Pille in Amerika entwickelt—von einer Reihe Ärzte, die sich nicht ungedingt bewusst waren, was sie der Welt da gerade antun. Die Marketingabteilung des deutschen Pharmariesen Schering leistet sich 1961 die größte Untertreibung in der Geschichte der Wissenschaft und verkauft die Pille als ein Heilmittel gegen Menstruationsstörungen. Es sind eben moralisch noch ziemlich sensible Zeiten. Natürlich hat das negative Konsequenzen: Die Pille bestätigt die männliche Annahme, dass Sperma nichts weiter sei als salzige Marmelade und keinerlei moralische Verantwortung mit sich bringt.
Aspirin
Felix Hoffman


Jeder weiß, dass Aspirin die beste Medizin der Welt ist. Die alten Griechen gewannen es aus Baumrinde und es soll einen vor Herzinfarkten und Fieber bewahren. Gegen einen Kater ist es aber ziemlich sinnlos. Nach wie vor hilft da nur ein doppelter Wodka mit einem untergerührten rohen Ei oder ein mit Lachs und Banane vermischter Espresso. Die Geschichte des Aspirins folgt der eisernen deutschen Tradition der Pharmaunternehmen, indem sie leugnen, dass sie sich im Dritten Reich die Hände schmutzig gemacht hätten. Angeblich hat Felix Hoffmann, dem die Entdeckung des Aspirins im Jahre 1897 für Bayer zuge-schrieben wird, in derselben Abteilung gearbeitet wie der Jude Arthur Eichengrün, dem eigentlichen Entdecker der Acetyl-salicylsäure. Die Nazis änderten die Geschichte und schrieben es einfach Hoffmann zu.


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