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Spanish crusties are everywhere in London at the moment and they’re looking FABULOUS. At the Insect Warfare show at the Old Blue Last we had dogs on strings sitting on bar stools, ordering pints. The rest of the crowd looked like this, from late 20s 7s with Anti Cimex shirts to amazing dykes with Punisher throat tattoos. Comments/Enlarge | See all


The downside to finding out how cool your mom used to be is it’s basically an admission of guilt for making her life suck. Comments/Enlarge | See all






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VICE MAIL


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Liebes Vice Magazine,

ich habe gerade eure März-Ausgabe durchgeblättert und sie mal ein bisschen auseinandergenommen. Es war nicht der „FLASH!“-Modebericht mit all den Fotos von Mädchen, die nur lächeln und ihre Titten zeigen, der mir das Herz brach, sondern vielmehr die Tatsache, dass ihr den Artikel „Pinke Inderinnen“ so unverblümt in der gleichen Ausgabe vorangestellt habt. Nachdem ich Seite für Seite durch die beiden, auf den ersten Blick so verschiedenen Bereiche geblättert hatte, war ich überrascht, dass euch scheinbar nichts daran gelegen war, die enge Verknüpfung beider Themen aufzuzeigen.

Es ist echt verdammt einfach, einen Artikel über Frauen—weit weg, exotisch anmutend und offen unterdrückt—zu lesen und ihre Situation ernst zu nehmen. Es ist jedoch weitaus schwerer zu kapieren, dass die nachfolgenden „Sex Sells“-Seiten genauso widerlich sind.

Klar können wir diese Mädels auf irgendwelchen Titelblättern abbilden und behaupten, das sei „Kunst“ oder „Mode“. Die Aufmerksamkeit ist ja auch ziemlich cool, oder? Drauf geschissen! Lasst sie gefälligst selbst die Bilder machen. Wir leben im Jahr 2008, Baby. Wenn Männer heutzutage immer noch denken, sie wären die Chefs in Sachen Abwertung von Frauen, dann richtet ihnen aus, dass sie gefälligst aus dem Weg gehen sollen, denn das können wir nämlich auch selbst! Richtig?! Falsch.

Wie auch immer ihr es rechtfertigen wollt, die Bilder von „FLASH!“ zeichnen ein erniedrigendes Bild davon, was es heißt, eine Frau zu sein. Die Absichten waren ganz sicher harmlos, aber man muss nicht unbedingt die pinkfarbenen Stoffe sehen, um den Wolf im Schafspelz zu erkennen. Ihr informiert uns darüber, dass die Gulabi-Frauen um Bildungsmöglichkeiten kämpfen und zum Schweigen gebracht werden, wenn sie versuchen, Vergewaltigungen anzuzeigen. Ihr sagt, sie „hassen Männer und das zu Recht“, aber wo genau ist euer Pietätsgefühl bei der Sache?

Sorry Vice, vielleicht blase ich die Situation ja unnötig auf … Ach ja, ich hab ja auch Titten. Vielleicht hätte ich euch die einfach zeigen sollen.

Trotzdem Danke,

JUTTE BARTH
per E-Mail

Bla bla bla. Wir könnten jetzt die Uralt-Leier darüber runterbeten, dass Frauen freiwillig für Fotos posieren, weil es ihnen Spaß macht und sie es toll finden, diese Fotos abgedruckt zu sehen. Aber vergiss es einfach. Titten sind schön. Reicht das denn nicht? (Und ja, du kannst uns ruhig deine Titten zeigen. Wir haben dich bei MySpace ausgecheckt und du siehst ganz OK aus.)


ABTEILUNG „BRÜSTE SIND PFUI“
Liebes Vice,

ich find’s widerlich, wie sexistisch und ausbeuterisch euer Magazin gegenüber Frauen ist. Es ist beschämend und absolut idiotisch. Der Mangel an Hintergrundinfos zeigt nur allzu deutlich, über wie wenig Kreativität und Intelligenz euer Redaktionsteam verfügt. Aber ich geh mal davon aus, dass es auch zu viel verlangt wäre, von einem unabhängigen Magazin smarten Fotojournalismus zu erwarten. Fällt euch denn gar keine andere Perspektive auf die Jugendkultur ein, als die Sexualisierung junger Frauen, die man ohnehin jeden Tag in der Öffentlichkeit zu sehen bekommt?

KATRIN SCHÄFER
per E-Mail

Oh Mann, ihr Tanten seid echt unermüdlich. Also, werte Dame, wir haben nicht das geringste Fünkchen Schuldgefühl wegen der Fotos, falls du das meinst. Oh ja, und wir kennen sogar ’ne Lesbe, die es sich beim Anblick der Fotos selbst gemacht hat. Lässt dich das nicht gleich ein bisschen besser fühlen? Übrigens brauchst du uns deine Titten nicht zu zeigen. Wir haben dich auf MySpace abgecheckt und du bist nicht unser Typ.


VORSICHT: SELBSTGEFÄLLIG
Hallo Vice,

nun ist es doch passiert! Ein Vice-Reporter hat mal den Kopf aus seinem selbstverliebten Arsch gezogen und einen Artikel über ein Umweltthema geschrieben! Die Ironie der ganzen Geschichte ist jedoch, dass Vice ein anzeigenfinanziertes Konsummagazin ist. In eurem Heft geht es die ganze Zeit nur um coolen Konsum, Genusssucht und die ganze restliche Hipster-Scheiße … Was hat das zur Folge? Dass noch mehr dieser idiotischen Plastik- und Einwegkonsumgüter produziert werden, die ihr dann wieder wegwerfen könnt, als würden sie sich so in Luft auflösen.

Die von euch bei jeder Gelegenheit niedergemachten Hippies haben wenigstens versucht, eine positive Veränderung in der Welt zu bewirken. Sicher werden auch sie kläglich scheitern, aber wenigstens sind sie bemüht, ein paar Schritte in die richtige Richtung zu unternehmen. Nebenbei bemerkt, ist es wahrscheinlich auch verdammt schwierig für euch, all die Sachen rund um das Thema nachhaltige Entwicklung zu verstehen, denn das ist eben verfickt kompliziert! Sorry, aber leider lässt sich das nicht so einfach auf euer Schwachmaten-Niveau runterbrechen, so dass ihr’s wohl auch nicht in ein paar flotte Smalltalks für die nächste Party packen könntet.

NIKOLAS PALLUCH
per E-Mail

Ja, genau, Gott segne die Hippies dafür, dass sie versuchen „ein paar Schritte in die richtige Richtung zu unternehmen.“ Im Prinzip ist es egal, dass ihre einzige Errungenschaft darin besteht, neue Gene-rationen selbstgerechter BWLer zu zeugen. Immerhin haben sie es ja wirklich gut gemeint. Ein Fortschritt für die wäre ja schon, zur Abwechslung etwas zu tun, was andere Leute nett finden könnten.


VORSICHT: BEQUEM
Liebes Vice,

letzte Nacht schüttete es aus Kübeln und die Temperatur lag um den Nullpunkt. Ich fuhr mit dem Bus und irgendwann stieg dieses Mädchen ein. Sie hatte eine Pyjama-Hose, chinesische Schlappen und eine Daunenjacke an. Aus irgendwelchen Gründen weckten die Umstände die sorgende Großmutter in mir, sodass ich zu ihr sagte: „Um Himmels Willen, du trägst ja einen Pyjama!“ Daraufhin antwortete sie: „Fick dich! Das ist bequem.“ Aber es konnte eigentlich unmöglich bequem sein, es sei denn, sie hätte eine Jeans drunter gehabt, da ansonsten der kalte Wind ihre Beine getötet hätte.

Wie auch immer, irgendwie hat mich dass zu dem Gedanken ge-bracht, dass wir in der Welt des „bequemen Anziehens“ vielleicht einen Paradigmenwechsel vollzogen haben (zugegeben, ich war zu der Zeit bereits ziemlich besoffen). Das Mädchen mag „bequem gekleidet“ gewesen sein, aber vielleicht nicht so sehr im Sinne von „Sachen tragen, die sich gut am Körper anfühlen“, sondern vielmehr im Sinne von „Pyjamahosen sind immer bequem, auch mitten im Winter, wenn man sie durch Schneematsch schleift und so ein paar Extrakilo Straßendreck am Hosenbein rumschleppt“. Das ist ein bisschen das Phänomen der Punks, die irgendwann ihre Bondage-Hosen nicht mehr trugen, um zu schocken, sondern nur noch, weil Punks eben so was tragen. Genau genommen glaube ich, dass durch dieselbe Art von Entfremdung, durch die damals Punk entstanden ist, nun faule Leute ihre eigene Subkultur gebildet haben. Der Unterschied ist, dass sich nun gut gekleidete Leute und nicht die Mehrheit über einen lustig machen. Bald werden sie damit anfangen, ihren eigenen Musik-, Kunst- und Literaturstil zu schaffen.

Leute, die sich bequem anziehen, sind die neuen Punks und haben bereits ihr UK 82-Stadium erreicht … ihr seid dafür verantwortlich.

Denkt mal drüber nach,

CHRISTOPH POHL
per Post

Schreibt an VICE, Brunnenstr. 196, 10119 Berlin
oder an briefe@viceland.de
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