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DOS & DON'TS

When ugly girls are crazy and fun and slutty it makes them seem hot, but when they’re already pretty hot you have to summon the ON gods to be able to handle her.
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While other dads are sitting around the house with their genitalia falling out of their bathrobes this guy is meeting his daughter for lunch and giving her front-row Madonna tickets because he knows a guy who knows a guy.
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Magazin

VICE FASHION - KÜSSENDE PAARE
FOTOS: JONNIE CRAIG
STYLING: ALDE...
I WANT MY DVDS
TAKASHI MIIKE BOX-SET: AUDITION—VISITO...
GIB MAL DAS DEO RÜBER
Cloak/Dagger wechseln ihre Hosen nicht
COMICS VON JOHNNY RYAN
"CONGRATULATIONS, BOY-O! YE FOUND ME P...
GELIEBTES MONSTER
Die seltsame Odyssee des Alfred Chester
VIDEO GAMES KILLED THE RADIO STA...
CONDEMNED 2
Straßenschlägerei...
DURCH DAS WASSER WATEN
Zeichnungen von Marlene McCarty zu Baptis...
SLICE IT NICE
Im Hexenkessel mit Queen Of Swords





REVIEWS



WHY?

LOUIS XIV



FUCK BUTTONS

ROBOTS IN DISGUISE






ESTELLE
Shine
Atlantic
Angesichts der Tatsache, dass die Briten weiße Gesangsschülerinnen, die gelernt haben, wie schwarze Frauen zu singen, gegenüber echten schwarzen Frauen bevor-zugen, scheint uns der Umzug von Estelle in die Staaten eine sinnvolle Aktion zu sein. Dort kann sie immerhin versuchen, eine Mischung aus Jill Scott und Lily Allen zu werden. Allerdings kann man dem Yankee-Publikum auch ein Stück zu weit in den Arsch kriechen. Oder sind der ständige Regen und Big Ben wirklich das Einzige, woran sie sich aus ihrer Heimatstadt noch erinnern kann?

RICARDO DECAY


WHY?
Alopecta

PITBULL
The Boatlift
TVT Records
Es ist davon auszugehen, dass sich Michael Mann einen Koks verschiebenden Latino-Rapper namens Pitbull für Miami Vice ausgedacht hat, die Rolle dann aber ersatzlos gestrichen wurde, wobei alle vergessen haben, Pitbull zu sagen, dass es sich a) nur um eine Filmrolle handelt und b) der Dreh lange zu Ende ist. Nun hat er ein Album rausgebracht und es klingt, wie es klingen musste.

LT. CASTILO’S LAMENT

Das Fragezeichen fristet unter den Inter-punktionen in Bandnamen ein Schatten-dasein. Es fallen uns tausende Ausrufe-zeichenbands ein, aber nur wenige mit Fragezeichen. Früher hat Yoni Wolf dieses „WHY?“ in seiner Gegend an alle Wände getaggt, bis er realisierte, dass er mit einer Band gleichen Namens ein guter Lobbyist für Fragezeichen in Bandnamen sein könnte. Wir sind ganz froh darüber, die Welt hat einen durchgeknallten Streetart-Chaoten weniger und einen durch-geknallten, reimenden Weirdfolk-Chaoten mehr. Es gehen weniger Steuergelder für Gebäudereinigungen drauf und du hast mit Alopecta ein Album, das dich auch in zehn Jahren noch zum Nicken bringt, als würdest du sagen wollen: „Ja, das ist ein verdammt gutes Album!“

ORDNUNGSVERHÜTER






ROD MODELL
Incense & Blacklight
Plop
Hast du all die hyperlimitierten Echo-space-Platten verpasst aber trotzdem noch Lust auf Musik, die klingt, als ob du in einem Eisberg eingeschlossen bist, während in der Ferne alte Transistorradios vor sich hin brummen? Dann wird jetzt alles gut für dich, denn Rod Modell hat beschlossen, eine CD zu machen, die nicht innerhalb von fünf Minuten ausverkauft sein wird.

DAVE TECHNO


MIT
Coda
Haute Areal/Cargo
Normalerweise läuft es so: Du bist jung, voller Tatendrang und verrückter Ideen, suchst dir ein paar Leute, gründest eine Band, bringst ein paar Platten raus, die dich in den Rock’n’Roll-Olymp katapultieren, richtest dich mit Drogen und zänkischen, im Affekt geheirateten Supermodels zugrunde, über-schreitest die 30 (wenn du Glück hast), wirst einsichtig, belegst Yoga-Kurse, trommelst die Jungs von früher noch einmal zusammen und nimmst ein kryptisches Album auf, das niemand versteht. MIT sind dermaßen ehrgeizig, dass sie das überambitionierte, schlaumeiernde Alterswerk schon jetzt ver-öffentlichen. Das ist ein bisschen irritierend, schließlich sehen sie aus, als wären sie gerade 16 geworden.

ERIK H. ERIKSON




ROBOTS IN DISGUISE
We`re in the Music Biz
President
Unglaublich ausgeflippte Mädchen mit Airbrush-Krawatten zwischen den hän-genden Brüsten, mit marktschreierischer Vorbildfunktion und billigem Songwriting, haben in irgendwelchen DSL-freien Jugend-zimmern vielleicht noch eine Berechtigung. Kann allerdings auch sein, dass selbst dort zwischen den Le Tigre-, CSS- und Chicks on Speed-Postern kein Platz mehr ist.

DON GIOVANNI


ANAT BEN DAVID
Virtual Leisure
Chicks on Speed Records
Was für ein sonderbarer Tonträger. Man will sich übergeben aufgrund des ekligen Schwalles Artsy-Fartsy-Getue, das einem da entgegensuppt, aber irgendwie passiert einem dann das Gleiche wie dem Typen in Bad Taste, der die Alienkotze trinken muss: Entgegen aller Naturgesetze und obwohl sich der Körper nach allen Kräften wehrt kriegt man es doch irgendwie runter. Aber: Das macht die, die die Kotze fabriziert haben, natürlich nicht besser.

LORD CRUMB



BRIAN JONESTOWN MASSACRE
My bloody Underground
A Records/Cargo
Anton Newcombe ist ein großmäuliger Ex(?)-Junkie, trägt Cowboyhüte und Flohmarkt-Ponchos, spielt über 100 Instru-mente, prügelt sich mit seinen Fans und ist generell für jeden Scherz zu haben. Wir hatten dieses schrullige Kerlchen schon fast vergessen, seit er aufgehört hat, mit BJM alle zwei Monate ein neues Album zu veröffentlichen. Jetzt ist er wieder da, mit einem Album voller My Bloody Valentine-Anspielungen, wirren Weltmusik- und Psychedelic-Spinnereien und Songtiteln, die für immerhin fünf Sekunden lustig sind. So wie immer. Es ist kein gutes Zeichen, wenn selbst die Irren berechenbar werden.

SOME ANDY TALKING


THE BLACK KEYS
Attack and Release
Cooperative Music
Da hat sich mal wieder ein kleines Black Sabbath-Riff in einen Song, der eigentlich nach dem Beatles-Prinzip funktioniert, verirrt. Für fünf Sekunden aber gemahnt (was für ein widerliches Wort) die Band an die Auteurs, die einzige Band von der Insel, die jemals hörenswert war neben, entdeckt auch diese für euch, Arab Strap. Ihr versteht, was ich eigentlich sagen will?

MIMI CRY




GHENGIS TRON
Board up the House
Relapse
Nachdem ich die CD in den Player gelegt und auf Start gedrückt hatte, fing ich sofort unkontrolliert an zu bangen wie ein Duracell-Hase auf Kurzschluss. Die ersten drei Lieder war ich komplett in Ekstase. Beim vierten Lied ist dann einfach meine Anlage explodiert. Egal, geil.

IVAN DER SCHRECKLICHE


CAVALERA CONSPIRACY
Inflikted
Roadrunner
Es geht gut los. Max röchelt die erste Strophe als würde er Dead Embryonic Cells wiederbeleben. Größtenteils geht es auch gut weiter. Die neu entfachte Bruderliebe zwischen ihm und Igor leuchtet zurück in die Zeit, in der man mit Sepultura-Songs noch die Aufsicht bei der Klassenfahrt erschrecken konnte. Lange her. Zugegebener-maßen fallen sie immer mal wieder in bekannte Muster zurück und streuen irgendwelche sinnlosen Tribal-Fills oder Räucherstäbchensoli ein. Geschenkt, einen Alki kriegst du auch nicht in drei Tagen trocken. Im Prinzip sind wir nach diesem Album geneigt, über all den Mist, der nach Roots—OK, eigentlich war selbst Roots schon scheiße, also nach Chaos A.D.—unter den Namen Sepultura und Soulfly verkauft wurde, hinwegzusehen.

ANDREAS KISS HER


JENNIFER ROSTOCK
Ins offene Messer
Warner
Neulich in der Majorlabelkantine: „Das ist ja mal wieder zum Kotzen hier. Was ist das denn, verbrannte Bratkartoffeln oder Bills benutzte Abschminkpads?“ „Haha, der war gut. Machst’n nachher noch?“ „Keine Ahnung, LaFee-Autogrammkarten schreiben, wieso?“ „Lass uns doch mal wieder so’ne Ideal-Attrappe bauen.“ „Alter, wie oft denn noch? Irgendwann merkt es doch auch der letzte Idiot, wenn ihm immer wieder die gleiche Scheiße verkauft wird.“ „Kann sein, aber diesmal machen wir etwas entscheidend anders.“ „Was denn?“ „Wir stellen eine ans Mikro, die GUT aussieht.“ „So gut, dass uns sogar der Playboy bei der Promo helfen wird?“ „Genau. So gut.“ „Genial.“

NEUE DEUTSCHE GUMMIZELLE


THE INDELICATES
American Demo
Weekender Records/Indigo
Zwei nicht unbegabte Musiker und Poeten waren angetreten, um den Indierock aus seiner tiefen Krise zu retten. Dabei machten sie aber einen schwerwie-genden Fehler: Sie nahmen eine Indierock-Platte auf. Genau wie der Sudan, oder Deutschland im Dritten Reich, kann aber der Indierock nicht aus sich selbst heraus gerettet werden, sondern nur, indem alliierte Mächte bestehend aus Trashmetal, Avantgarde-Techno und No-Wave alles in Grund und Boden bomben. Beeilt euch, wir haben nicht mehr viel Zeit.

WINSTON CHURCHILL


LOUIS XIV
Slick Dogs and Ponies
Atlantic/Pineapple Recording Group
Louis XIV haben einige haarsträubend idiotische Texte, billige Melodien und einen Koffer voller Klischee-Riffs. Ihr gravierendster Nachteil ist allerdings das Würstchen von einem Sänger, der jeden einzelnen Ton rüberbringt wie ein 14-jähriger Junge, der gerade dabei ist „erwachsen zu werden“.

THE TENANT


BJÖRN KLEINHENZ
Quietly Happy And Deep Inside
Devil Duck
Ist es nicht irre witzig und subversiv, dass der eigentlich ja total nette Björn Kleinhenz seine neuen Songs alle auf einer geklauten(!) Akustikgitarre komponiert hat? Ich kann ihn förmlich vor mir sehen, wie er den gierigen Musikjournalisten unermüdlich und mit verstohlenem Grinsen diese Geschichte erzählt, damit sie über was anderes schreiben können, als über seine Musik. Die ist nämlich nicht so toll, das hätte ich auch noch hinbekommen, wenn mir nicht irgendein Arschloch vor kurzem meine Gitarre geklaut hätte.

CAPTAIN FUCK


22 PISTEPIRKKO
V(Well you know) Stuff we like Yeah!
Bone Voyage Records
Kein schlechtes Wort wird je über unsere Lippen kommen, wenn es um diese bedeutenden Finnen geht. Warum ist niemand sonst in der Lage, so eine sonderbar einlullende Mixtur der Rock- und Popkultur der letzten 50 Jahre und zwanglos eingesetzter Electronica anzubieten? Liegt es an der Unausprechlichkeit ihrer Muttersprache? Haben sie sich vorgenommen, dann wenigs-tens über ihre Musik, allverständlich für den Rest der Welt, die finnische Seele klingen lassen zu wollen? Oder ist es einfach nur Rock’n’Roll und ich mag es?

SINUSSA MAAILMAN KAUNEUS


BAUHAUS
Go Away White
Cooking Vinyl
Als ich neulich in einem Bauhaus-Shirt durch einen Club schlenderte, kam ein weggetripptes Mädchen auf mich zu und lallte: „Kommsssu grade vonner Schule oder wiehihihi?!“ Auf der einen Seite war ich beeindruckt, dass sich die Party-Arbeiter anscheinend noch nicht den letzten Rest Allgemeinbildung weggeschossen haben, auf der anderen entsetzt, dass sie die Band nicht kannte. Leider ist Bauhaus’ letztes Album kein bisschen mehr wert als der sinnlose 20-Sekunden-Monolog der Moment-orien-tierten, halbwissenden Schlampe.

PATENBRIGADIER




STEPHEN MALKMUS & THE JICKS
Real emotional Trash

FOALS
Antidotes
Warner
Warum ist eigentlich noch nie jemand auf die Idee gekommen, die kurze Haltbar-keitsdauer von Dance-Punk mit der Schlau-meierei von Math-Rock, Dub und Minima-lismus aufzufangen? Auf diesem Album klingt es, als könnte man damit einen Nobelpreis gewinnen und Mädchen ab-schleppen, die gleichzeitig belesen sind und keine Unterwäsche tragen.

JENNY STREICH


GRAND ARCHIVES
The Grand Archives
Sub Pop/Cargo
Auf manche Menschen haben Archive eine erotisierende Wirkung. Die in ausgeklügelten Ordnungssystemen einge-lagerte, geballte Informationsdichte macht sie geil. Die Tatsache, dass Archive meistens von Rentnerduft durchweht werden und am Empfang seit Beginn der Zeitrechnung vergilbte Damen mit Dutt sitzen, bereichert die Situation um eine weitere Möglichkeit, merkwürdige sexuelle Neigungen aus-zuleben. Keine Ahnung, was uns Grand Archives mit ihrem Namen sagen wollen, ihr Album enthält den heiligsten und unversautesten Harmonie-Pop, seit The Mamas And The Papas beim Schei-dungsanwalt saßen.

RETIREMENT HOMO


CORRECTO
Correcto
Domino
Der gute alte Danny Saunders weiß, wie man die Menge begeistert. Er nimmt einfach ein beliebiges Wort, hängt ein „O“ hinten dran und verwandelt es somit in etwas total Abgefahrenes. Überleg mal, wie langweilig Worte wie „perfecto“, „mondo“ und, äh… „sexo“ ohne diesen Kreis am Ende wären. Er hat sogar bei Domino unter-schrieben, verdammt! Außerdem bekommt er Extrapunkte für den mächtigen Satz „The tarmac has cooled“. Nicht viele Songs beinhalten das Wort „tarmac“. Hätte er „tarmaco“ daraus gemacht, wären wir jetzt völlig von den Socken.

CUL-DE-SAC


THE TEENAGERS
Reality Check
Merok/Beggars Group
Die Jugend ist ein amüsanter Lebensabschnitt. Du gehst durch eine Hölle aus Spontanerektionen, Minder-wertigkeitskomplexen und unkontrol-lierbarer Akne. Du weißt nicht, ob du dich nach deinem ersten Zungenkuss für unwiderstehlich halten oder dem Würgereiz nachgeben sollst. Irgendwann bewegst du dich weiter, erinnerst dich an deine Teenagerzeit mit gemischten Gefühlen aus Nostalgie und peinlicher Berührtheit. Wie dem auch sei. Die Jugend ist für das, was sie ist, ganz amüsant. Das heißt aber noch lange nicht, dass ein paar französische Twentysomethings deswegen ein kitschiges Synthiepop-Album aufnehmen und das Ganze dann unter dem Deckmäntelchen der Ironie verkaufen müssen.

BENJAMIN BRADDOCK


BLACK FRANCIS
SVN FNGRS
Cooking Vinyl
Es ist nun an der Zeit, eine lang verdrängte Wahrheit endlich auszu-sprechen: Die Pixies waren immer mindestens genau so scheiße wie die Cranberries oder U2. Dass dies in den meisten Hirnen anders abgespeichert ist, liegt an den Hype-Mechanismen der Industrie, denn die Pixies waren ein leider sehr erfolgreicher Feldversuch in Sachen Geschmacksmanipulation. Ansonsten hätte jeder klar denkende Geist sofort erkannt, dass es sich bei Black Francis um einen verbitterten, dicken, kleinen, zynischen Mann ohne besondere Begabungen handelt, dessen Humor nicht im geringsten geistreich ist, sondern nur allen auf die Nerven geht.

ZOMBIE OBEY


WHITE RABBITS
Fort Nightly
Fierce Panda
Es ist ein uralter urbaner Mythos, dass Jayne Mansfield bei ihrem tödlichen Autounfall der Kopf abgetrennt wurde. Das stimmt nicht. Genauso ist es Unsinn, dass Richard Gere sich Hamster in den Arsch schiebt oder Marc Almond mal mit zehn verschiedenen Sorten Sperma im Magen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Gleiches gilt auch für den Mythos, dass alle Bands, die sich harmlose, tussige Namen wie White Rabbits geben, automatisch scheiße sein müssen. Stimmt nicht.

REPULSION
Es gibt Theorien, die besagen, dass nachfolgende Generationen befreit sind vom seelisch-emotionalen Wirrwarr, der seit 50 Jahren die Halbwüchsigen wild und die Psychologen reich macht. Manche behaupten, Empathie und Sensibilität werden deswegen zugunsten von Abgeklärtheit und hoher sozialer Funktionalität schwinden. Alle bleiben dann immer cool, wissen zu jeder Gelegenheit einen guten Spruch und haben sich stets im Griff. Diese von sozialer Ökonomie geprägte Ära könnte den Untergang der Kunst bedeuten. Neben Klassik, Symmetrisch-Technoidem und Math-Rock wird es dann nichts mehr geben, außer denjenigen, die Rockmusik seit jeher als Satire gepredigt haben, wie Steve Malkmus.

IRONYBYRONNY






THEE SILVER MT. ZION MEMORIAL ORCHESTRA & TRA-LA-LA BAND
13 Blues for thirteen Moons
Constellation
Was aus der Verpackung nicht so richtig ersichtlich wird, ist, dass diese Platte sich in zwei Teile gliedert: Die ersten zwölf Tracks sind alle unter zehn Sekunden lang und bestehen aus ziemlich verstörenden Pfeif-geräuschen. Die letzten vier Stücke sind dafür brutal in die Länge gezogen und haben wohl den Anspruch, „richtige“ Songs zu sein, ganz so, als wollten sie den Nepp vom Anfang wieder gut machen. In Wirklichkeit sind beide Teile in etwa gleich gut.

HEINZ GRÜNDEL


THOMAS BRINKMANN
When Horses die…
MaxErnst
Minimal-Oberchecker Brinkmann geht ja mittlerweile stramm auf die Fünfzig zu. Höchste Zeit also, dem nahenden Verfall ins Auge zu blicken und ein düsteres Songwriter-Album aufzunehmen. Singen gehört zwar nicht gerade zu seinen Stärken, aber trotzdem, oder gerade deshalb, ist das Ding ziemlich bemerkenswert. Jetzt müsste bloß noch Nick Cave eine Clicks’n’Cuts-Platte machen, dann könnten wir euch endgültig verraten, wer von beiden die coolere Sau ist.

LEX LUTHOR


BABY DEE
The Robin’s Tiny Throat
Durtro Jnana
Da Current 93 in den letzten Jahren zu einem totalen Überflieger wurde, ist die Zeit jetzt wohl reif hierfür, zwei alte Alben plus eine EP, als Neuveröffentlichungen in einem Paket. Ich will jetzt nicht so tun, als ob ich diese Transgender-Braut schon gekannt hätte, bevor Antony und seine Gang auf dem Radar der freien Welt aufgetaucht sind, aber ich erinnere mich sehr wohl an ihre Beteiligung bei C 93s Black Ships ate the Sky, und wie ergreifend ich sie fand. Und Ergriffenheit ist auch hier das Stichwort, wenn ein Klavier und eine zitternde Stimme die alten Themen von Liebe und Verlust behandeln. Unerträglich traurig, aber auch unglaublich ergiebig, und lediglich der Gedanke, dass Ms. Dee klingt wie eine göttliche Reinkarnation von Tiny Tim, konnte meine Tränen zurückhalten.

TONY MOLESTER


FUCK BUTTONS
Street Horrrsing
ATP Records
Diese Platte hilft dir zurückzufinden. Sie hat mein Bewusstsein zermantscht, wie ich als Kind im Pferdestall eine Fliege, ganz langsam, aber ohne Sadismus, das erste Mal die Vergänglichkeit allen Lebens vor Augen führte, bereit, die Schönheit dieser Er-kenntnis zu akzeptieren. Aber Transzendenz ist ein aufgeregter Rappe: ein Huftritt vor den Kopf und ich war wieder bei Sinnen. Die Welt aber sollte danach nie wieder die gleiche sein. Bis heute.

MAXIM PILLER


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