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SLICE IT NICE

Im Hexenkessel mit Queen Of Swords

Foto von Ben Rayner

Liam Sparkes hat in London schon in mehr DIY-Bands gespielt, als es Blätter an einem durchschnittlichen Baum gibt. Egal ob Harry Stab, Human Bomb oder Drumize (mit Eye von den Boredoms)—Liam hat dort irgendwas gemacht. Am ehesten kennt man ihn vielleicht als irrsinnig schnellen, asthmatischen Drummer der Casio-Grindcore-Pioniere Trencher, und dafür, dass er dort die meiste Zeit überhaupt nicht mitspielen konnte. Neulich besuchte ich ihr allererstes Kon-zert, und da es aussah, als ob Liam und sein alter Plattenladen-Kollege John Macedo nur ein wenig Spaß haben wollten, hatte ich keine besonderen Erwartungen. Das folgende Durcheinander aus erdrückender Atmos-phäre und unbändiger Rhythmik veranlasste allerdings alle Anwesenden dazu, umgehend ihr Bier fallen zu lassen und nach dem letzten Ton den Raum zu verlassen, da sie sicher waren, gerade den Haupt-Act gesehen zu haben. Ein Irrtum.

Vice: Wie kamt ihr auf die Idee, ein Lap-top/Drum-Duo zu machen?

John Macedo (Laptop/Effekte):
Ich kenne Liam schon seit Jahren, und als ich mal ein Remix für eine B-Seite von Trencher gemacht habe, steuerte er ein paar Schlag-zeugaufnahmen bei. Ich jagte ein paar Synthies durch den Verzerrer und fertig war das Ding. So kamen wir auf die Idee, dass wir den Kern der Band bilden und mit anderen Leuten zusammenarbeiten könn-ten. Mark von Trencher und John von Palehorse haben mit uns gespielt, wir sind schon als Duo, Trio, Quartett und Quintett aufgetreten. Wir möchten auch gerne eine Queen of Swords Bigband machen, ein Orchester aus Drums und Synthesizern.

Faszinierend. Eure Musik klingt wie ein gerade abhebender imperialer Sternenzerstörer, mit einem Metronom im Hintergrund.

John:
Mir ging es darum, alte Elektronik und klassische analoge Synthesizer-Sounds mit Max/MSP und Digitaltechnik zu kombinieren, aber eher in einem Rockkontext. Es sollte klingen wie der ganze Scheiß, den ich so mag, wie Morton Subotnick, Burning Witch, Gasp, Can, Bastard Noise, Basic Channel.

Liam Sparkes (Drums): Ich denke, wir wollten einen apokalyptischen, über-wältigenden Sound erschaffen und eine Hommage an klassische Sci-Fi-Soundtracks. Hauptsache nichts Langweiliges. So was wie ein blubbernder Hexenkessel.

Was ist euer Lieblingsschwert?

Liam:
Ein Wilkinson Sword.

John: Er verschönert damit seinen Schnurrbart.

Liam, seit Neuestem tätowierst du auch. Was war der komischste Auftrag, den du bisher erhalten hast?

Eine Karikatur von Vincent Price, wie er „Go fuck y’self“ sagt. Und eine Eiswaffel, die eine Sonnenbrille trägt.

JENNIFER JUPITER
Queen Of Swords Debütsingle erscheint demnächst bei EyesOfSound.
myspace.com/queenofswordssound


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