|
|
DOS & DON'TS
RELATED ARTICLES
|
|||||||||||||||||||||||||||||
INSTANT-WISDOMJapanther brauchen nicht länger als eine Minute für die Wahrheit
Artpunks, Hippieskater, Zendudes ... du kannst von Japanther halten, was du willst, am Ende versohlen sie dir mit deinen Erwartungen den Hintern, bis du vor lauter Freude keine Luft mehr bekommst. Eben trifft man sie zum Interview und sie geben sich schüchtern und weise, dann drei Minuten später sind sie schwitzende Berserker auf der Bühne, die mit verdrehten Augen das entgeistert moshende Publikum einladen, ihre Schwänze in den Mund zu nehmen. Ja klar, noch so eine freakige Noisepunkband aus dem ach so verrückten Brooklyn. Sie sind aber viel mehr als nur das. Das ZweimannKunst- kollektiv macht nicht nur lärmenden Low-Fi-sound mit Kassettensamples aus amerikanischen TV-Serien, sondern kollaboriert ebenso gerne mit Synchronschwimmerinnen, riesigen kybernetischen Dinosauriern oder mit dir. Vice: Ist es schwer, die Menge mit nur zwei Jungs zum Kochen zu bringen? Ian: Es ist eigentlich viel leichter. Wir reagieren aufeinander, bevor wir etwas tun. Matt: Es ist ein Mittel der Vereinfachung. Ian: Bill und Ted haben gesagt, dass Zwei-Mann-Bands die Welt retten werden. Ich meine, seht euch doch nur mal Lightning Bolt und Silo an. Woher, außer aus schlechten Keanu Reeves-Filmen, bekommt ihr eure Inspiration? Ian: Wir haben viele unterschiedliche Lehrer. Leute wie Dan Graham, Penny Rimbaud und Gee Voucher von Crass. RoseLee Goldberg. New York ist großartig, weil wir so viele verschiedene Leute treffen können. Vermisst ihr das, wenn ihr auf Tour geht? Matt: Ja, auf unseren Fahrrädern durch New York zu fahren ist, wie mit einer Zeit-maschine zu reisen. Es ist kulturell so dicht wie tausend Welten. Ian: Aber du musst aus New York ver-schwinden, um es wirklich vermissen zu können. Da kann es zum Beispiel eine Ecke geben, die immer nach Pisse stinkt, aber du vermisst sie irgendwie, wenn du nicht jeden Tag daran vorbeiläufst. Gibt es irgendeine Botschaft hinter Japanther? Ian: Unser Freund Clarence, der Native American ist, sagt, dass es im Erdboden sieben Gesichter gibt und dass wir der Tochter unserer Tochter unserer Tochter unserer Tochter etwas geben müssen, wenn sie irgendwann zu uns kommt. Aber wir können nur sagen: „Fick dich! Wir haben das ganze Öl schon verbrannt.“ Gibt es da nicht einen Widerspruch zwischen der Botschaft und dem Punk-Ethos eurer Musik? Matt: Das ist das Gleiche wie mit den beiden Seiten der Skateszene. Skate & Destroy gegen Skate & Create. In New York und Kalifornien ist es wegen dieser Skate & Destroy-Tradition wirklich schwer, gute Spots zu finden. Sie haben ihre eigene Szene zerstört. Was ist an eurer Version von Punk anders? Ian: Na ja, wir sind in den letzten paar Jahren reifer geworden, aber wir versuchen immer noch, sehr schnell zu bleiben. Einminütige Songs spiegeln genau wieder, wie sich das Leben abspielt, und nur genau so lange kannst du auch die Aufmerksamkeit der Leute beanspruchen. Matt: Die Kids werden immer schneller und schneller. Ich habe einem Jungen in L.A. erzählt, dass ich in einer Punkband spiele und er war wirklich nicht beeindruckt. Ihre Szene ist Thrash. Thrash ist schneller als Punk und schneller ist besser. ANNIKKI HEINEMANN Japanthers Skuffed up my Huffy ist bei Menlo Park Recordings erschienen. www.myspace.com/officialjapanther
| ||||||||||||||||||||||||||||||