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They can repeat any dialogue from any DVD boxset ever released in the history of sitting on the couch and merging disgustingly into the same sweaty delivery pizza sweating, cat litter stinking, 8 years into this and still no kids, crazed relationship of a catastrophe of disappointment. Comments/Enlarge | See all


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CRAZY GLU - PART 1

Jessica Gysel weiß, dass du lesbisch bist

INTERVIEW VON AMY KELLNER




Du weißt schon, dass Gays „normale“ Leute für ihren Club rekrutieren, oder? Natürlich. Klar. Sie tun es. Und das Girls Like Us Lesbian Quarterly ist die perfekte Werbebroschüre, um coole junge Frauen auf die dunkle Seite zu locken. Es ist eigentlich ein recht klassisches Magazin: viele Interviews mit lesbischen Ikonen und massig Fotos von heißen und irgendwie merkwürdigen Girls. Gelesen wird es von intelligenten, kunstbegeisterten Frauen, die der Meinung sind, dass das L in The L Word für LAHM steht.

Zusammen mit der Grafikdesignerin Kathrin Hero startete Jessica Gysel 2005 das GLU. Herausgegeben wird es von Sophie Mörner, die auch für das das wirklich schöne Fotomagazin Capricious verantwortlich ist. Diese Frauen sind alle Holländerinnen. Warum sind holländische Lesben alle bloß so cool? Aber halt, Sophie ist ja Schwedin! Schwedische Lesben sind also auch cool! Sagen wir einfach, dass alle Lesben aus anderen Ländern cool sind und wir ihnen nicht mal ansatzweise das Wasser reichen können, OK? OK!

Wir haben die Lesbe Jessica auf ihrem Lesben-Telefon in Lesben-Amsterdam angerufen, um ihr ein paar Fragen zum GLU zu stellen und am Ende hat sie auch uns für ihren Club rekrutiert! Jetzt sind wir 100% lesbisch. Danke Jessica! Wir sehen uns auf der nächsten Lesbenparty!

Vice: Wie begann das GLU? Zuerst hast du ja an einem anderen Magazin, dem Kutt, ge-arbeitet, oder?

Jessica Gysel:
Die Typen vom Butt Magazine, Gert Jonkers und Jop van Bennekom, sind gute Freunde von mir. Kurz nachdem sie Butt gestartet hatten, waren wir zusammen essen und sie meinten scherzhaft, dass wir eine weibliche Version von Butt mit dem Namen Kutt starten sollten, da „kut“ auf holländisch „Fotze“ heißt. Eine Zeit lang hat es wirklich Spaß gemacht, aber es war nie was Ernsteres. Letztendlich war es nicht das, was ich machen wollte. Die Leute verglichen uns zu sehr mit dem Butt. Außerdem wollten Gert und Job, dass wir die Ästhetik aus dem Butt übernehmen. Sie stellten sich ein Lesben-magazin mit so einem Heavy Butch Dyke-Lederimage vor.

Stimmt, im Butt dominiert dieses speziell schmierig-künstlerische Machosex-Ding.

Als das Butt rauskam, waren die schwulen Medien schon sehr Mainstream. Es war einfach für sie, diese Nische zu besetzen und ihr eigenes Ding zu machen. Aber für uns Lesben war das total anders. Ich dachte irgendwie, dass Lesben mehr Glamour vertragen könnten, weil wir eh schon so in die Ecke gedrängt werden. Ich meine, Kutt war schon gut, aber GLU ist ein bisschen ausgereifter. Die ganze Sache ist besser durchdacht.

Wie wählst du die Sachen aus, die ins Magazin kommen? Was sind die Kriterien?

Ich möchte einfach einen guten Mix aus alten, jungen, berühmten, nicht berühmten Main-stream-Leuten—wie zum Beispiel Leisha Hailey—und unbekannten Menschen.

Und es sind immer Frauen?

Ja. Wir haben keine Männer in unserem Magazin.

Niemals keine Männer nicht?

Nein. Aber in der nächsten Ausgabe erscheint ein Interview, das ein Typ für uns gemacht hat. Außerdem haben wir in früheren Ausgaben Fotos von männlichen Fotografen wie Richard Kern und Wolfgang Tillmans verwendet.

Also ihr habt Männer, die für euch foto-grafieren und schreiben, aber es dreht sich eigentlich immer um Frauen?

Genau. Ich glaube sogar, dass Männer das Gespür dafür haben, was eine lesbische Identität ausmacht. Vielleicht weil sie objektiver an die Sache herangehen. Vielleicht sind sie auch einfach nicht so merkwürdig ... ups, ich muss aufpassen was ich sage, sonst klinge ich womöglich noch wie eine Lesbenhasserin. Aber du verstehst, worauf ich hinaus will?

Klar, Lesben können sensibel reagieren, wenn es um „Identität“ und all dieses langweilige Theoriezeug geht und dadurch will man sich ja nicht unbedingt einschränken lassen.

Richtig. Ich bin für mehr Offenheit. Einmal hatten wir ein Cover von Richard Kern. Kurz darauf bekam ich haufenweise E-Mails von Leserinnen im Stil von: „Ich kann einfach nicht glauben, dass du mit dem zusammenarbeitest. Ich kenne mindestens zehn lesbische Fotografinnen, die den Job genauso gut gemacht hätten.“ Und ich antwortete nur: „OK, dann lasst mal sehen, denn das glaube ich euch nicht!“

Ich verstehe schon, dass einige Lesben nicht gut auf Richard Kern zu sprechen sind und deswegen tierisch Alarm schlagen. Welche sind im Moment deine lesbischen Lieblings-künstlerinnen?

Na ja, das ist gar nicht so einfach, weil sich viele von ihnen nicht outen. Zum Beispiel XXX [berühmte Künstlerin, deren Namen wir nicht nennen dürfen]. Sie war hetero, ist jetzt aber mit einer Freundin von mir zu-sammen. Allerdings wird sie es wohl nicht zugeben, so dass ich sie niemals im GLU interviewen kann. Und eine andere Freundin von mir geht mit YYY [eine einigermaßen berühmte Musikerin, deren Namen wir leider ebenfalls nicht nennen dürfen!] aus und es ist die gleiche Geschichte.

Wow, das ist ja mal guter Tratsch! Vielleicht ist es schwieriger, eine lesbische Szene zu definieren, weil Mädels (wie wir, har har har) so wankelmütig sind.

Ich bin auch der Meinung, dass die Szene nicht so sexy ist, so dass die Leute nicht mit ihr in Verbindung gebracht werden wollen. Oh Mann, ich schaufle mir wahrscheinlich gerade mein eigenes Grab.

Ich hör dir zu, Schwester…

Und es ist verdammt schwierig, Werbe-kunden zu finden, mal abgesehen von American Apparel, die uns von Anfang an unterstützt haben. In letzter Zeit habe ich mit Nike und diesen ganzen Marken gesprochen und alle sagen: „Lesben verkaufen sich nicht.“ Schon gar nicht unser Lesben-Typ, weil wir nicht der Lippenstift-Lesbe aus The L Word entsprechen.


CONTINUED
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