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ASBEST-PARTY

The Death Set spielen überall

Foto von Tod Seelie

Ich liebe Baltimore. Das ist etwas komisch, denn ich war noch nie dort. Aber in meiner Fantasie ist es ein exotisches Wunderland voller halb verfallener Lagerhallen, in denen die Opfer aus Edgar Allan Poes Erzählungen herumirren, umgeben von ambitionierten Bauprojekten wie man sie in The Wire sieht und den Klängen alter Gram Parsons-Platten aus heruntergekommenen Hafenspelunken.

Aber auch, wenn das alles gar nicht stimmt, wäre Baltimore immer noch einen Besuch wert, denn alle Musik, die aus dieser Stadt hervorgeht, ist originell, unterhaltsam und macht Spaß. Vielleicht liegt es an den niedrigen Mieten, dem Gemeinschaftsgefühl oder der Fülle an Kunstschulen, oder einfach an all den talentierten Leuten, die gerade dort leben. Auf jeden Fall kann man schlecht was gegen eine Stadt sagen, die so vielseitige und interessante Acts wie Dan Deacon, Spank Rock, Double Dagger und Cass McCombs hervorgebracht hat. The Death Set kamen als australische Outsider nach Baltimore und wurden umgehend von der schrägen, hyperaktiven Mixtur aus Clubkultur, Punk, und Wham City-Szene aufgesaugt. Stell dir vor, die Video Hippos würden Fascist Fascist-Cover spielen, und zwar auf Liveshows, die den Gebäuden in der Umgebung irreparable Schäden zufügen. Für eine Band, die die Libertines wie die Dire Straits aussehen lässt, wenn es darum geht, eine konkrete Show abzuliefern, haben Johnny Siera und Beau Velasco mit The Death Set schon eine beachtliche Anzahl an 7inches auf Labels wie Super Busy Bodies und Every Conversation veröffentlicht.

Vice: Gibt es in Baltimore eine Art Hie-rarchie, mit Dan Deacon als altem König, Spank Rock als Hofnarren und Ponytail als Minnesänger?

Johnny Sierra (Gitarre, Bass, Samples etc.):
Als ich das erste Mal nach Baltimore kam, wohnte ich direkt neben dem alten Wham City. Wir spielten dort ab und zu Shows und ich traf Dan und die ganzen Leute. Spank Rock habe ich durch unsere Freundin Emily Rabbit kennengelernt, die auch unsere erste EP rausbrachte. Es gibt zahlreiche Ver-bindungen zwischen uns allen. Mit Ponytail waren wir auf Tour, ich wohne mit ihrem Drummer zusammen und habe ihr letztes Album gemastert. Nole von Double Dagger macht unser Artwork und man hilft sich gegenseitig. Das ist echt nett.

Ihr spielt eure Konzerte vor der Bühne und die Leute rasten komplett aus. Wart ihr mal bei einer Show von Lightning Bolt und habt euch das dort abgeschaut?

Ich sah The Power Of Salad zum ersten Mal, als ich noch in Australien lebte und fand ihn sehr inspirierend. Dann spielten wir eine Tour, bei der es keine Bühnen gab und fanden es cool, direkt in der Menge zu stehen. Die Reaktionen darauf sind ziemlich gut. Vor einnigen Monaten spielten wir mit Dan in einem Keller in Brooklyn, die Leute waren so überhitzt, dass sie reihenweise vor die Tür gerannt sind, um zu kotzen. Außerdem hängten sich die Kids an die Wasserrohre an der Decke und weil die mit Asbest abgedichtet waren, hatten wir hinterher alle einen sehr grotesken Ausschlag. Unsere Haut war tage-lang mit einer dünnen Glasschicht überzogen.

In welcher Soap spielt Alan Dale besser: OC California oder Nachbarn?

Da müsste ich erstmal die Google-Bildsuche befragen. Es wäre schlimm, wenn ich das wüsste. Nicht alle Australier schauen Nachbarn, weißt du?

JIMMY JAMJAR
The Death Sets Worldwide erscheint auf Counter Records.
myspace.com/thedeathset


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