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DOS & DON'TS
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VIDEO GAMES KILLED THE RADIO STAR - PART 1![]() Kane & Lynch Publisher: Edios Plattform: Xbox360/PS3/PC Genre: It-Game Im Leben eines Menschen gibt es diese Hundstage: Tage an denen alles schief läuft und das Leben dir den gestreckten Mittelfinger zeigt. Wir kennen sieTage, an denen du aufwachst, Sputum spuckst, dich selber röcheln hörst. Zu allem Übel liegt neben dir auch noch eine hässliche Frau, weil du dich gestern wieder einsam gefühlt hast. Aber weißt du was? Sei froh, dass dein nur Leben beschissen aber nicht versaut ist. So wie beim Protagonisten aus Kane & Lynch: Dead Men, der schon bessere Tage erlebt hat. Kane sitzt in der Todeszelle und wartet darauf, von seinem verpfuschten Leben erlöst zu werden. Während eines Gefangenentransports nimmt sein Schicksal eine Wendung. Seine alte Gang, mit dem wenig glamourösen Namen The Seven, befreien ihn aus dem Polizeigewahrsam, um ihren ehemaligen Söldner in eine letzte Mission zu schicken. Er soll die Beute wiederbeschaffen, mit der er sich vor seiner Auszeit in der Einzelhaft aus dem Staub machte. Ansonsten muss seine Familie dran glaubenseine Zeit ist in jedem Fall abgelaufen. Als Anstandsmädchen stellen sie ihm dem Psychopathen Lynch an die Seite, der unter totalem Kontrollverlust und einem ausgeprägten Hang zum Tourette-Syndrom leidet. Lynch ist der größte Wichser, den es je in einem Videospiel gab. Er erschießt wahllos Geiseln und nervt mit seiner kindlichen Unbeholfenheit. Selten war ein Sidekick ein größerer Klotz am Bein als dieser Unsympath Lynch. Damit ist er eine echte Neuerung im sonst so innovationsarmen Actiongenre. Jedoch eine Innovation, die nervt. Denn manchmal wünscht man sich Schwuchtel-Luigi herbei, der bei all seiner Tuntigkeit wenigsten einen souveränen Auftritt in Sachen Gameplay hinlegt. Genau das fehlt diesem Spiel. Die blutgetränkte Geschichte wird zwar gut erzählt und definiert den Begriff Härte von Killerspielen völlig neu, sodass selbst Günther Beckstein seine Polemik zu dem Thema im Halse stecken bleiben dürfte. Dennoch ersticken die großen Egos von Kane und Lynch sämtliches Empathieverhalten des Spielers für seine neuen Lieblinge. Vielleicht ist es das Konzept. Das Spiel ist in manchen Momenten zwar eine grandios inszenierte Hartz-IV-Variante von Gears Of War, dem es aber wegen seiner Coolness an Seele fehlt. Zudem schwankt die Optik extrem zwischen Welt- und Kreisklasse, sodass sich NextGen-Grafikhuren einen neuen Pimp suchen müssen. Vielleicht einen, dessen Haut der Charaktere nicht die Spuren und Geschichten alternder Transvestiten erzählt. Am Ende reicht es eben nicht, originelle Charaktere mit dicken Waffen in einen virtuellen Amoklauf zu schicken. Sogar Lichtgestalt Mario würde hier eine denkbar schlechte Figur machen, wenn er seine Peach mit Bazooka und Schrotflinte aus den Händen des Gangsters Bowser befreien müsste. Kane & Lynch: Dead Men leidet an zu viel Schwanzgehabe und einem Mangel an Fantasie. So manches Mal fehlen dem Spiel nur Nuancen, um es einem recht zu machen; vielleicht will es das Spiel aber auch nicht, sondern einfach nur querpissen und den Charakteren, samt Spieler, einen echten Hundstag bescheren. Wenn also der Produktionsgrund eines Videospiels die virtuelle Erfahrung des beschissenen Tages ist, kann ich nur sagen: Mir hat es den Tag versaut. Ich habe schlechte Laune und fühle mich, wie oben beschrieben. Eine klare Kaufempfehlung geht somit an Querulanten, Misanthropen und alle, die schon immer wissen wollten, wie man es sich mit einer ausgeprägten Schizophrenie so richtig schön gemütlich machen kann. LUTZ SCHRAMM ![]() Universe at War: Angriffsziel Erde Publisher: Nintendo Plattform: PC, Xbox360 Genre: Trash Kennt ihr diesen Traum: Ihr schreitet als mächtiger Alien-Kampfroboter über die Erde und vernichtet alles, was euch im Weg steht? Kennt ihr nicht? Ich auch nicht, aber wenn jemand „ja“ gesagt hätte, müsste ich mir ernsthaft Sorgen um eure geistige Gesundheit machen. Wenn euch so was aber gefällt, werdet ihr Universe at War lieben, zumindest wenn genug Nerd in euch steckt, um die komplexe Echtzeitstrategie dahinter zu verstehen. Lustig sind vor allem die ersten Level, in denen ihr mit den letzten menschlichen Streit-kräften gegen den außerirdischen Gegner kämpft und der euch knackig den Hintern versohlt. Dabei taucht hier der wohl hässlichste Charakter seit vielen Jahren in einem Videospiel auf. Außerdem: wirklich beeindruckende Gegner, die mit ihren 30 Meter hohen Kampfrobotern und Säurestrahlen einem Krieg der Welten alle Ehre machen. Zum Glück müsst ihr nicht die ganze Zeit mit den Menschen spielen, sondern schlagt euch irgendwann auf die Seite der Invasoren. Storymäßig an Trash kaum zu unterbieten. Universe at War ist echter Nerd-Shit, der mit seinem ausbalancierten Teams und seinen einfallsreichen Gegnern für viele spannende, einsame Stunden in eurer Zockerbude sorgt. Noch mehr Nerdcore von Kristian Metzger gibt es unter www.eurogamer.de ![]() Pokemon Battle Revolution Publisher: Nintendo Plattform: Wii Genre: Final Fight Peking 2008, die Olympischen Spiele. Taubsi vs. Traumato. Ein Teckle kommt zum Einsatz. Taubsi taumelt. Das Publikum tobt. Sollte noch ein einziges Pokemonspiel erscheinen, setzen wir uns dafür ein, dass es olympische Disziplin wird. Das ist eine Drohung! CONTINUED VIDEO GAMES | 1 | 2 |
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