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DOS & DON'TS
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WILD AMERICA - PART 2Von Wells TowerDas Wäldchen bestand zum Großteil aus Eichen und Kiefern, die von regelmäßigen Brandrodungen angekohlt waren und an denen sich trotzdem schon wieder Glyzinen und giftiger Efeu hochrankten. Auf der Suche nach einer geeigneten Kiffstelle verließen sie die weiten Kieswege, die von den Leuten zum Reiten benutzt wurden und begaben sich auf die geheimeren Pfade, die sich durchs Dickicht und das dornige Unterholz schlängelten. Jacey und Maya waren in vergangenen Sommern oft hier herumgestreunt und Maya führte sie durch die versteckten Pfade. Wie toll es doch war, dachte Jacey, dass ein Teil von Maya sich noch an diese Orte erinnerte, obwohl es drei Jahre her war, dass sie das letzte Mal zusammen hier waren und sie nicht mehr die engen Freundinnen von einst waren. Leander schien es nichts auszumachen, dass der Schlamm seine Tiroler Schuhchen versaute oder sich ein paar Strähnen aus dem Pomadehelm befreit hatten und im jetzt im Gesicht hingen. Man konnte nicht zu dicht neben ihm herlaufen, weil er mit dem Wanderstab, den er gefunden hatte, im Vorbeilaufen wild gegen die Büsche schlug. Er begleitete die Schläge mit leisen Lasergeräuschen (Pchau! Pchau!). Die Wanderung dauerte länger als geplant. Maya schien wohl den Joint vergessen zu haben und verlor sich in einer Darbietung ihrer Gebirgskenntnisse, indem sie Jacey und Little Buttons beibrachte, wie man Wilden Ingwer, Holunder, Austernpilze und Sassafras erkennt. Sie fand einen Rehkiefer und riss ein paar der Backenzähne heraus, um sie den beiden als braune Andenken an den Ausflug zu übergeben. Jacey trudelte hinter ihnen her und verlor Leander und Maya gelegentlich zwischen den Büschen aus den Augen. Es nervte sie zu hören, wie Buttons versuchte Maya mit seinem eigenen rudimentären Outdoor-Wissen zu beeindruckenvon der mystischen Länge der Pfahlwurzeln der Weihrauchkiefern, über Informationen zu Schwefelkies und Pfeilspitzen, bis hin zu der Frage, wie man mit Geduld und Brotkrumen Krähen zähmen kann. Jacey war fast in Weißglut, als sie schließlich an ihrem Rastplatz ankameneinem kleinen Felsenvorsprung mit Blick auf den Hauptweg und den braunen Bach am Boden der Schlucht. Wachsige Rhododendronblätter bildeten eine dicke Trennwand zwischen ihnen und dem Pfad. Die Jogger und Reiter zogen auf dem Pfad vorbei, ohne sie zu sehen. Keiner bemerkte die Teenager, bis ein jüngerer Mann mit zerzausten Haaren und einer alten Thermojacke zufällig den Pfad hinabkam. Er hielt an und lugte durchs Gebüsch. Er hob einen imaginären Hut und schlenderte zum Bach hinunter. Sie sahen ihm zu, wie er seine Jacke, sein Hemd und die Stiefel auszog und sich, wie ein Indianer, auf der großen Insel aus braunem Gestein in der Mitte des Baches niederließ. Als der Mann verschwunden war, zog Maya den Joint aus ihren Shorts. „Das wird dir gefallen“, erklärte Maya Leander und leckte und zwirbelte das Papier, bevor sie es anzündete. „Es gibt einem ein ganz mildes High im Kopf. Es ist nicht so ein körperliches High.“ „Rauchen wir das Ding jetzt, oder reden wir nur drüber?“, kläffte Jacey, die erst zweimal Marihuana probiert hatte und nie was dabei gemerkt hatte. „Was ist denn mit dir los, Jacey?“, fragte Maya. „Nichts. Mir ist warm. Meine Beine jucken.“ Jacey kratzte sich wütend am Bein, während Maya sie anstarrte. „Das geht mir auch immer so“, sagte Maya. „Vor allem, wenn ich mich lange nicht bewegt habe.“ „Ich bewege mich aber“, wetterte Jacey. „Ich gehe viermal die Woche schwimmen.“ „Ist doch toll“, sagte Maya. Sie hielt Leander den Joint und ein kleines Päckchen Streichhölzer hin. „Ein Schwimmer schwitzt in einer Stunde vier Liter“, sagte Leander. „Mein Bruder arbeitet in der Schwimmhalle im Gemeindezentrum. Sie müssen die ganze Zeit Chemikalien reinschütten, um es unter Kontrolle zu halten. Hier, Jacey.“ Sie nahm den Joint und sog vorsichtig ein wenig Rauch in ihre Wangen, bevor sie den Joint an Maya weitergab. Diese nahm einen langen Zug und ließ sich in den Schatten der Rhododendren zurückfallen. Sie streckte träge die Hände in den Himmel und begann mit einer Art Atemübung. „Wisst ihr, was ich wirklich liebe?“ fragte sie. „Ich liebe den Geruch, diesen tollen vergammelten Geruch. All diese Pflanzen, die hier draußen jahrelang Sonne und Regen aufgesaugt haben, und so weiter; und jetzt verwesen die Blätter und gefällten Bäume wieder zu Erde und atmen diese ganze Energie zurück in die Luft. Man riecht buchstäblich die Sommer von vor fünf, zehn oder hundert Jahren und die ganze Energie, die jetzt wieder frei wird. Ich kann es nicht erklären. Es ist traurig, aber es ist auch wunderschön.“ „Ich weiß, was du meinst“, sagte Leander. „Weißt du, was ich noch liebe?“, fragte Maya. „Käsechips?“, sagte Jacey, um die von Maya gesponnene Sinnlichkeit im Keim zu ersticken. „Ein Pringle-Chip“, sagte Leander Buttons. „Ein Pringle-Chip ist ein konvexer Paraboloid.“ Was auch immer Maya noch liebte, schien sie vergessen zu haben, als der hemdlose Typ unten am Bach sein Kofferradio aufdrehte und der Klang einer soften Jazzband dumpf durch die Bäume hindurch zu ihnen hinüber waberte. Die Musik half Maya auf die Beine. Sie ließ ihre Hände durch die Luft gleiten und kreiselte mit den Hüften. „Steh auf, Jacey. Komm und tanz mit mir.“ „Das werde ich bestimmt nicht tun.“ „OK, Stänkerliese. Leander. Steh auf. Komm her. Du hast keine andere Wahl.“ Leander ließ sich von Maya nervös aber freudig nach oben ziehen. Sie schlängelte sich vor ihm hin und her und Leander stolperte ihr mit irgendwelchen Schattenboxen-artigen Bewegungen hinterher. Sein Kopf wackelte dabei hin und her, während sein Blick von hier nach da huschte, weil er sich nicht entscheiden konnte, auf welchen Körperteil er seinen Blick am besten richten sollte. Das nächste Lied begann; es war ein Walzer. Maya zog Leander an sich und führte ihn den Felsvorsprung auf und ab. Er grinste dämlich. Er quetschte seine Hände in den schmalen Spalt zwischen Mayas Hemd und ihren Shorts und ließ sie dort liegen. Jacey spürte wie die Wut in Wallungen aus ihr aufstieg, wie ein Hitzeflimmern über einer heißen Straße. Das erste Mal, als Maya Leander in einer wettbewerbsreifen Verbeugung über sich zog, konnte sie sich noch zusammenreißen, aber beim zweiten Mal schoss die Wut aus ihr hervor. „OK“, schrie sie, „wir wissen jetzt, dass du tanzen kannst. Wir haben es verdammt noch mal kapiert, Maya. Du kannst dich jetzt wieder hinsetzen.“ Leander und Maya hörten auf zu tanzen, ließen einander aber nicht los. Maya verzog ihren Mund zu einem spöttischen, angedeuteten Lächeln. „Mein Gott, was ist denn nur los mit dir?“, fragte sie. „Ich hab dich doch gefragt, ob du tanzen willst und du hast nein gesagt. Was willst du also?“ „Ich will gar nichts“, sagte Jacey und stand auf. „Tanzt soviel ihr wollt. Oder, noch besser, warum geht ihr nicht gleich irgendwo hin und fickt? Ich mein’, es gibt hier ja ausreichend Büsche und Sträucher, in denen ihr beide rumficken könnt.“ Maya schnappte schockiert nach Luft und ließ ihre Arme von Leanders Schulter fallen. Leander kicherte nervös. Jacey sprach weiter. „Ja, hast du Lust, Leander? Sie würde es echt machen. Sie ist ’ne ziemliche Nutte. Sie hat da so ’nen Typen in Charleston, den sie nicht mehr ficken will, weil sie kurz davor ist diesen anderen Typen zu ficken. Ihren Lehrer oder so was. Aber den kann sie noch nicht ficken, weil er zu alt ist und es gegen das Gesetz wäre, obwohl sie es gerne will.“ Mayas Gesicht sank fassungslos in sich zusammen, als wäre unter ihrer Gesichtshaut irgendein wichtiger Spannfaden gerissen. Ihre Kinnlade hing soweit nach unten, dass man ihr eine Mandarine hätte in den Mund schieben können. Was auch immer Maya als Nächstes von sich geben würdeJacey wollte es nicht hören. Sie stürzte durchs Unterholz davon und fing erst an zu heulen, als sie am Bach angekommen war. Heiße Tränen strömten aus ihren Augen. Aus Furcht, dass Maya und Button sie von ihrem Auskuck aus sehen konnten, schluckte sie die Tränen aber rasch runter und wusch sich ihr verklebtes Gesicht im Bach. Alles, was sie jetzt tun wollte, war in das nachmittägliche Dämmerlicht des Hauses ihrer Mutter zurückzukehren, Fernsehen zu kucken und dabei mit Cheddar und einer Scheibe saurer Gurke belegte Cracker zu essen. Aber um nach Hause zu kommen, musste sie an dem Platz vorbei, wo sich Maya und Leander versteckten. Sie wollte nicht, dass sie sahen, wie sie nach Hause ging, und um sich einen letzten Rest Würde zu bewahren, wanderte sie also am Bach entlang und versuchte dabei beschäftigt und entspannt auszusehen. Sie lief den Bach entlang auf und ab. Sie ließ Kieselsteine übers Wasser hüpfen. Sie strich über Flechten und hockte sich hin, um Krebse zu beobachten, was sie aber nicht im Geringsten beruhigte. Unweit des Felsvorsprungs hielt sie inne, um den hemdlosen Mann, der sich auf der Steininsel ausgestreckt hatte, anzusehen. Er hatte immer noch das Radio an und lag mit geschlossenen Augen glücklich wie eine Katze in der Sonne. Sie sah ihm zu, wie er eine grüne Bierflasche an seinen Mund führte, sie austrank und in den Bach legte. Die Flasche hüpfte in der Strömung albern auf und ab und blieb ein Stück flussabwärts in einem Bausch aus grauem Schaum stecken. Er tastete nach der nächsten der in Reichweite seiner Hand in einem Wasserloch vor sich hinklappernden Flaschen, öffnete sie und nahm einen Schluckund das alles ganz ohne die Augen zu öffnen. Es war schon bewundernswert, dass einige Leute nur mit ein paar heißen Steinen, Bier und einem billigen Radio eine gute Zeit haben konnten. Jacey dachte, dass es vielleicht nett sein könnte, sich mit ihm zu unterhalten, oder wenigstens hallo zu sagen, aber er lag einfach weiter in der Sonne. Die Minuten vergingen und Jacey konnte spüren, wie Maya und Leander sie anstarrten und zusahen, wie sie wie ein Idiot am Ufer herumtrödelte. „Hey!“, rief sie ihm zu. Der Mann hob den Kopf, um zu ihr rüberzusehen, wobei seine Bauchmuskeln hervortraten. „Hallo da drüben“, sagte er gähnend, blinzelte mit den Augen und schob sich die Fäuste unter den Kopf, damit er seinen Bauch nicht länger anspannen musste, um sie zu sehen. „Was gibt’s?“ „Du hast nicht zufällig ein Bier übrig, oder?“, fragte Jacey. Der Mann blickte zu dem Wanderpfad hinüber. Dann schaute er auf die im Bach lagernden Flaschen und kratzte sich am Kopf. „Komm schon, bitte“, sagte Jacey. „Ich sterbe vor Durst. Gib mir eine. Ich kann sie dir auch bezahlen.“ Er richtete sich etwas entnervt auf, schüttelte dann aber den Kopf und lachte. „Warum nicht“, sagte er. „Komm rüber.“ Jacey kletterte vorsichtig über die bemoosten Steine, die zu seiner Insel führten. Als sie ankam, hatte er ihr bereits eine Flasche aus dem Wasser gefischt und geöffnet. „Es ist nicht richtig kalt, aber den Mund wirst du dir auch nicht daran verbrennen“, sagte er. Er hatte eine freundliche Stimme. Jacey nahm zwei gierige, keuchende Schlucke und begann dann die Flasche zu inspizieren. Vor Schüchternheit war ihr ganz warm geworden, eine Hitze, die stärker war als die der Sonne. „Heineken“, sagte sie. „Das beste Bier auf dem Markt, wenn du mich fragst.“ Der Mann sagte nichts, aber schnaubte belustigt durch die Nase. „Aber egal, ich wollte nicht herkommen, um Sie zu nerven“, sagte Jacey. Sie schob einen Finger in ihre Hosentasche und fischte ein paar zerknitterte Dollarscheine hervor. „Hier. Ich habe zwei Dollar. Reicht das?“ „Mach dir keinen Stress“, sagte der Mann. „Setz dich ruhig, wenn du magst.“ Jacey setzte sich und streckte ihre kräftigen rosafarbenen Beine mit übereinandergeschlagenen Füßen vor sich aus, denn so sahen sie einigermaßen OK aus. Sie nahm noch einen tiefen Zug aus der Flasche und bevor sie es unterdrücken konnte, entschlüpfte ihr ein fürchterlich feuchter Rülps. „Prost“, sagte der Mann und sah sie mit seinen in tiefe Lachfalten gebetteten, freundlichen grauen Augen an. Sein blondes Haar begann vorne gerade dünner zu werden, so dass man die helle, mit Sommersprossen überzogene Kopfhaut hindurchschimmern sah, allerdings musste man, um das zu sehen, schon sehr genau hinschauen. Das Aussehen seines rechten Armes war da schon eher augenfällig. Er hatte an der Schulter eine üble Narbe. Eine zerknitterte Schwiele zog sich auf der Innenseite seinen Arms entlang, ihre letzten Ausläufer reichten fast bis an sein Handgelenk. Dichte und glänzende schwarze Haare durchzogen die Narbe hier und da wie Nadelstiche. Außerdem hatte er drei Tätowierungen auf dem Arm, alle drei von Frauen, die überraschend gut und geschmackvoll gemacht waren: Keine war nackt oder in einer anzüglichen Pose dargestellt. Die auf dem Oberarm zeigte eine Dame mittleren Alters, die aussah, als würde sie für ein Schulfoto posieren. Ihre Haare waren in der Mitte gescheitelt und sie trug eine große Brille mit zur Hälfte getönten Gläsern. Eine zweite Frau auf seinem Unterarm lächelte einem Hund mit Fledermausohren zu, den sie auf dem Arm hielt. Die dritte Tätowierung zeigte eine Frau in Caprihosen, die vor einer untergehenden Sonne in der Brandung fischte. Jacey brauchte eine Weile, bis sie merkte, dass auf allen drei Tätowierungen dieselbe Frau dargestellt war. „Wohnst du hier in der Nähe?“, fragte der Mann. „So ziemlich … direkt bei der Smithfield Road, die ich Shitfield Road nenne“, murmelte Jacey schnell und nervös. „Hier ist überhaupt nichts los. Ich würde viel lieber in der Stadt wohnen.“ „Ja, die Stadt ist ziemlich cool, wenn du auf Banker und kriminelles Gesindel stehst.“ Er schüttelte eine Zigarette aus einer grünen Schachtel und bot Jacey ebenfalls eine an, die dankend annahm. Sie lehnte sich rauchend zurück und stützte sich mit einer Hand auf den Felsen. Der Felsvorsprung lag direkt hinter ihnen. Sie hoffte das Maya und Leander sie jetzt richtig gut sehen konnten: wie sie sich mutig das Bier geholt hatte und jetzt diesen tollen Tabakrauch aus der Hand steigen ließ. „Ich heiße Stewart Quick“, sagte der Mann. „Und wer bist du?“ Jacey sagte June, den Namen ihrer Mutter. „Hm, das gefällt mir“, sagte er. „Das Mädchen, das ich wahrscheinlich hätte heiraten sollen, hieß August.“ „Warum hast du sie denn nicht geheiratet?“ Quick zog seine Lippen nach oben und schaute andächtig in seine Vergangenheit. „Ich weiß nicht. Angst, Dummheit, Geld, ihr alter Mann, der hässlichste Leberfleck, den du je gesehen hast, und zwar genau hier“, sagte er und zeigte sich mit dem Finger auf die Stelle, wo sein rechter Nasenflügel auf seine Wange stieß. „Er war so groß wie ein verdammter Golfball.“ Jacey hielt sich die Hand vor den Mund, um ihre Zahnspange zu verdecken und lachte in ihre Hand. „Und wie alt bist du, June?“, fragte er sie. „Rate mal.“ Sie ließ ihre leere Flasche in den Bach fallen, wie sie es Quick machen sehen hatte. „Fünfundvierzig“, sagte er und reichte ihr noch eine Flasche. „So’n Quatsch“, sagte Jacey, „Ich bin achtzehn.“ „Was für ein Zufall“, sagte er. „Ich bin auch achtzehn.“ Sie starrte ihn einen Moment lang mit offenem Mund an. Dann wollte er allerlei über Jacey wissen: Wie lange sie schon in der Smithfield Road wohnte, was sie in der Schule gelesen hatte, ob sie vorhatte, aufs College zu gehen und was sie studieren wollte. Sie dachte sich frei erfundene Antworten aus, die sie für schlagfertig und clever hielt. Dass sie daran dächte nach Emory zu gehen, um sich zum Grundstudium in Medizin einzuschreiben, aber das ein anderer Teil von ihr sich auch nach New York hingezogen fühlte, wo ein Schule, deren Name ihr momentan entfallen war, sie für ein komplettes Schauspiel- und Gesangsstudium angenommen hatte. Stewart Quick antwortete auf alles, was sie sagte, mit einem Lächeln und indem er ihr bestätigte, wie schlau das alles von ihr war und wie talentiert sie sein musste, um solche tollen Möglichkeiten vor sich zu haben. Dann schaute er den Abhang hinauf auf das dichte grüne Blätterdach der Eichen, Kiefern und Eukalyptusbäume. „Sind deine Kumpels noch da oben?“, fragte er. „Vielleicht haben sie Lust hier runterzukommen und mit uns hier am Bach abzuhängen.“ Das gefiel Jacey überhaupt nicht. Es verletzte sie, dass Quick nicht wie sie zu fühlen schien, dass die beiden hier auf den warmen Steinen eine besondere private Atmosphäre teilten. „Nee“, sagte Jacey. „Diese Typen sind öde. Ich hab keine Lust heute noch was mit ihnen zu machen. Hey, kann ich dich mal was fragen, Stewart.“ „Klar, leg los.“ „Wer ist das auf deinem Arm?“, fragte sie. „Sie ist hübsch. Es ist dreimal dieselbe Dame, oder?“ Quick warf einen Blick auf seine Tätowierungen und verrenkte seinen Arm dabei auf eine schmerzhafte und unvorteilhafte Weise, bei der seine Unterlippe sich vorschob und glänzte. „Ja, meine Mutter. Für mich ist das hier ihr Arm.“ „Wie meinst du das, ‚ihr Arm‘?“ Jacey stellte sich in Gedanken vor, wie dieser zerfledderte und zerfurchte Arm an diese ordentlich wirkende Frau angesteckt wurde und kicherte in die Bierflasche. „Ich meine damit, dass ich ihn nicht hätte, wenn sie nicht gewesen wäre.“ „Du würdest dich überhaupt nicht haben, wenn sie nicht gewesen wäre“, sagte Jacey, die sich von dem Bier frech und mutig fühlte. „Was ich damit meine ist, dass ich ihn verloren hätte, wenn sie nicht gewesen wäre“, sagte Stewart Quick. Die Sonne verschwand hinter den Bäumen und das Licht begann zu schwinden. „Im Krieg?“, fragte Jacey. „Gott, nein“, sagte Stewart Quick. „Das war nicht im Krieg. Es war in einer verdammten Autowaschanlage. Willst du die Geschichte hören?“ Jacey sagte, dass sie das wolle. „Nun, ich hatte diesen Chef. Ich sag dir, wenn du mich um ein Arschloch bitten würdest und ich dir diesen Typen gäbe, würdest du mir noch ’ne ganze Stange Wechselgeld schulden. Na egal, an einem Tag hatten wir einen Haufen Autos, die sich schon zu einer Schlange stauten und hupten und so weiter und dieser Typ brüllt mich also an, dass ich ein paar saubere Handtücher aus der Waschmaschine holen soll. Und ich rede hier nicht über eine normale Waschmaschine. Das Ding dreht sich ungefähr zehnmal so schnell wie die, die man so zu Hause hat. Also scheißt er mich total zusammen: ‚Hol jetzt die verdammten Handtücher! Verdammte Scheiße, mach endlich hin, Stew!‘ Ich geh also zu der Maschine. Ich mach sie auf und greife rein, aber sie dreht sich noch, also reißt sie mir den Arm ab, kugelt mir den Ellbogen aus und zerfetzt mir die Hand.“ „Scheiße, im Ernst?“, sagte Jacey. „Ja, ich wusste noch nicht mal, was passiert war, weil ich so unter Schock stand. Ich bin dann mitten am Nachmittag raus auf den Parkplatz gegangen, und der ist voller Leute, die versuchen ihre Mercedesse und so weiter nach der Arbeit waschen zu lassen. Sie kucken mich also an und sehen einen Typen, der seinen Arm wie ein Spielzeugboot auf dem Beton hinter sich herzieht und der gerade noch von einem dünnen Stück Haut gehalten wird. Die Ärzte sagten: ‚Vergiss es, der muss ab.‘ Aber meine Mutter ist da rein, sie ist völlig durchgedreht, hat sie angebrüllt und ihnen die Hölle heiß gemacht. Sie hat dafür gesorgt, dass sie ihn wieder annähten. Sie behaupteten, es wäre sinnlos, aber sie sagte: ‚Es ist mir scheißegal, ob er schwarz wird und verwest. Sie nähen meinem Sohn seinen Arm jetzt wieder an. Wenn er abstirbt, schneiden wir ihn wieder ab. Aber Sie nähen das verdammte Ding jetzt an!‘“ Quick hob seine Hand und sah sie mit einem distanzierten Blick begutachtend an, als wäre sie etwas ganz Besonderes, das er in einem Laden gefunden hatte und ganz toll fand, sich aber nicht leisten konnte. „Ein kleines Wunder, wie es klingt“, sagte Jacey. „Na ja, ein ziemlich schrottiges Wunder“, sagte er. „Die Knochen tun mir fast die ganze Zeit weh. Außerdem habe ich kaum noch Gefühl in der Hand.“ „Wie nervig“, sagte Jacey. Quick berührte nun mit seinem Daumen einem nach dem anderen die Finger seiner kaputten Hand und beobachtete die Übung aufmerksamen Blickes, wobei er mit einer Art verwunderter Belustigung lächelte. „Ich weiß nicht. Man wird sich halt bewusst, wie froh man über die Sachen sein kann, die man noch hat. Und es hat auch irgendwie etwas, einen Teil an sich zu haben, den man nicht spürt. Das ist ein bisschen, als wäre man zwei Personen auf einmal.“ „Na, wenigstens ist es nicht langweilig“, sagte Jacey. „Ich finde, es sieht cool aus, abgefahren, mit diesen ganzen Narben und so weiter.“ Quick lachte. Er machte noch ein Bier auf und reichte es ihr herüber, wobei er sich neben ihr niederließ. Er stützte sich seitlich auf und sein Kopf war nah genug an ihrem Knie, dass sie spürte, wie sein Atem den Schweiß auf ihrer Haut trocknete. „Wie wäre es mit einem Tausch“, fragte er. „Du nimmst diesen Arm und ich kriege, weiß nicht, vielleicht dieses Bein hier.“ Jacey zuckte zurück. „Mein blödes fettes Bein würdest du bestimmt nicht wollen“, sagte sie. „Wieder falsch“, sagte Quick. „Es ist doch Spitzenware. Es ist in einem Topzustand, bis vielleicht auf dieses Zeug hier.“ Quick legte seine kaputte Hand um Jaceys Wade. Mit seiner anderen griff er sich an den Mund und lutschte kurz an seinem Daumen, um dann damit in langsamen Kreisbewegungen über einen dunklen Fleck auf der Innenseite von Jaceys linkem Bein, kurz unter dem Knie, zu reiben. Sie ließ ihn eine Weile machen. Dann zog sie ihr Bein aus seiner Hand. Der glänzende Fleck, den Stewart Quick auf ihrem Bein hinterlassen hatte, war ihr zutiefst unangenehm, aber sie hatte Angst, dass es beleidigend wirken könnte, wenn sie ihn abwischte. „Es ist ein Muttermal“, murmelte sie. Als sie klein war, hatte ihre Mutter ihr beigebracht, anhand dieses Flecks rechts von links zu unterscheiden. „Als ich klein war, sah es aus wie ein Fisch. Tut es ja immer noch ein bisschen.“ Sie nahm noch einen Schluck aus ihrer Flasche und beobachtete einen kleinen roten Käfer, der sich durch eine Felsspalte kämpfte. Quick richtete sich auf. Er nahm ihr das Bier aus der Hand, griff ihr Kinn mit seinem Daumen und Zeigefinger und küsste sie kurz und leicht auf die Lippen. Dann lehnte er sich zurück und beobachtete sie mit einem immer breiter werdenden Grinsen. „War das OK, June?“, fragte er. „Du sahst so aus, als würdest du das gerne wollen.“ Ihre Lippen kribbelten von Quicks Bartstoppeln, was ein schwer einzuordnendes Gefühl war. Sie fragte sich, ob ihr Mund jetzt wohl anders aussah, vielleicht entstellt, oder aber auf eine gute und glamouröse Art verändert. Sie verspürte einen Drang, sich an die Lippen zu fassen, tat es aber nicht, da sie Angst hatte, dass der ältere Mann es für eine Zurückweisung seines ungebetenen Geschenks halten könnte. „Ja, nee“, sagte Jacey. „Wollt ich schon. Ich mein’, ist gut, dass du’s gemacht hast.“ Quick stieß einen befriedigten Seufzer aus, der so klar und rein klang wie das Pfeifen eines Wasserkessels. „Verdammt, was will man mehr?“, rief er. „Das ist der Sommer schlechthin. So hab ich mir das vorgestellt. So sollte ein Tag aussehen.“ „Ich weiß“, sagte Jacey. „Schade, dass nicht noch mehr davon übrig ist.“ „Oh, da ist noch ein ganzes Stück übrig“, sagte Quick. „Der Tag ist ja noch lange nicht vorbei.“ Quick tauchte seine Hand in die Strömung und beträufelte seinen Hals mit Flusswasser. „Mir ist gerade etwas eingefallen, June.“ „Was denn?“ „Was uns zu einem perfekten Tag noch fehlt, ist ein Stück die Straße hoch zum Hidden Lake zu fahren und schwimmen zu gehen. Gerade ist mir eingefallen, dass heute Samstag ist. Da spielen dort Bands und so weiter. Das Bierzelt hat auf. Da sollten wir hin.“ „Vielleicht. Ich weiß nicht“, sagte Jacey. „Ich bin um sieben mit Leuten verabredet.“ Quick schaute auf seine Uhr. „Nun, es ist erst vier, aber tu was du halt tun musst“, sagte er. „Ich dachte, so für ein Stündchen oder so hinzugehen. Und das werd ich auch tun.“ Der rote Käfer lief im Schatten von Jaceys Knöchel orientierungslos im Kreis. Sie lenkte ihn auf ein schmales Kanu aus einem Sumpfeichenblatt und setzte das Blatt ins Wasser. Es strudelte in der Strömung und trieb dann davon. Sie warf einen kurzen Blick den Felsvorsprung hinauf, sah aber nur Blätter. „Eigentlich hast du recht“, sagte Jacey. „Das könnte ganz cool sein.“ Stewart Quick zog sich rasch sein Hemd über und packte das Radio ein. Dann half er Jacey über den Bach und den Pfad hinab, einen anderen Weg, als den, den sie gekommen war. Eine Viertelstunde später waren sie an der Einbiegung angekommen, wo Quick sein Auto, einen zweitürigen Mitsubishi Lancer, abgestellt hatte. Er hatte ihn ziemlich aufwendig aufgemotztmit getönten Scheiben, verchromten Radkappen und einem großen nachträglich angebrachten Heckflügel, der sich am Rand der Heckklappe nach oben zog. Quick hielt ihr die Tür auf. Jacey machte einen Schritt zurück. „Nur für eine Stunde? Versprichst du es mir?“, fragte sie. „Natürlich“, sagte Quick. Sie stieg ein. Quick verstaute seine Sachen auf der Rückbank. Er steckte den Schlüssel ins Schloss und rollte die Fenster runter, ließ den Motor aber nicht an. „Komm mal her“, sagte er zu Jacey. „Was?“, sagte sie. „Komm hier rüber, June.“ Sie rührte sich nicht vom Fleck. Quick lehnte sich über die Handbremse und presste seinen Mund auf Jaceys, diesmal nicht ganz so sacht wie beim letzten Mal. Er schob ihr die Zunge zwischen die Zähne und legte die Hand seines kaputten Arms auf die Vorderseite ihrer Shorts, wo er sie heftig hin und herbewegte, als wolle er seine tauben Nerven auf diese Weise dazu bringen wieder zu fühlen. Jacey wurde schlecht. Diese große, nach Bier schmeckende Zunge füllte ihren Mund bis in den Rachen und versetzte sie in eine Panik, die sie nicht unterdrücken konnte. Sie war sich sicher, dass sie entweder kotzen oder schreien würde, aber sich vor einem älteren Mann zu so etwas Peinlichem hinreißen zu lassen, kam ihr fast noch schlimmer vor, als was gerade passierte. Sie griff mit der Hand nach dem Türgriff, als Quick plötzlich von ihr abließ und das Steuer ergriff, während er sich mit dem Ballen seiner anderen Hand das Auge rieb, als hätte er etwas im Auge. „OK, Leute“, sagte er zu sich selbst. „Nicht das Ziel aus den Augen verlieren. Legen wir los.“ Einen Moment lang dachte Jacey, dass Quick die Tür aufmachen und mit ihr in den Wald zurückgehen würde, aber er ließ den Motor an, fuhr auf die Straße und tätschelte Jacey freundlich das Knie. „Wie geht’s dir, June? Alles klar?“ „Ja, alles bestens“, sagte Jacey. „Moment mal, Scheiße, Stewart, mir ist gerade was eingefallen. Können wir kurz hier hochfahren? Ich muss kurz nach Hause meine Badesachen holen.“ „Die brauchen wir doch nicht“, sagte Stewart Quick. „Doch, ich schon. Ich will schwimmen. Du hast gesagt, dass wir schwimmen fahren.“ „Du kannst doch einfach das anlassen, was du anhast“, sagte er. „Es ist alles ganz locker da. Es macht den Leuten nichts aus.“ „Mir macht es aber was aus“, sagte Jacey mit schriller Stimme. „Ich will nicht den Rest des Tages in nassen, kalten Shorts durch die Gegend laufen. Ich muss mir jetzt meinen Badeanzug holen.“ Quick verstummte. Sie konnte ihn durch die Nase ein- und ausatmen hören. Dann lachte er ein trockenes, klackerndes Lachen, das nicht sehr belustigt klang. „OK, Sister“, sagte er. „Wie du willst.“ Er bremste, um an der Kreuzung abzubiegen. Ihr Herz schlug benommen. Sie spürte es nicht so sehr in ihrer Brust, eher in ihrem Kinn, an der Stelle, wo Quick sie angefasst hatte und unter ihren Jeansshorts, auf ihren Lippen und an der Stelle an ihrem Bein, wo er versucht hatte mit seinem groben Daumen ihr Muttermal abzurubbeln. Sie hatte keine Ahnung, was sie tun würde, wenn sie bei ihr zu Hause ankamen, aber sie war sich sicher, dass ihr etwas einfallen würde, wenn sie einmal die Haustür hinter sich geschlossen hatte. Quicks Lancer rollte am Haus der Fenhagens vorbei, wo sich die Zwillinge gerade im Vorgarten eine Schlacht in einem aufblasbaren Schwimmbecken lieferten. Dann kam das Haus der McLures. Ihr Sohn im Teenageralter versengte gerade das Unkraut in der Senke am Rand des Rasens. In der Nachmittagssonne waren die Flammen selbst nicht zu erkennen, man sah nur den vor Hitze flimmernden Streifen Luft. „Hier ist es“, sagte Jacey. Sie fuhren um die Kurve. Quick hielt vorm Haus an. Der silberne Buick von Jaceys Vater parkte in der Auffahrt, drei Stunden vor der vereinbarten Zeit, und bei seinem Anblick fühlte sie alles außer Erleichterung. „Whoa“, sagte Stewart Quick. „Wer ist das denn?“ Ihr Vater stand auf dem Rasen und entfernte die abgestorbenen Blütenblätter aus den Rosenbüschen, die er vor vielen Jahren dort angepflanzt hatte. Bei dem Geräusch von Quicks Reifen auf dem Kies, noch bevor er seine Tochter hinter den getönten Scheiben des Beifahrersitzes ausmachen konnte, drehte er sich um und winkte ihnen ungeschickt zu, wobei ihm die Blütenblätter aus der Hand fielen. Beim Anblick ihres Vaters verließ Jacey ihre Angst und es ergriff sie stattdessen eine Welle der Scham. Da stand er, noch keine vierzig und schon kahl wie ein Apfel, und grinste wie ein fetter, dummer Junge, der nicht wusste, was los war. Sein Gesicht war von einem frischen Sonnenbrand geschwollen und stach leuchtend aus dem Grün der Rosenbüsche hinter ihm hervor. Er trug die von Jacey gehassten, billigen Gummisandalen und ein schwarzes T-Shirt mit einem Airbrush-Aufdruck von heulenden Wölfen, von dem Jacey eine kleinere Ausgabe am Boden ihres Kleiderschranks liegen hattenoch mit dem Preisschild daran. Ausgenudelte graue Socken schlabberten ihm um die dicken Knöchel, über denen sich dieselben Beine erhoben, mit denen auch Jacey geschlagen warverbogene und fette Wummer, an denen auch lebenslange Fitnessübungen nichts ändern würden. Aber das wortlose, exponierte Gefühl, das sie jetzt übermannte, hatte nicht so sehr mit ihrem Vater als Person zu tun, sondern damit, dass er ihr wie eine Art versteckter Teil von ihr vorkamein rosafarbener, breitknochiger Fluch hoffnungsloser Verletzlichkeit, den nur Jacey selbst vor der Öffentlichkeit versteckt halten konnte. Was auch immer Stewart Quick bis eben noch in ihr gesehen hatte, konnte ihre Verbindung mit diesem lächelnden Dicken, der über das Bermudagras zu ihnen rüber gelaufen kam, unmöglich überleben. Jacey machte die Tür auf. „Kommst du zurück?“, fragte Quick, mit einem drängenden Unterton in der Stimme. Sie antwortete nicht. „Da ist sie ja“, sagte ihr Vater. „Wo warst du denn, Jace? Ich warte schon seit einer Stunde.“ „Warum, zum Teufel?“ zischte Jacey. „Du hattest sieben gesagt.“ „Oh“, sagte ihr Vater. „Ich habe versucht dich anzurufen. Ich hatte schon früher Schluss. Ich dachte, wir könnten vor dem Dinner noch im Emerald Pointe vorbeifahren.“ Ihr Vater warf einen Blick über ihre Schulter auf den knallgelben Mitsubishi von Stewart Quick. „Wer ist das, Jacey? Wen hast du denn mitgebracht?“ Hinter ihr öffnete sich eine Autotür und Quick rief sie beim Namen ihrer Mutter. Jacey hastete an ihrem Vater vorbei ins Haus. Sie musste sich an Leanders Moped vorbeiquetschen, um den geziegelten Pfad zu erreichen. Wahrscheinlich würden er und Maya jede Minute hier auftauchen, um diesen Tag der Peinlichkeit auf einen neuen Höhepunkt zu treiben. Jacey rannte ins Haus und lief die mit Teppich ausgelegte Treppe zu ihrem Zimmer hinauf, wo sie immerhin eine kleine gute Neuigkeit erwartete. Nach mehrstündiger Gefangenschaft hatte der Kater es endlich geschafft, das Taubenjunge auf Jaceys Bett zu verspeisen, obwohl sein Appetit nicht mehr ganz für den zweiten rosafarbenen Fuß und das blutige Dreieck eines federlosen Flügels gereicht hatte, die auf der Bettdecke übrig geblieben waren. Als Jacey japsend zur Tür hineinkam, stürzte der Kater vom Fensterbrett, wo er ein Nickerchen gemacht hatte, und sprang auf das Bett. Er kauerte sich über die Reste der Vogelleiche und beobachtete Jacey aus zornigen zugekniffenen Augen. Nachdem er aber rasch merkte, dass Jacey keine Gefahr darstellte, machte er sich daran, den Rest seiner Mahlzeit zu verspeisen. Die deutsche Ausgabe von Wells Towers Erzählband Everything Ravaged, Everthing Burned erscheint 2010 im S. Fischer Verlag, Frankfurt. Copyright © 2009 Wells Tower. Alle Rechte vorbehalten. WILD AMERICA 1 | 2 |
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