REVIEWS
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88-KEYS
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AIRBOURNE
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SATYRICON
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ULTIMATE TRASHER VOL. 1
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HELTAH SKELTAH
D.I.R.T.
Duckdown/Groove Attack
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Stell dir vor, du hast diesen Onkel, der dir früher als alle anderen schweinische Witze erzählt hat, der immer lässig drauf ist und zu jeder Situation eine kleine unterhaltsame Anekdote parat hat. Jetzt stell dir vor, er geht auf Weltreise, kommt nach vier Jahren zurück und alles, was er für dich im Gepäck hat, ist eins von diesen „lousy T-Shirts“, die sogar deiner Mutti peinlich wären. So ähnlich ist es, wenn Heltah Skeltah nach Ewigkeiten ein neues Crew-Album machen, sie so eloquent und on point sind wie eh und je sind aber jeder zweite Beat einen Tennisball durch einen Gartenschlauch saugt.
JOHN MCENHOE |
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GRACE JONES
Hurricane
PIAS |
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88-KEYS
The Death of Adam
Decon/Groove Attack
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Kanyes Homeboy 88-Keys reicht hiermit das erste wirklich konsequente Konzeptalbum über die gängige Abwicklung von Paarbeziehungen ein, denn es spart auch die entscheidenden Kapitel Erektionsstörung, Nymphomanie, Samenraub, Geschlechtskrankheit und sozialer Tod durch Vaterschaft nicht aus. Die Moral ist klar: Lass die Finger von den Ladys. Und doch ist es nahezu unmöglich, bei diesen soulig bouncenden Cuts einen Dauerständer zu vermeiden.
LIL’ ITH |
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Während ein nicht unwesentlicher Teil der „trendbewussten“ Kids sich in einer Pfütze aus nicht vorhandener Originalität suhlt und täglich zu dem uninspiriertem Teenagergekrächze der Ting Tings, Blood Red Shoes und CSS onaniert, kannst du dir es auf deinem hohen Ross bequem machen und dich darüber freuen, dass eines der besten Alben des Jahres von einer Frau geschrieben und produziert wurde, die alt genug ist, um deine Oma zu sein.
LA VIE EN ROSE |
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MIKE MONDAY
Songs Without Words Pt. 1
Om Records
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Bei der Vielzahl an Instrumenten und den beinahe grenzenlosen Möglichkeiten der Nachbearbeitung, die einem im Studio zur Verfügung stehen, ist es schon etwas komisch, dass Mike Monday sich ausgerechnet dazu entschlossen hat, elektronische Fürze in seiner Badewanne aufzunehmen. Komisch vielleicht, aber irgendwie funktioniert es.
NIPPLE TO THE BOTTLE |
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V.A.
Ultimate Trasher Vol. 1
Tapete |
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BLEVIN BLECTUM
Guitar Flutter
Aagoo Records/Cargo
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Blevin Blectum verfügt scheinbar über eine Eigenschaft, von der man, dank des Ballertechno-Hypes der letzten Zeit, kaum glauben mochte, dass sie in der elektronischen Musik noch eine Rolle spielt: Intelligenz. Sie stammt zwar aus Oakland, der industriellen Achselhöhle Kaliforniens, wo die Möglichkeiten jenseits von Fließbandarbeit, Drogensumpf und Selbstmord stark limitiert sind, aber statt halluzinierend durch die Clubs der Bay Area zu torkeln hat sie Komposition studiert, und schwups, kommt so was bei raus. Wir wünschen viel Glück damit.
KLAAS KLEVER |
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Die Musikindustrie reagiert auf die eigene Krise jetzt offenbar mit Zynismus, frei nach dem Motto: „Wenn Musik heute keinen Wert mehr hat, braucht sie auch nicht mehr gut klingen.“ Macht was ihr wollt, aber wenn ihr das nächste Mal jammert, dass die Kids von heute ihr Geld lieber für Pokémon-Karten und Colakracher ausgeben als für die „Musik“ eurer Komiker, werden wir nur mit den Schultern zucken, milde lächeln und in Richtung dieser CD schielen.
HANSI FICK |
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BORN FROM PAIN
Survival
Metalblade Records
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Ja, und hier haben wir genau jene Sorte von Metalband, bei der die Mitglieder sich fürs Pressefoto ganz unironisch als Soldaten verkleiden und die Gitarre in die Luft recken wie eine AK47. Auf der anderen Seite meinen sie dann, sie könnten die ganze Welt anklagen, wegen all des Leides, Todes und Verderbens, und da könne man ja nicht anders, als ein ultra-aggressiver Schreihals zu werden. In Wirklichkeit rufen nur Kleinkinder: „Der hat aber angefangen!“, wenn der Gegenüber bewusstlos in einer Blutlache liegt. Vernünftige Menschen halten es hingegen mit Meister Yoda, der einst in der ihm eigenen Weisheit sprach: „Deine Wut in Hoffnung du wandeln musst.“
LORD FADER |
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DEAD FLESH FASHION
Anchors
Baskat Recordings |
Irgendwo in diesem Inferno zwischen Eyehategod, Bloodlet und Coalesce fallen die Signalwörter „broken umbrella“, was allein deswegen bemerkenswert ist, weil man natürlich 98% dieses schlammigen Gegrunzes mit bloßem Ohr nicht dechiffrieren kann. Andererseits erinnert es mich daran, dass es draußen in Strömen regnet und ich meinen Schirm zu Hause vergessen habe. Vielleicht könnte ich dieses Los mit Fassung tragen, wenn mich der hasserfüllte Nihilismus dieser Typen hier nicht längst in ein absolutes Stimmungstief katapultiert hätte.
PIETER PRUEGEL |
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SATYRICON
The Age of Nero
Roadrunner |
Satyr sieht auf Presse-Fotos mittlerweile eher aus wie Andrew Eldritch nach einer Botox-Behandlung und weniger wie ein Corpsepaint-beschmierter Satansjünger. Und auch wenn das neue Album ein weiterer Schritt ist auf dem Weg, eine direkte Verbindung zwischen Black Metal und dem Erbe AC/DCs einzurichten, muss man einfach zugeben, dass Satyricon sogar aus der Verbindung von Black Metal und dem Erbe von Christina Stürmer noch eine akzeptable Dämonenbeschwörung herausfiltern könnten.
L.D. AHENOBARBIE |
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JOURNEY TO IXTLAN
s/t
Aurora Borealis |
Dieser Haufen gesetzloser Wüstensöhne klingt als wären Earth und das Burial Chamber Trio zum gemeinsamen Jammen in eine Simoon-umwehte Sandburg eingezogen, als hätte Nash Kato ein paar Gastvocals in die flirrende Hitze gehustet und als wäre Ennio Morricone der Executive Producer für diesen Fiebertrip gewesen. Gibt es irgendwas an dieser Beschreibung, das nicht neugierig macht? Dachte ich mir ...
CARLOS CASTAGNETTE |
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CRUEL HAND
Prying Eyes
Bridge 9 |
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AIRBOURNE
Running Wild
Roadrunner
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Auch der Musikmarkt beruht auf dem alles beherrschenden Prinzip von Angebot und Nachfrage. Das eigentlich Faszinierende an diesem Album ist also, dass es irgendwo noch eine Horde Primitivlinge geben muss, die eine potenzielle Zielgruppe für diese Musik darstellt, obwohl doch bereits unzählige AC/DC-Coverbands auf den Volksfesten dieses Planeten unterwegs sind, um den Bedarf der Landbevölkerung nach unoriginellem Schweinerock zu stillen.
FRIEDHELM FURUNKEL |
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KTL
IV
Editions Mego |
Ob ein Drone gut ist oder nicht, sagt dir nicht das Licht, sondern der Name auf dem Cover, so sieht’s doch aus. Wir sind also auf Gedeih und Verderb der Verpackung ausgeliefert. War immer so.
KEIN GROSSEN DING |
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BISON B.C.
Quiet Earth
Metal Blade |
Streichinstrumente sind ein eindeutiges Erkennungsmerkmal für Mädchenmusik. Siehe Rufus Wainwright oder Dimmu Borgir. Wenn eine Band wie Bison B.C. kleine orchestrale Passagen in ihr tonnenschweres Riff-Armageddon einarbeiten kann und trotzdem noch klingt, als hätten sie aus prähistorischen Höhlenmalereien den Soundtrack zu einer blutreichen Treibjagd nachgestellt, kannst du dir ungefähr vorstellen, dass diese Typen zu ca. 80% aus Testosteron bestehen.
HOMO HABIBI |
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SHAM 69
Seriously Ultimate
Bad Dog/Core Tex |
Von Sham 69 gibt es mittlerweile mehr Best Of-Compilations als reguläre Alben. Wenn du als Fan mit Vollständigkeitsspleen diese Anthologie in deinem Plattenregal einsortierst, hast du dir theoretisch das Anrecht erarbeitet, dich verarscht zu fühlen. Tust du natürlich nicht, denn du weißt, wie man Solidarität mit Arbeiterklassenpunkern buchstabiert. Sind ja außerdem unveröffentlichte Studiosongs drauf und alles ist frisch gemastert und so.
URSEL BREIGAUT |
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AKIMBO
Jersey Shores
Neurot |
Warum muss eigentlich jede Band, die auf Neurot veröffentlicht, entweder beginnen wie Neurosis zu klingen oder Konzeptalben über den Mythos des Meeres als Metapher für abgründige Seinsfragen zu schreiben oder, wie im Falle Akimbos, beides miteinander verbinden? Steht das in deren Verträgen irgendwo im Kleingedruckten, oder was?
HOOLS AT ZERO |
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Viele Bands im Hardcoresektor versuchen sich an einer gebrochenen, abgründigen und doch souveränen Männlichkeit, wie sie in etwa von Robert de Niro verkörpert wird. Leider wirken die meisten dieser Bands eher wie Adam Sandler, oder im Falle von Cruel Hand, wie Kevin Costner in Perfect World. Bemüht, aber unglaubwürdig.
MARTINS OHRSESSEL |
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HER SPACE HOLIDAY
XOXO Panda and the New Kid Revival
Wichita
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Ein Album mit dem Sexappeal von Tom Hanks, trotzdem: Auch wenn Marc Bianchi die Eier in der Hose lässt, versteht er es, Songstruktur-Tetris auf höchstem Level zu spielen und zum Banjo zu schnipsen. Das hat er vor zehn Jahren bei den Screamo-Veteranen Indian Summer gelernt, mit denen er eher über Kabel anstatt, wie bei Neo-Emos üblich, über Fremdschämlinien stolperte.
BANJOS AGAINST INCEST |
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...AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD
Festival Thyme EP
Superball Music/SPV |
Musik wie diese sucht eigentlich immer das richtige Verhältnis zwischen Kopf und Arsch. Ist sie zu verkopft, wie etwa Trail of Deads letzter Versuch So Divided, so lässt sie einen seltsam kühl und teilnahmslos zurück. Ist sie zu, äh, verarscht, kann man zwar besoffen dazu auf- und abhüpfen, wird es aber vermutlich am nächsten Morgen bereuen. Wenn die Mischung jedoch genau richtig ist und sich Kopf und Arsch auf seltsame Weise ineinander verschränken, bis sie ununterscheidbar werden, dann stehen wir kurz vor dem Anbruch eines neuen Zeitalters, in dem „Arschgesicht“ kein Schimpfwort mehr sein wird und diese EP ist dessen Vorbote. Album folgt im Frühjahr.
ZEN DOG |
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MAX RICHTER
24 Postcards in full Colour
FatCat |
Erst ist hier die Rede von Postkarten und verknappten Sinneseindrücken, dann sollen diese 24 zu kurz geratenen Stücke auch noch Klingelton-tauglich komponiert worden sein. Wenn ihr mich fragt, hat sich Richter einfach nur eine clevere Ausrede einfallen lassen, um all die halbgaren Skizzen zu veröffentlichen, die einfach zu mies waren, um sie zu einem seiner subtil-pathetischen Neoklassik-Kunststücke auszuarbeiten.
CRAZY CROCODILE |
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STATION 17
Goldstein Variationen
17rec/Cargo |
Wenn man, wie Station 17, jedes Lied mit einem anderen Künstler aufnimmt, lässt es sich kaum vermeiden, dass manchmal Scheiße dabei rauskommt. Vor allem wenn die Künstler „Guildo Horn“ oder „Fettes Brot“ heißen. Immerhin hat mir Barbara Morgenstern in vier Minuten den Finanzmarkt erstmals so erklärt, dass ich ihn beinahe verstanden habe und Michael Rother von Neu! tut einfach so, als wäre seit der glorreichen Krautrock-Ära überhaupt keine Zeit vergangen. So pendelt sich das Ganze noch leicht über dem Durchschnitt ein.
RUTGER HAUER |
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TREND
Vier
Sounds of Subterrania/
Warner
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Witzig, wie lange deutsche Punkbands schon an der Idee festhalten, es wäre irgendwie authentischer, so kumpelmäßiger, wenn man sich kindische Kosenamen gibt und unter denen dann berühmt wird. Zu den ganzen Campinos, Breitis und Rotzels gesellen sich hier ein paar kommerzkritische Honkis aus der Hinterpfalz, die ihre Texte in der Hoffnung schreiben, eines Tages auch mal von einem intellektuellen Popdiskurstheoretiker zitiert zu werden. Es fällt mir nicht leicht das zu sagen, aber sorry, Fezer, Stolle & Co, das wird nicht passieren. Falls ihr euch hingegen vorstellen könntet, euch mal bei einem Konzert gegenseitig die Schwänze abzubeißen, könnte das vielleicht doch noch was werden.
RUPERT MURDOCH |
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JÓHANN JÓHANNSSON
Kolorit
Siluh |
Jóhannsson tut alles Mögliche, um uns glauben zu machen, es ginge auf dem neuen Album wieder um das Aufspüren von unter Technokratie verschütteten Mythen. Tatsächlich nimmt er das Pathosmoment aus Oliver Stones Platoondie Stelle, in der Elias vom Vietcong durchlöchert wirdund verlangsamt diese Slomo-Orgie so drastisch, dass er beinahe in das Kitschmoment abgleitet, auf dem seine isländischen Kollegen Sigur Rós eine ganze Karriere aufgebaut haben. Glücklicherweise kriegt er jederzeit die Kurve.
GENERATION GOLFKRIEG |
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TER HAAR
∆
Sinnbus
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Die meiste Zeit verwenden Ter Haar immer noch darauf, sich selbst und ihrem nicht weniger überqualifizierten Musikerkollegenpublikum eine recht fortgeschrittene Rhythmen-Arithmetik vorzurechnen. Hin und wieder erinnern sie allerdings sich selbst und uns daran, dass es mal Bands wie Braid oder Joan of Arc gab, die sich nach übertriebenen technischen Strebereien auch mal in die Hängematte legten, um einen schönen, einfachen Song zusammenzuklimpern.
SIMPLIZYSTIMUS |
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BRIGHTBLACK MORNING LIGHT
Motion to Rejoin
Matador/Beggars Group |
Diesem Zeitlupengospel zu lauschen, hat in etwa den gleichen Effekt, wie Ameisen beim Bau ihres Staates zu beobachten oder im Liegestuhl während einer Sommernacht eine Mondfinsternis zu verfolgen. Irgendwann hast du jedes Unruhemoment aus deinem Großstädterkörper herausmeditiert und es vermag dich nicht mal mehr der homosexuelle Techno-DJ mit Hörschaden im Stockwerk unter dir oder der Blick auf den aktuellen Kontoauszug aus der Ruhe zu bringen.
ZEN & JERRY’S |
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EVIL MADNESS
Demoni Paradiso
12 Tónar
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Wer auf Horror-Soundtracks der Siebziger/Achtziger der Marke Goblin und John Carpenter steht, auf Kraftwerk, Tangerine Dream und Dunkelkrautsynthies, und zusätzlich noch ein wenig Fingerspitzengefühl für Tongue-in-Cheek-Ironie und musikalische Zitierfreude mit sich bringt, wird an diesem formidablen Album der nordischen „Supergroup“ um BJ Nilsen und Sigtryggur Sigmarsson und ihren illustren Spießgesellen seine helle Freude haben.
ZOMBI SLASH DOCTOR |
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M.G.R.Y DESTRUCTO SWARMBOTS
Amigos de la Guitarra
Neurot |
Wie wir wissen, sind beide Beteiligte Virtuosen der existenzialistischen Gravitation. Wenn nun deren schwarze Drone- und Ambientströme ineinanderfließen, entsteht komischerweise ein Trance-Rauschen, das so schwerelos ist, dass es einem Wunder gleich kommt, dass die Erzeuger selbst nicht nach zehn Minuten in eine andere Daseinsform übergegangen sind. Minus mal minus ergibt pluswer hätte gedacht, dass sich dieser Unsinn aus dem Mathematikunterricht noch mal irgendwann bewahrheiten würde.
DAVID HILLBILLY |
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AIDAN BAKER/
TIM HECKER
Fantasma Parastasie
Alien8
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Baker und Hecker haben all ihre Meriten in White Noise, Drone und angrenzenden Disziplinen zusammen geworfen, um an ihren Maschinen einen krächzend-wabernden Soundtrack zur Geisterbeschwörung zusammen zu jammen. Als ich die Platte zum ersten Mal hier im Büro durchlaufen ließ, bildeten sich sofort dichte Nebelschwaden und ich war erstaunt, wie gut das alles funktioniert. Bis ich merkte, dass es keine Dämonen waren, sondern die Not und Hunger leidenden Vice-Praktikanten, die zur Mittagspause ihre dampfenden Tütensüppchen an die Tische brachten.
ARTHUR CONAN GREUEL |
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FENNESZ
Black Sea
Touch |
Die Seele in und von der Dunkelheit umspülen zu lassen, den Kontakt verlieren und dadurch neu gewinnen, gereinigt hinauftauchen ans Licht: Melancholie fördernde Klanglandschaften aus der Tiefsee der Gitarrenabstraktion, Elektronik und Verfremdung. Nein, ich spinne nicht, aber nachdem Fennesz mal wieder die Hosen runtergelassen hat, konnte ich einfach nicht anders.
BUKOLIC AGAIN |
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