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When did CBGB get taken over by roided-out rock ’n’ roll tourists? It’s become like Extreme Planet Hollywood, and I fear for its future if it carries on like this. Comments/Enlarge | See all


Here’s an argument for letting your kids do drugs at the earliest age possible. When people get into drugs too late in life they amalgamate all the things the desperate teenage drug addicts who runaway to the big city at 15 do; complete with the old "getting an STD on their first week in the big city from the Polish waiter" chestnut. Comments/Enlarge | See all






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HARRY CREWS - PART 1


INTERVIEW: JESSE PEARSON
PORTRÄT: TARA SINN, MIT EINEM FOTO VON JOHN ZEULI PHOTOGRAPHY


Harry Crews ist einer der originellsten und wichtigsten, noch lebenden amerikanischen Schriftsteller. Er wurde 1935 als Sohn eines Farmpächters in Georgia geboren. Während des Koreakriegs diente er in der Marine und hatte seitdem ungefähr jeden nur denkbaren Job—vom Arbeiten in einer Zigarren-Fabrik hoch (oder vielleicht auch runter) bis zum Unterrichten kreativen Schreibens.

Seine Bücher sind auf bittere Weise lustige und scharf beobachtete Geschichten, direkt auf seinem eigenen Leben gegriffen. Er kann die ganze Generation kleiner Jungs, die nach ihm kamen, plattmachen: im Kämpfen, Ficken, Schreiben und Denken, und er ist heute immer noch fit. Jetzt, da ihr das hier lest, arbeitet er zurückgezogen in Florida an seinem neuen Buch. Er sagt, es könnte sein letztes sein, weil er krank ist. Aber das wissen wir nicht. Vielleicht gab es nie einen anderen gottverdammten Typen, der so perfekt schlau mit tough kombiniert wie Harry, und wir wären nicht erstaunt, wenn er immer noch seine großartigen Bücher rauspresst, wenn wir selbst alt und grau sind.

Vice: Hey, Harry. Hast du gerade Zeit zum Reden?

Harry Crews:
Wie, sollen wir das jetzt machen?

Ich glaube, wir haben gesagt, dass wir es einfach probieren, dich heute anzurufen und sehen was passiert.

Morphium macht das letzte bisschen Gedächtnis, das du hast, kaputt. Ich nehme es alle vier Stunden, rund um die Uhr. Also ich weiß, dass wir Freitagnachmittag gesagt haben, aber ich dachte, wir hätten gesagt um 13 oder 14 Uhr und jetzt ist es schon nach 15 Uhr. Egal, ich weiß nicht, ob ich es schon erzählt habe, aber ich versuche mein letztes Buch zu beenden. Wenn Gott mir das noch erlaubt, höre ich auf. Ich habe noch nicht damit aufgehört. Ich habe heute sehr früh angefangen zu arbeiten—hör mal, bist du sicher, dass das hier deine verdammte Zeit wert ist?

Definitiv. Ich will dir nur nicht auf den Sack gehen.

Das tust du nicht, Mann. Wenn du mich nerven würdest, würde ich das sagen. Das letzte Mal meintest du: „Wenn ich du wäre, wäre das letzte auf der Welt, das mich interessiert, ob ich irgendjemandem ein scheiß Interview gebe oder nicht.“

Richtig.

Na ja, mich interessiert es und das tut es, weil ich gesagt habe, dass es das tun würde. Das findest du noch heraus—wenn du so alt wirst wie ich, ist das Einzige, das dir bleibt, dein Wort. Wenn ich jemandem sage, dass ich etwas machen werde, dann tue ich es bei Gott, wenn ich nur kann. Und es macht mir auch nichts aus. Die Wahrheit ist, ich habe wahrscheinlich mehr Interviews gegeben, als ich es hätte tun sollen. Kennst du das Buch Getting Naked With Harry Crews?

Ich hab es mir angesehen. Das ist die Interviewsammlung mit dir, oder?

Irgend so ein Vollidiot von College-Professor rief mich an und fragte, ob es OK wäre, alle Interviews, die ich jemals gegeben habe, zu sammeln und zu veröffentlichen. Ich sagte: „Mir doch egal, Mann. Tu, was du nicht lassen kannst.“ Es ist ein Hardcover-Buch und ungefähr vier Zoll dick oder so.

Und da ist jedes Interview drin, das du bis jetzt gegeben hast?

Ja, und ein paar sind gar nicht mal übel. Ich habe nicht das ganze Buch gelesen, aber mal reingeschaut. Bei ein paar war ich besoffen wie ein Stinktier oder total fertig oder bekifft oder auf andere Art und Weise neben der Spur. Die sind nichts wert und sollten schon gar nicht in einem Buch abgedruckt sein—aber sie sind es. Ich rede gern über mein Schreiben und Bücher und all das. Ich meine, so wie es aussieht, war das mein Leben.

Dein Enthusiasmus für all das hat mit dem Alter nicht abgebaut?

Nein, auf keinen Fall. Ich liebe es, verdammt noch mal! Ich danke Gott, dass ich an diesem Buch arbeiten kann. Dafür und für dieses Mädchen, das Melissa heißt und bis vor einiger Zeit Gymnastin an der Universität von Alabama war. Ein Alabama-Mädchen. Und, na ja, du weißt, wie Gymnastinnen aussehen, verdammt, sie ist so verdammt schön, mit diesem extravaganten Körper, da bleibt dir das Herz stehen.

Und sie hängt dort mit dir ab?

Oh, sie wird in ungefähr anderthalb Stunden hier sein und das Wochenende mit mir verbringen.

Das klingt super.

Du sagst es. Es ist der Wahnsinn. Und heute Abend kocht sie Hummer und das wird herrlich. Sie ist eine tolle Lady, Mann. Ich sage ja, sie ist toll anzusehen. Und sie ist enthusiastisch wegen all der guten Dinge. Ich bin echt vernarrt in sie.

Kannte sie deine Bücher, bevor sie dich traf?

Ja, aber es war ziemlich komisch, wie wir zusammenkamen. Nachdem wir so vier oder fünf Stunden miteinander verbracht hatten, sah sie mich an und fragte: „Du bist nicht der Typ, der die Bücher schreibt, oder?“ Ich sagte: „Na ja, ich habe schon den ein oder anderen Scheiß geschrieben.“ Als sie es realisierte, las sie etwas von mir. Aber Gott sei Dank ist es nicht der Grund, warum sie mich mag.

Du hast bestimmt ein paar gruselige Fans.

Meine Telefonnummer ist im Telefonbuch, aber nicht meine Adresse, weil sonst komische Arschlöcher vor deiner Tür stehen. Die meisten sind junge Leute, die nicht wissen, was sie wollen, aber reden möchten. Die meisten wollen mich aus den falschen Gründen sehen oder mit mir reden. Sie denken, dass sie die Gabe zu schreiben bekommen, wenn sie mich mal anfassen.

Und du hast auch mal eine Zeit lang Schreiben unterrichtet, oder?

Na ja, Gott sei Dank hat die Universität von Florida mir diesen Deal verpasst, den jeder Schriftsteller gut gebrauchen kann. Ich arbeitete mit zehn oder zwölf Studenten pro Jahr. Die waren einfach nur junge Leute, die dachten, dass sie Romane schreiben wollen. Sie waren verliebt in den Gedanken, Romanautoren zu sein und dann lernten sie die Sklavenarbeit kennen, die das mit sich bringt und entschieden sich ziemlich schnell wieder dagegen.

Es dauert ziemlich lange, oder?

Wenn du ein Buch schreiben willst, weißt du erst mal nicht, was du vor dir hast. Du musst ihnen diese ganzen Gedanken austreiben, von denen sie überzeugt sind, dass sie richtig seien und dabei fast durch die Bank weg falsch liegen. Es ist ziemlich langweilig. Aber ich liebe meine Studenten—die wenigen, die tatsächlich Schriftsteller geworden sind. In Massachusetts gibt es einen Jungen, der heißt Jay Atkinson. Er hat jetzt schon vier gute Bücher geschrieben. Meine Studenten sind im ganzen Land verstreut. Der ganze Scheiß steht im ... wie auch immer das heißt ... Internet oder so was? Google oder so? Ich hab das nicht auf meinem Computer.

Das ist wahrscheinlich ein Segen.

Na ja, ich habe es, aber ich benutze es nicht. Da ist eine Menge Zeug über mich drin. Es gibt einen Jungen in San Francisco, er ist ein feiner Autor. Er hat all diesen Scheiß zusammengebracht auf einer, wie heißt das, Website? Ich weiß wenig von Computern. Ich tue einfach mein Bestes, um ohne sie auszukommen. Ich schreibe mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer. Ich würde sogar mit Kohle schreiben, wenn ich dann besser schreiben könnte. Ist mir egal wie, Hauptsache ich bekomme die Worte hin. Ich will nur so ungefähr 500 Wörter pro Tag. 500 Wörter pro Tag sind herrlich, wenn du so viele hinbekommst, was du meistens nicht tust—jedenfalls nicht solche, die du behalten willst.

Schreibst du jeden Tag eine bestimmte Anzahl von Stunden?

Ich mache dieses Stunden-Ding nicht. Ich habe eine Zeit, wenn ich anfange und dann versuche ich die 500 Wörter zu schaffen. Das sind nur zwei Manuskriptseiten mit doppeltem Zeilenabstand. Wenn ich zwei Seiten schaffe, dann reicht das. Du wärst überrascht, was dabei rauskommt, wenn du das jeden Tag deines Lebens machst.

Was kannst du mir von dem Buch, an dem du gerade arbeitest, erzählen?

Es heißt The Wrong Affair. Ich bin ziemlich sicher, dass ich es schaffen werde, bevor ich sterbe. Das wäre einfach wundervoll. Das wäre ein schöner Abschluss meiner Arbeit. Ich mag das Buch unheimlich gerne, aber es erzählt ja auch von meinem Leben.

Du meinst, es basiert auf wahren Erlebnissen?

Alles, was ich jemals geschrieben habe, tut das. Ich habe ein Buch bekommen, das heißt Karate Is a Thing of the Spirit. Ich habe 27 Jahre lang Karate gelernt, das ist eine echt lange Zeit. Ich habe auch ein Buch, das heißt The Hawk Is Dying. Ich habe früher Falken gefangen, trainiert und fliegen lassen. Wenn ich etwas nicht selbst gemacht habe, kann ich nicht drüber schreiben. Wenn ich nicht in etwas verwickelt war, es gerochen, geschmeckt und drin geplanscht habe—im Thema meine ich—dann kann ich nicht drüber schreiben. Ich weiß, einige können das und das auch gut, aber zu denen gehöre ich nicht.

Die Memoiren deiner Kindheit waren wahnsinnig gut.

Ich komme von einer gepachteten Farm in Süd-Georgia. Wenn die Ernte ausfiel—vom Tabak kam das ganze Geld—konntest du im nächsten Jahr auch nichts anbauen.

Farmpächterei ist echt ein fertiges System.

Ja, es bedeutet, dass du das Land eines anderen bestellst—du bist Farmpächter. Dann mussten wir nach Jacksonville, Florida, ziehen. Mein Vater starb, als ich 21 Monate alt war. Er starb an einem Herzinfarkt—ich habe ihn nie kennengelernt. Meine Ma hat uns aufgezogen. Sie arbeitete in der King-Edward-Zigarren-Fabrik. Die weltweit größte Zigarrenfabrik unter einem Dach. Ein riesiges Scheiß-Gebäude. Bevor ich zur Marine ging, habe ich dort einen Sommer lang gearbeitet. Was ein verdammter Knochenjob! Wie meine arme alte Ma das all die Jahre überstanden hat, werde ich nie wissen. Sie machte es, weil sie musste. Deswegen machte sie das. Wie auch immer, hör mal, kannst du dir vorstellen, das hier irgendein andermal zu machen?

Sicher, ich habe etwas Zeit. Aber irgendwie sind wir ja schon mittendrin im Interview.

Hey, ich habe auch etwas Zeit. Ich bin immer hier. Wir müssen es nur klarmachen, dass ich dann nicht bekifft bin oder den ganzen Tag gearbeitet habe oder so eine Scheiße.

Gibt es irgendeine Zeit, die dir besser passt, als eine andere?

Ich hasse es, so zu tun, als wäre es etwas Besonderes. Das ist es nicht. Es geht einfach nur darum, wie mein Leben verläuft und was ich alles zu tun habe. Gestern musste ich zum verdammten Arzt. Er ist ein guter Mann und ich mag ihn, aber als wir fertig waren, sagte ich: „Das war eine totale Verschwendung meiner und Ihrer Zeit und ich werde nicht mehr zurückkommen, aber ich mag Sie und wünsche Ihnen das Beste, also passen Sie gut auf sich auf.“ Dann ging ich, weil ich nicht wusste, was er wollte. Ich glaube, er hatte Angst, dass ich es selbst zu Ende bringe, weil er über Selbstmord und so reden wollte. Ich sagte: „Wenn Sie wollen, können wir auch gerne über Selbstmord reden.“

Das letzte Mal, als wir telefonierten, meintest du, du wärst schwer krank.

Ja, ich bin echt krank, aber ich will nicht so viel darüber reden. Es geht mir ganz gut.

Ich glaube, viele tolle Autoren haben gearbeitet, als sie schwer krank waren.

Flannery O’Connor lag die ganze Zeit, als sie schrieb, im Sterben und ich könnte noch ein paar mehr Schriftsteller nennen, die während ihres ganzen Schaffens im Sterben lagen. Ich meine, Flannery kam an diesen Punkt, wo sie nur drei Stunden pro Tag schreiben konnte. Die Ärzte sagten ihr: „Du kannst drei Stunden pro Tag schreiben.“ Und: „Du kannst gar nicht mehr schreiben.“ Was für ein Scheiß, jemandem so etwas zu erzählen. Verdammt. Das Schlimmste sind für mich jedenfalls die Schmerzen. Schmerzen erniedrigen dich und lassen dich klein werden und das bin ich beides nicht gewohnt. Ich mag das nicht. Das zerstört das verdammte Bild—davon, wer zum Teufel ich bin und alles andere. Ich würde lieber alles andere tun, inklusive meinen scheiß Hals durchtrennen.

Wenn wir schon mal dabei sind, du hast mir von einem Kampf erzählt, in den du neulich hineingeraten bist. Dir hat jemand den Bauch aufgeschlitzt und eine Riesenwunde hinterlassen.

Es ist eine echt coole Narbe. Sie fängt direkt über meinen Schamhaaren an und geht dann über meinen Bauchnabel zum Brustbein, wo sie genau zwischen beiden Nippeln aufhört. Ich war ausgeweidet, Mann, ich hatte meine Eingeweide in der Hand.


CONTINUED
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