REVIEWS
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TERRY LYNN
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FRIDA HYVÖNEN
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THE BRONX
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LANDSCAPE IZUMA
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MURS
Murs for President
Warner
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Es gehört nach wie vor zu den absurdesten Paradoxien der Populärkultur, dass bedeutend mehr Leute die Reproduktion der MCs finanzieren, die ihnen noch die Handtaschen und Sneakers abziehen würden, wenn sie könnten, anstatt das Album eines Bruders zu kaufen, der einen mit geistreichen Bemerkungen verblüfft und der einem alten Mütterchen auch mal über die Straße hilft. Murs wird vermutlich am Ende die Klos im Senat putzen, während irgendein demagogisches Arschgesicht die Fuffis durchs Weiße Haus schmeißt. Also, wir irren uns gerne, aber so läuft die Scheiße doch nun mal.
BUHMANN-DOKTRIN |
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TERRY LYNN
Kingstonlogic 2.0
Phree/Grooveattack
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Eine junge Frau, die aus ihrem Exklusionsghetto in Kingston heraus aggressiv und trotzdem optimistisch spittet, die sich über die Verwertungseffizienz von Dancehall-Riddims hinweg setzt und das Genre mit Updates aus Grime und Dubstep aus dem Ganjadelirium reißt. Wenn in Berlin alle fünf Minuten eines von diesen banalen Westentaschengangsta-Alben vom Fließband fällt, erklärt der Urheber die eigene Hirnlosigkeit meistens mit den Worten: „Ich bin ein Produkt des Systems.“ Diese Draufgängerin hier will mit ihrer Kunst das System verändern. Feel the difference, biatch!
JAHKASSE |
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SQUAREPUSHER
Just A Souvenir
Warp
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Offensichtlich ist Squarepusher ins Jahr 3000 gereist, hat dort eine Rockband aus Außerirdischen rekrutiert und ein Konzert im neuen Titty Twister gespielt. Das Ergebnis ist so abgehoben, dass es sich ein wenig anfühlt wie die Finanzkrise: Man ahnt, dass irgendetwas ganz Krasses vor sich geht, hat aber im Grunde keinen Schimmer wie und warum und fühlt sich deshalb zu Recht verarscht.
MILTON FUCKMAN |
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EXTRAWELT
Schöne Neue Extrawelt
Cocoon |
Huxleys bekannter Roman „Schöne Neue Welt“ gilt als dystopischer Ausblick auf eine Zukunft, in der die Weltbevölkerung, von einer Droge namens „Soma“ sediert, ihrer Urteilskraft beraubt und ihr Geist in Individualismus und Bedürfnisbefriedigung eingeschlossen wird. Wenn wir es nicht besser wüssten, müssten wir annehmen, dass sich Huxley die Idee zu seinem Buch auftat als er einmal morgens um zehn verstrahlt in einer Ecke des Berghains herumkroch. Bei Extrawelt wiederum können wir genau davon ausgehen, nur dass sie eben keine Romanciers sind, sondern Techno-Pioniere.
HENRY FORZ |
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GOLDEN BUG
Hot Robot
Gomma |
Leider habe ich den starken Verdacht, dass wir hier einen heißen Anwärter auf das schlimmste Cover des Monats haben und dagegen lässt sich auch wenig sagen. Kaufen kannst du die Platte trotzdem. Wirf die Verpackung in den Müll und erfreue dich an einer neuen Perle aus dem Hause Gomma, Discofunkelectrotrash von vorne bis hinten.
BANG BANG |
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LUOMO
Convivial
Huume |
Luomos atmosphärisches Album schwankt zwischen pulsierenden elektronischen Texturen und stimmungsvollen Minimal-Breaks, mit den obligatorischen synthetischen Gesangsschnipseln hier und da. Eine sehr angenehme Hörerfahrung, und es sei dir verziehen, dass du ein Wörterbuch benötigst, um rauszufinden, was zur Hölle „Convivial“ eigentlich bedeutet.
ZMF |
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DINKY
May Be Later
Vakant |
An manchen Stellen klingen Dinkys Cuts wie die Summe aus dem Minimal-DJ aus dem Erdgeschoss und der Konzertpianistin aus dem 1. OG, die jeweils immer lauter machen, damit sie die Scheiße des Anderen nicht ertragen müssen. An anderen Stellen klingen sie aber wie die schlüssigste Beweisführung dafür, dass es längst überfällig war, Raveund Hochkultur zusammen zu führen.
KURT BLASUR |
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EGOTRONIC
s/t
Audiolith
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Es macht nach wie vor spektakuläre Geräusche, wenn Egotronics antideutsches Dogma auf hirntoten Südkurvenpatriotismus auffährt. Es ist allerdings auch ziemlich peinlich, das „Drei Tage wach“ der sedierten Weekend-Emporkömmlinge kritiklos zur User-Hymne der Rave-Opposition umzudeuten. Mit Verlaub, aber im Delirium seid ihr doch alle gleich harmlos.
ROGENFAHNDER |
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GAISER
Blank Fade
Minus |
Die Presseinfo zu Jon Gaisers neuem Album weist darauf hin, dass es des Künstlers erklärtes Ziel war, es an einem bestimmten Punkt beginnen zu lassen und dann den Hörer an einen anderen Ort zu führen, ohne ihn über die Reiseroute aufzuklären. Wir machen das mal eben. Er beginnt im nebligen Moor neben laichenden Kröten und endet in den stickigen Kellergewölben eines Heizkraftwerks. Der Weg dorthin führt durch die Kanalisation. Ein Vorteil des Albums ist, dass es ausschließlich auditive und keine olfaktorischen Mittel bemüht. Ein anderer, dass es eine der spannendsten Minimal-Platten der letzten Monate ist.
ZWERG NASE |
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BUTCH
Papillon
Great Stuff Records |
Wenn die ganzen 17jährigen sich endlich mal entpolitisieren und von ihren hohen Rössern herunterklettern würden, um sich statt um den Irakkrieg, nukleare Abrüstung und Schwulenrechte einfach mal nur um Schuhe, Schokolade und Partys zu kümmern, wären wir dann nicht alle viel glücklicher? Schon, oder?
TRESOR |
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WINDSURF
Coastlines
Internasjonal |
Wenn du gerade von einem LKW überrollt wurdest und ein staunender Menschenauflauf deinem zermatschten Körper beim Ausbluten zuschaut, während deine Seele sich klammheimlich Richtung Himmel aufmacht und sich von dem furchtbaren Chaos auf der Erde ein für alle Mal verabschiedet, dann ist es diese CD, die du auf deiner Reise hören willst.
RITTER BUTZKE |
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CLPCHRIS DE LUCA VS. PHON.O
Supercontinental
Shitkatapult |
Manch einer sieht in HipHop vor allem einen vulgären Kinderzirkus, in dem schmierige Fettsäcke mit einer Obsession für dicke Knarren mit zierlichen Bikinischönheiten rummachen dürfen. Aber wenn man alles richtig macht, kann HipHop eine verdammt feine Sache sein, wie sich an dieser beeindruckenden Zusammenarbeit von CLP unschwer erkennen lässt. Selbst ein entschlossener Feind des Genres bekommt da plötzlich Lust, sich ein paar übergroße Basketball-Klamotten anzuziehen und seine Freunde mal wieder mit einem herzlichen „Yo, Nigga“ zu begrüßen.
C-BAS |
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THE BRONX
s/t
Wichita
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The Bronx sind eine ganz gute Band und so, aber wenn sie die Leute dazu bringen wollen, ihren angepissten, wutentbrannten LA-Hardcore auch zu kaufen, dann sollten sie einen Weg finden, ihre Alben unterscheidbar zu machen. Ein erster Schritt wäre es, jedem einen eigenen Namen zu geben.
LIL LOUIS |
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FROM MONUMENT TO MASSES
Beyond God & Elvis
Golden Antenna/
BrokenSilence |
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THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY
The Cross Of My Calling
Burning Heart/SPV
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Antwort auf die Frage nach dem Inhalt von Cross Of My Calling, vereinfachte Version: “Ey, was wollt ihr, Inhalt, das ist ein politisches Album, das hat eine Aussage! Hört ihr, eine Aus-sa-gewie, musikalische Impulse? Das ist po-li-tisch, Mann! Und Song 6 ist eine Hommage an The Doors, das ist eine politische Hommage an die Doors, Mann!”. Die ausführliche, intellektuell angemessene Version umfasst 317 Seiten und erscheint demnächst bei Suhrkamp.
ZOOLANDER POLITIKON |
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Eigentlich ist es ein gut gehütetes Berufsgeheimnis, das die meisten Kollegen vehement bestreiten, aber wir Musikjournalisten sind gemeinhin so im Stress, dass wir schon mal mehrere Platten gleichzeitig hören. Ich mischte diese melancholische Post-Rock-EP, die ein wenig an die frühen Mogwai erinnert, ohne dabei deren Souveränität zu erreichen, mit einer Prise Italo Disco, während zwei Männer mit Kettensägen vor meinem Fenster einen 80 Jahre alten Baum fällten und es war alles in allem eine sehr angenehme Erfahrung.
FACE MAN |
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DUTCH UNCLES
Dutch Uncles
Tapete
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Anfang Zwanzig? Karohemden? Manchester? Ja, da hab ich ne eigene Kiste für, gleich da hinten, zwischen dem Gummibaum und der Nähmaschine. Wie, ist schon voll? Na gut, hör ich sie mir halt doch mal an. Hmm, ganz passabel eigentlich. Was? In Peking ist ein Sack Reis umgefallen? Sorry, ich muss los.
RUDI RÜSSEL |
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PETER BRODERICK
Home
Bella Union/
Cooperative Music |
Dass man mit 21 Jahren nicht notwendigerweise an U-Bahnhöfen gebrauchte Fahrscheine weiterverkaufen oder in die Jahre gekommene Damen ihrer Handtasche entledigen, geschweige denn eine Bankmanagerkarriere anstreben muss (was, wie wir alle wissen, ähnliche kriminelle Energien voraussetzt), beweist dieser junge Mann. Er verfasst sakrale Schmuckstücke von Liedern, die mit den Geistern von Nick Drake und Elliott Smith Hand in Hand über die Scarborough Fair schlendern. Er sollte stolz auf sich sein, auch wenn ihn seine Eltern sicher für einen Loser halten.
ART FARGUNKEL |
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CHAIRLIFT
Does You Inspire You
Kanine Records |
In einer Minute produzieren sie iPod-nano-Werbespotplunder und in der nächsten entrücktes Reverb-bestäubtes Engelsseufzen. Das ist in etwa so als ob du für den Vorsitz der jungen Liberalen kandidierst und in deiner Freizeit am liebsten Hitchhiken gehst. Das passt einfach nicht zusammen. Das Album beginnt nach neun Liedern interessant zu werden und ist nach elf zu Ende.
JOHN RYDER |
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FRIDA HYVÖNEN
Silence Is Wild
Secretly Canadian/Cargo |
Man hatte es vermutet, mittlerweile ist es offiziell: Auf Guantanamo Bay werden Häftlinge gefoltert, in dem man sie rund um die Uhr mit Musik beschallt. Das Pentagon hat jetzt offensichtlich dem internationalen Druck nachgegeben und ein Album veröffentlicht, um der Öffentlichkeit einen Einblick in diese grausamen Praktiken zu ermöglichen. Es klingt, als wären Abba in einen Wäschetrockner gefallen und somit haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Im Namen der ganzen Weltgemeinschaft möchte ich meine Empörung über diese Methode und mein Beileid an alle Betroffenen aussprechen.
BUDDY ÖGÜN |
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OASIS
Dig Out Your Soul
Big Brother |
Nochmal kurz zur Chronologie: Oasis haben zwei geniale Alben gemacht, danach kamen zwei Platten, mit denen man irgendwie leben konnte und danach zwei, die meine Oma besser hingekriegt hätte. Dig Out Your Soul ist so etwas wie ein psychedelisch dröhnendes Erweckungsspektakel alter und neuer Tugenden und positioniert sich im Güteindex der Band im soliden Mittelfeld. Dem Trend folgend sollte unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Oasis zuletzt immer ca. drei Jahre für ein Album gebraucht haben, in sechs bis neun Jahren mit einem ernstzunehmenden Angriff auf „Definitely Maybe“ zu rechnen sein.
ALBERT EINSCHLEIM |
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SEA SICK
s/t
self released
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Die Sängerin dieser Band hat einen unaussprechlichen Namen und niemand weiß, aus welchem Winkel der Erde sie zu uns gesandt wurde. Eine gute Grundlage für ihre Bemühungen, sich in die Abgründe zu wagen, in denen noch die delphischen Stimmen von Jarboe, Siouxsie und Nico nachklingen. Sie und ihre Erfüllungsgehilfen, die sich symbolhaft bemalen und Fliegenpilzpullover überstreifen, machen das so geschickt, dass man nach der knapp halbstündigen Spielzeit dieser EP das Gefühl hat, gerade eine dreitägige Dämonenbeschwörung absolviert zu haben und von jetzt bis in alle Ewigkeit in einem Kubrick-Film zu wohnen.
SANDOR SZAVOST |
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LANDSCAPE IZUMA
Kolorit
Siluh |
Als die neuen Red House Painters vermarktet, erinnert diese Singer/Songwriter-Bagatelle an den guten Stellen an von Martin Gore gesungene Depeche Mode-Balladen. Wie wir alle wissen ist Martin Gore ein begnadeter Songwriter, wirkt aber als Sänger im Vergleich zu der männlichen Tiefe von Dave Gahan wie ein weinerliches Würstchen. In dieser Hinsicht ist der hier tätige Protagonist auf Augenhöhe, das mit den großen Songs lernt er vielleicht noch irgendwann.
ANDREW FLETCHER |
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EL GUINCHO
Alegranza
XL Recordings/
Beggars Group/Indigo |
Nach dem ersten Durchlauf war ich doch etwas überrascht, dass die halbe Welt wegen einer Platte aus dem Häuschen gerät, die klingt, als ob Manu Chao recht rücksichtslos auf dem Animal Collective herumtrampeln. Während des zweiten Durchlaufs fand ich es dann plötzlich etwas Schade, dass ich mit dem Kiffen aufgehört habe und jetzt, eine Woche später, kann ich nur noch einschlafen, wenn dieser Schamane hier mich mit seiner Bongo-Armada ins Delirium trommelt. Echt seltsam.
PEPE DOS CANONES |
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DANIEL MARTIN MOORE
Stray Age
Sub Pop |
Ganz schüchtern und bescheiden kommen diese Songs angeschlichen, fast so als ob es ihnen unangenehm wäre, mich mit ihrer Existenz zu belästigen. Sie nehmen damit in angemessener Weise Rücksicht auf meinen misanthropischen Charakter, denn tatsächlich mag ich die meiste Musik nicht und werde dann auch sehr schnell wütend. Hier ist das anders, denn dies sind alles recht unaufdringliche Lieder über die Bedeutungslosigkeit der menschlichen Existenz und wie man trotzdem hin und wieder darüber lachen kann, ganz ohne Zynismus.
MASTER SPLINTER |
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THE STILLS
Oceans Will Rise
Arts & Crafts/Alive |
Als Band mal so ein geradezu makelloses Stück wie den „Still in Love Song“ zu schreiben und seitdem mehrfach auf Albumlänge der eigenen Genialität hinterher zu rennen, ist vermutlich so ähnlich wie bei einem Date mit der Jahrgangsschönsten an der falschen Stelle eine frivole Bemerkung zu machen und damit alles in den Sand zu setzen. Du bekommst diese eine Chance nie wieder zurück. Du schläfst weiterhin mit der depressiven Ethnologiestudentin, die zwei Stockwerke über dir wohnt. Es ist nicht erleuchtend, aber du kommst über die Runden.
SMILE OVER SUBSTANCE |
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LUCKY DRAGONS
Dream Island Laughing Language
Upset the Rhythm
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Erst habe ich eine halbe Stunde das Cover angestarrt, bis ich merkte, dass es sich gar nicht um ein 3D-Bild handelt, sondern einfach nur um ein Gewirr aus komischen Symbolen und Zahlen. Das passt, weil auf der Platte auch gar keine richtige Musik ist, sondern nur ein Gewirr aus komischen Geräuschen und rhythmischen Verschiebungen. Genau, das ist so abgehobenes Kunstgewichse, in das man sicher alles Mögliche reininterpretieren kann, aber wirklich anhören tut man es dann doch nicht.
RICK DANGEROUS |
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SUNN O)))
Domkirke
Southern Lord |
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MENACE RUINE
The Die is Cast
Alien8 Recordings
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Vor ein paar Monaten erst haben sie auf dem Grund von Black Metal ein paar Staubsauger angeworfen und mit ihrer Verdichtung des Genres Versprechen eingelöst, die sich bis dahin keiner einzufordern getraute. Und jetzt meinen sie scheinbar den Sektor abgearbeitet zu haben und veröffentlichen eine halbgare abgedriftete Neofolkbagatelle. Es ist so etwas wie das Album, das Dead Can Dance nie aufgenommen haben. Vermutlich, weil es so mies ist.
THE BIG BLENDER |
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Ist das Sammeln von Sunn O)))-Alben vielleicht ein Äquivalent zu Magic: The Gathering Karten für junge Männer Anfang zwanzig in schwarzen T-Shirts? Gut, in Sachen Zielgruppe gibt es vermutlich ohnehin riesige Schnittmengen. Aber egal wie viele Sunn O)))-Platten man besitzt, Stephen O’Malley ist immer noch einfach ein Typ, der einmal seine Gitarre anschlägt und sie dann an einen riesigen Berg aus Gitarrenverstärkern hält. In diesem Fall wurde in einer norwegischen Kirche aufgenommen und Steve Moore von Earth spielt Orgel. Domkirke hat also +2 Drone, ist aber anfällig gegen einen Angriff von Black-Metallern mit Molotowcocktails.
LOUIS PATTISON |
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