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PUSSY GALORE

Religious Knives verschönern sich den Touralltag

Dies hier ist eine Zeichnung von Religious Knives, angefertigt von Religious Knives. Für den Fall, dass ihr sie nicht erkennt, das sind: (von links nach rechts) Maya, Mike, Nate und Todd.

Religious Knives sind keine notdürftig bewaffneten Fanatiker aus dem nahen Osten, sie sind auch keine Messerwerfercrew, die auf dem evangelischen Kirchentag auftritt. Tatsächlich sind sie ein Haufen gutherziger Hippies, die bei der Suche nach einem Bandnamen etwas daneben gegriffen haben. Außerdem sind es ganz normale Familienoberhäupter, die ihren Kindern beibringen, wie man es schafft, kistenweise Bier zu trinken, Fleisch zu essen und wie The Doors zu klingen und trotzdem nicht wie eine Gang aus fettbäuchigen übrig gebliebenen LSD-Opas auszusehen. Sie sind außerdem aufrechte Verfechter der DIY-Kultur und echte Experten, wenn es darum geht, Katzen zu zeichnen.

Vice: Ihr seid gerade in Kopenhagen gewesen, jetzt in Berlin und kommt eigentlich aus New York. Wo hattet ihr bis jetzt das schlimmste Konzert?

Maya:
Definitiv in Paris. Das Publikum hat sich einfach durchgehend so verhalten, wie wir Amerikaner denken, dass sich Franzosen verhalten. Sie waren unfreundlich, arrogant und standen das gesamte Konzert über mit verschränkten Armen da.

Jaja, die verwöhnten Großstädter. Aber hattet ihr wenigstens Spaß in den Provinznestern, wie z.B. neulich in den Niederlanden?

Mike: Wir waren in Tilburg, das war ziemlich cool. Da gibt es so ein kleines Festival namens ZXZW. Die Stadt ist jedoch wirklich merkwürdig. Sie ist sehr klein, eine ganz normale holländische Stadt. Nur zum ZXZW verwandelt sie sich in eine Festivalstadt. Das Publikum hatte wahrscheinlich keine Ahnung, wer wir waren. Sie haben trotzdem ziemlich viele CD’s gekauft.

Wer hat noch auf dem Festival gespielt?

Mike: Die Typen, mit denen wir jetzt gerade auch auf Tour sind, Gala Drop, und das Sun Ra Arkestra. Wow, die waren super. Besonders der tote Jazzmusiker aus Alabama.

Nate: Nein, nein. Er ist ein totes Jazzalien aus Alabama.

Was denn nun?

Mike:
Er ist ein toter Jazzmusiker aus Alabama, in dessen Reisepass eigentlich stand, dass er vom Saturn kommt.

Ah, wie bei Futurama also, mit dem Kopf unter der Glasglocke...

Mike:
Genau so! Sein Kopf unterm Glas, kein Körper und er gibt seinem alten Orchester aus dieser Position heraus Anweisungen.

Ihr macht ja nicht nur Musik, Tourleben und all das. Ein paar von euch haben ein Label …

Mike:
Maya und ich haben ein kleines Kassettenlabel zu Hause in New York. Wir bringen außerdem Bücher heraus. Zum Beispiel eins von Nate und eins von Maya. Nate ist ein Illustrator und Maya malt eher so Muschis.

Maya: Stimmt gar nicht, ich male Brüste.

Mike: Nein, du malst Muschis.

Maya: Titten. Na ja, wir haben jedenfalls auch so ein Spiel. Da malen wir Muschis, also Katzen, die Drogen nehmen. Willst du es mal sehen? Guck mal, die hier raucht an einer Bong, die hier hat einen Penis, schau ein Staubsauger und hier ist noch eine Amsterdamkatze.

Oh ja, hübsch. Danke.

ANIKA MIJATOVIC
Religious Knives It’s after dark LP ist auf Troubleman Unlimited erschienen. www.myspace.com/religi0usknives


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