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DOS & DON'TS
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KEITH JONES WILL EIN HUND SEIN, ABER IST IN WIRKLICHKEIT EIN VOGELINTERVIEW: SARAH STEINBERG ANOTHER DRAWING BY KEITH JONES 1 | 2 | > Vice: Ich stelle mir das Innere deines Kopfes ungefähr so vor, wie deine Zeichnungen, nur kanadischer. Keith Jones: Ja, manchmal ist es echt erschreckend. Ich denke dann: „Oh nein, diesmal wird es noch finsterer als das letzte Mal.“ Ich komme echt auf ziemlich seltsame obsessive Themen. Und was ist momentan deine Obsession? Letzten Monat war es das Ende der Welt und dieser ganze Kram. Und außerdem Comics. Was für Comics hast du dir so angesehen? Da gibt es diesen einen Künstler, Fletcher Hanks. Er ist aus den 30ern und keiner weiß, was mit ihm passiert ist. Die Geschichten sind total seltsam. Ja, sie haben seinen erfrorenen Körper 1976 auf einer New Yorker Parkbank gefunden. Du kommst also viel rum, stimmt’s? Ja, ich bin mit dem Motorrad quer durch Amerika gefahren und ein paar Jahre lang auf Güterzügen mitgefahren. Meine Freunde und ich haben da diesen einen Typen getroffen, der das Gesicht voller Tattoos hatte. Seine Freundin wurde von einem Zug zerfetzt, als sie versuchte, ihren Hund zu retten. Gütiger Himmel! Ich glaube, er wollte nach Alaska, um sich dort vor einen Zug zu werfen. Aber wir hatten dann die Idee, auf Güterzügen mitzufahren und sind also erst mal nach Washington State gefahren. Auf dem Weg wurden wir von einem Truckfahrer mitgenommen. Er wollte uns zwar mitnehmen, aber wir sollten im Laderaum schlafen. Wir mussten so ungefähr 15 Stunden in einer schwarzen Kiste sitzen. Was? Es war echt unheimlich! Einmal wurden von einem Typen mitgenommen, der einen Haken als Hand hatte. Er war das erste Mal nach 20 Jahren nach Hause unterwegs. Als Kind hatten ihn alle geliebt, weil er ein Champion im Messerwerfen war, aber er hatte keine Hand mehr und er wusste nicht, wie er es ihnen sagen sollte. Er hatte echt Schiss. Das ist mir jetzt zu deprimierend. Lass uns lieber das Tierspiel spielen. Was ist das? Stell dir vor, du bist tot und du kommst in den Himmel und Gott sagt: „Hey Keith, wir werden dich wieder auf die Erde zurückschicken, aber nicht als Mensch. Du musst dir ein Tier aussuchen, das du sein willst.“ Ich glaube, ich wäre gern eine Katze. OK, dann brauch ich jetzt drei Katzeneigenschaften. Na ja, sie pennen den ganzen Tag nur rum und werden gefüttert. Das sind keine Eigenschaften. Du meinst Charaktermerkmale? Dann wäre ich, glaube ich, lieber ein Hund. Die sind glücklich und sorglos und sind gerne aktiv. OK. Dann sagt Gott: „Ich setz dich also auf die Hundeliste, aber kannst du mir noch eine zweite Option nennen, wenn da kein Platz mehr sein sollte?“ Ein Affe. Sie sind agil. Sie sind sozial. Und sie haben Hände und können Sachen werfenund sie sind geschickt. Und wenn auch keine Affenplätze mehr frei sindsag mir noch eine dritte Wahl. Ein Vogel. Die sind toll. Sie sind frei und sie essen alles, was sich so finden lässt, und sie erinnern mich ein bisschen an Katzen. OK. Ich habe deine Ergebnisse analysiert. Das Erste ist, was du gerne sein würdest. Das Zweite, wie du auf die Welt wirkst. Und das Dritte, wie du wirklich bist. Stimmt das? Ja, total! Lustig, dass ich erst eine Katze sein wollte, weil sie nichts tun. Keiths zweites Buch, Catland Empire, ein Science-Fiction-Comic über Katzen in Universe City, wird nächsten September bei Drawn and Quaterly erscheinen.
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