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Fuck “the love between a bird and fish.” The furthest distance in the world right now is the space between this beard and my fists. Comments/Enlarge | See all


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FLORIAN BERTMER MACHT KEINE KUNST, ABER HAT SCHON IMMER TOTENKÖPFE GEZEICHNET


INTERVIEW: PATRIK ZBORIL



Florian Bertmer erschafft ständig neue mysteriöse Kombinationen aus Frauen mit perfekten Titten, apokalyptischen Bestien und okkulten Symbolen. Dann setzt er sie auf T-Shirts, Tourplakate und Plattencover von einer Menge toller Bands, die wir in letzter Zeit zu oft erwähnt haben, in die Welt. Willkommen in einem Universum, das aussieht wie eine Mischung aus den Sachen von Hieronymus Bosch und diesen Scheibenwelt-Illustrationen.

Vice: Seit wann machst du, was du machst, und seit wann kann man das Ganze Kunst nennen?

Florian Bertmer:
Ich wusste schon immer, dass ich etwas mit Zeichnen in meinem Leben machen will. Aber die erste wichtige Arbeit war das Cover für die Agoraphobic Nosebleed/Converge Split-LP so um 1999.

Bist du eher do-it-yourself-mäßig drauf oder hast du dich in die Ausbildungsmaschinerie geworfen, um etwas übers Zeichnen zu lernen?

Ich musste mir bis jetzt alles selber beibringen. Ich habe zwar angefangen, Illustration zu studieren, um etwas übers Zeichnen zu lernen, aber wirklich viel beigebracht wird dir da eigentlich nicht. Ich würde mich selbst auch nie als Künstler bezeichnen. Der Begriff hat heute so viele schlechte Konnotationen, das klingt einfach nur super behindert.

Ah, was ist denn dann die behindertste Sorte Künstler?

Die Liste ist da relativ lang, glaube ich, haha.

Und wer steht auf dieser Shitlist ganz oben?

Also mit solchen Sachen wie die von Joseph Beuys kann ich zum Beispiel überhaupt nichts anfangen.



Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass das kommt, zumindest nicht als Erstes, aber ich finde Beuys auch scheiße. Ich glaube, Ralf Metzenmacher hat ihn mal als eines der größten Missverständnisse des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

Aber auch mit diesen ganzen abstrakten Künstlern kann ich einfach nichts anfangen. Das ist dann immer so okaaaaay—ich schau mir jetzt hier dein Bild an, aber ich muss eigentlich ein Buch lesen, um zu kapieren, was das hier soll. Das habe ich auch gemerkt, als ich in San Francisco war und jemand uns dann Bilder von irgendwelchen super hippen Künstlern gezeigt hat, die auch die Leute bei Westfalenfleiß in der Behindertenwerkstatt gemacht haben könnten.

Haha. Du selbst verwendest ja immer Motive, auf deinen Arbeiten passiert immer so viel. Bist du eigentlich irgendwie obsessiv dabei?

Ja. Das ist manchmal echt anstrengend. Ich versuche immer, so viel reinzupacken, wie es geht und kann auch kein Detail weglassen, wenn es mir so vorkommt, als ob es da hin gehören würde. Ich bin ein riesiger Fan von Geof Darrow. Ich habe seine Bilder als Kind in einem Buch bei meinem älteren Cousin gesehen und habe mir die Seiten stundenlang angesehen.

Geof Darrow ist wie die großartigere Version von einem „Wo ist Walter?“-Bild. Was hast du noch für Einflüsse?

Ich bin ein großer Fan von den ganzen Jugendstil-Sachen, Alfons Mucha und so. Dann gibt es noch eine ganze Reihe von Comic-Autoren, die ich gut finde, Leute wie Simon Bisley, oder die alten Mike Mignola-Sachen. Und Leute wie Frank Frazzeta finde ich auch ganz geil.

Das hat deinen Stil und die Wahl deiner Motive auf jeden Fall sichtlich beeinflusst. Die Frauen und die Kreuze und Pentagramme und all das kehren immer wieder.

Auf jeden Fall, ich interessiere mich schon immer für Mythologie und okkulte Sachen. Symbole aus Religionen, aus irgendwelchen Märchen und Legenden, das alles fasziniert mich. Ich finde auch die Schnittpunkte, an denen sich verschiedene Kulturen ähneln, interessant.

Warst du dann auch so eines von diesen Kindern, das ständig Totenschädel und anderen düsteren Kram gemalt hat?

Ja! Kein Scheiß, aber meinen ersten Totenschädel habe ich mit fünf Jahren in einen Asterix-Comic von meinem Vater gezeichnet. Meine Mutter ist total ausgetickt, haha. Das war Skeletor von Masters of the Universe, den ich dann natürlich auch deswegen als letzte Figur gekriegt habe, was mich tierisch aufgeregt hat.

Skeletor habe ich aber nie gekriegt.

OK, das ist schrecklich. Absolut bester Bösewicht aus dieser Zeit, muss man schon sagen. Ich fand auch Totenschädel nie negativ, so wie das viele sehen. Besonders Frauen, die meine Bilder sehen, sagen öfter: „Ja, ist ja alles ganz schön aber die ganzen Totenschädel, nein!“ Habe ich jetzt schon oft gehört, aber ich empfinde das nicht so.


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