NEWSLETTER



DOS & DON'TS

I guess it’s OK to jauntily perch atop an old lady’s bike if you look like the French Dennis Wilson (I want that jacket). Comments/Enlarge | See all


I wish I could tell you whether or not this Venice Beach Robocop’s legs were going “kzzzzzzzt kzzzzzzzt kzzzzzzzt kzzzzzzzt” with each step, but it was hard to hear over the sound of my mouth going “Haaaaa Haaaa Haaaa Haaaa.” Comments/Enlarge | See all






RELATED ARTICLES

EIN SCHIZOPHRENER
Mein Kumpel Phiiliip (ja, er schreibt sic...
GLOBAL TREND REPORT '08 - AMSTER...
Jetzt ist es also offiziell: Strickjacken...
VICE FOTOGRAFIEN
Von Ryan McGinley
MARTIN AMIS - PART 2
Was denkst du von der momentanen Situa...





VICE MAIL


Nachdem wir die Leserbrief-Seite der August-Ausgabe wegen Mangel an wirklich geeigneten Zuschriften ausgesetzt hatten, kamen die Pam-phlete und Bullen plötzlich hereingeflattert. Wir danken euch, Leser. Obwohl der Großteil davon schrecklich zu lesen war, gab es einige davon, die herausstachen und wirklich unser Interesse fanden.

Also haben wir uns dazu entschlossen, ein paar Autoren einiger Zuschriften anzurufen, was uns vor ein paar Probleme stellte: Um die schreibende Person zurückverfolgen zu können, muss diese ihren vollen Namen (nicht einfach nur „Michi aus Bochum“) und ihre Adresse, die auch beide im Telefonbuch registriert sein müssen, angeben. Da-nach muss die Person auch noch einen Anruf von einer seltsamen Nummer oder eine unheimliche Nachricht auf dem Anrufbeantworter beantworten. An diesen Hürden sind die meisten der Zuschriften gescheitert (wie all die negativen Zuschriften auch, weil diese Typen immer zu feige sind, ihre richtige Adresse anzugeben).

Wie dem auch sei, hier sind ein paar angenehme Leute, mit denen wir ein wenig geplaudert haben.

Frau Burgherr ist aus einer kleinen reformierten Gemeinde in der Schweiz, die uns fälschlicherweise ein Fax über ihren Missionsbasar geschickt hat. Frau Burgherr hat die allernetteste Stimme der Welt und klingt so lieb, dass ich schon fast zehn Euro gespendet hätte, für Fußbälle für Kinder oder so was.

Hallo Frau Burgherr, wir haben von Ihnen ein Fax bekommen.

Cornelia Burgherr:
Für den Missionsbasar, ja? Ich wollte eigentlich an DaimlerChrysler schreiben.

Ist der Missionsbasar denn schon gelaufen?

Nein, der läuft am 21. und 22. November 2009, nein, 2008. Wir ma-chen jedes Jahr im November einen Missionsbasar. Da haben wir verschiedene Firmen, die uns unsere Preise spenden. Wir übernehmen einfach immer die Faxe vom letzten Jahr und senden sie wieder. Von DaimlerChrysler haben wir schon öfter Preise bekommen.

Was geben Ihnen diese Firmen so für Preise?

Also Fielmann haben solche kleinen Weckerchen oder Fußbälle für die Kinder, einfach so Werbegeschenke. Oder DaimlerChrysler, die geben uns Schlüsselanhänger von Smart oder kleine Modellautos.

Gibt es denn dann auch Kaffee und Kuchen?

Ja, wir haben auch ein Menü, am Freitag gibt es Schinken mit Kar-toffelsalat und am Samstag gibt es Spaghetti mit verschiedenen Soßen und so kleine Baguettes.

Und welche Missionen werden mit den Einnahmen unterstützt?

Dieses Jahr ist das Schweizer Projekt das Weiße Kreuz. Das ist gegen Alkohol. Bei den Jungen ist das ja zurzeit manchmal krass, mit diesen Sachen, die sie zurzeit machen.

Würden Sie sagen, dass das ein wachsendes Problem ist?

Ja, und deswegen haben wir eben gedacht, wir müssen das dem Wei-ßen Kreuz geben, damit sie etwas machen können mit Jugendarbeit.

Sind Sie eine große Gemeinde?

Nein, wir sind nicht so eine große Gemeinde, etwa 8.000 Einwohner haben wir. Und immer weniger Reformierte auch. Jetzt haben wir mehr Ausländer hier, die sind nicht reformiert, aber es kommen manchmal auch solche Leute bei uns vorbei.

Was sind das für Ausländer, katholische Ausländer?

Ja, hauptsächlich katholische Ausländer. Jetzt haben wir auch mehr Leute vom Balkan, die sind orthodox oder Muslime. Aber es ist interessant, denn manchmal geben uns auch Geschäfte, die Muslimen gehören, Tombolapreise und ich weiß nicht, ob das Absicht ist oder ob sie nicht verstehen, für was es ist [lacht].

Wie viel kostet denn ein Los?

Das ist ein Franken.

OK, viel Erfolg bei Ihrem Basar und vielen Dank für das Gespräch.

Vielen Dank, das ist nett, auf Wiederhören.



Tim hat kein Telefon. Alles was wir hatten, war seine Adresse und seinen Name. Wir haben alle Personen mit dem Nachnamen „Weil-and“ angerufen und dann schließlich einen total Fremden mit der gleichen Adresse. Ein unverständliches Telefonat später kam uns die Idee, es mit dem Mann auf Polnisch noch mal zu probieren und siehe da, er wurde warm und sogar richtig hilfsbereit. Wir haben ihn dazu gebracht, in Tims Briefkasten einen Zettel mit einer Nachricht zu deponieren und darauf gehofft, dass Tim uns anruft.

Vice: Es war ja ein ziemlicher Hustle, dich erst mal zu finden. Wie gefällt es dir, dass wir uns so Stalker-mäßig auf die Suche nach dir be-geben haben?

Tim:
Ich fand’s echt super. Mein Nachbar kam rein und meinte: „Hier, du musst Vice Magazine anrufen“, also echt gute Stalker-Tricks.

Das war auch ziemliches Glück, dass der Typ ausgerechnet polnisch konnte, was ist das für ein Typ?

Den kenne ich nicht. Noch nie vorher gesehen. Wie hieß der noch mal?

Irgendetwas Polnisches. Sein Deutsch ging gar nicht.

Ja, ich glaube, er ist so um die 50 und hat graue Haare. Er hat bei mir geklingelt und ich dachte, es wäre die Müllabfuhr oder so was.

Du bist in deinem Brief ja ziemlich auf unseren Prostatamelk-Artikel abgegangen.

Momentan ist das so, dass man alles, was mit dem Arsch zu tun hat, gut findet. Ich fand es gut, dass ihr völlig wertfrei drüber schreibt.

Bist du schwul?

Ja klar.

Hätte ja auch sein können, dass du hetero bist und einfach trotzdem auf die Prostata-Nummer abgehst. Machst du das selber regelmäßig?

Na ja, natürlich würde ich mir wünschen, dass die Penetration durch einen Mann stattfindet, aber manchmal nehme ich dafür auch Ge-brauchsgegenstände.

Ewww. Zum Beispiel?

Gurken eignen sich ganz gut. Aber jetzt nicht die aus dem Super-markt, sondern die vom lokalen Gemüsehändler um die Ecke.

Die kleinen?

Ja, genau die. Da muss man ein bisschen die Spitze abmachen und dann ein Kondom drüberziehen.

Machst du das zum Spaß oder wegen deiner Prostata?

Natürlich zum Spaß, was ist das denn für eine Frage?

Du hast geschrieben, dass der reine Analorgasmus ein Mythos ist.

Naja, man muss sich schon irgendwie dabei anfassen.

Eine Kollegin hat mir gerade noch zugerufen, ich soll dich fragen, ob du Gay-Romeo kennst.

Na klar! Da führe ich auch gerne einen Diskurs drüber und zwar ei-nen ganz krassen.

Na dann erzähl mal ...

Gay-Romeo begreift Menschen als Ware. Das Körperliche steht im Vordergrund, und ich möchte aber als Person und nicht nur als Körper kennengelernt werden. Ich hab in meinem Profil schon geschrieben, dass ich mich bald abmelde. Ich hab aber auch schon ganz tolle, tolle Männer da kennengelernt.

Hast du dich mit denen auch getroffen?

Ja klar, da bin ich eh dafür: kurz zu quatschen und dann sofort treffen und sich kennenlernen. Eye to eye ist immer besser.

Habt ihr auch was zusammen unternommen oder einfach nur Sex?

Teils teils. Manchmal auch was unternommen und danach Sex. Ha, ha. Du merkst, das klingt jetzt bestimmt widersprüchlich. Aber ich hoffe, du weißt, was ich meine.



Schreibt an VICE, Brunnenstr. 196, 10119 Berlin
oder an briefe@viceland.de

Briefe können aus Platzgründen gekürzt werden.



< Seite Zurück

COMMENTS