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I wish I could tell you whether or not this Venice Beach Robocop’s legs were going “kzzzzzzzt kzzzzzzzt kzzzzzzzt kzzzzzzzt” with each step, but it was hard to hear over the sound of my mouth going “Haaaaa Haaaa Haaaa Haaaa.” Comments/Enlarge | See all


Without bringing a bunch of writing or props into it, three shorts and no shirt is probably the easiest way to dress up as the opposite of a brain surgeon. Comments/Enlarge | See all






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DIE TÜREN DER STADT


INTERVIEW: PATRIK ZBORIL, FOTO: CHRISTOPH VOY


Bevor Michel Ruge nach Berlin kam, hat er neben seinem Schauspielstudium ein Nachtcafé auf St. Pauli geleitet, für dessen Veranstaltungen er immer selbst an der Tür stand. Nachdem er im Jahr 1999 nach Berlin kam, gründete er mit dem Kunstmaler Daniel Richter seinen Kampfsportclub Combat Escrima. Nebenbei machte er zuerst einige wenige Jobs an den Clubtüren dieser Stadt, bis die Nachfrage an seiner Person plötzlich explodierte und er sich vor Anfragen kaum mehr retten konnte. Das hat dazu geführt, dass Michel sechs Jahre am Stück die Türen der Berliner Untergrund-Clubs mitgeprägt hat und die Szene nun kennt wie seine Westentasche. Allerdings hat es auch dazu geführt, dass er sechs Jahre lang immer geschlafen hat, wenn alle anderen Leute ihrem Tagesgeschäft nachgingen und dass er teilweise unerfreuliche Veränderungen miterlebt hat.

Ich habe mit Michel über das gesprochen, was hinter den Leuten mit den schwarzen Klamotten steckt, die dich manchmal reinlassen—und manchmal eben auch nicht: ein Privatleben, interessante Persönlichkeiten, sehr viel Training und Kampftaktiken, die du in keinem Ring der Welt findest.

Vice: Du warst sozusagen an den Türen all der Clubs, in die ich schon seit Ewigkeiten gehe. Wie hat sich die Szene in Berlin über die Jahre verändert?

Michel Ruge:
Die Clubs haben nach ihrer Untergrund-Phase immer mehr Geld gemacht. Und konträr zu dieser Entwicklung gab es bei einem Teil von ihnen die Tendenz, den Türstehern immer weniger Verständnis entgegenzubringen und ihnen kein wirklich adäquates Gehalt mehr zu zahlen. Für diese Gruppe von Türstehern fühlte sich das an wie eine Bestrafung. Sie waren ungefähr das Gegenteil des stereotypen Bouncers, hatten über die Jahre ein feines Gespür für die Szene entwickelt, für die Optik der Leute und die Be-handlung der Stammgäste. Vor zweieinhalb Jahren habe ich aus diesem Grund, aber hauptsächlich, weil ich mich meinem Sport widmen wollte, aufgehört. In Berlin herrscht zudem ein riesiges Drogenproblem, das in den letzten fünf Jahren unwahrscheinlich explodiert ist. Diesen Kokainismus kann man auch an der allgemeinen Stimmung ablesen. Die Euphorie aus den 90er-Jahren bis zum Anfang des Jahrtausends, bis hin zur Selbstüberschätzung, bis hin zur Aggressivität, Depression und Selbstzerstö-rung—alle diese Phasen hat die Szene durchgemacht.

Wie läuft das so, wenn man in diesen Beruf einsteigt?

Man muss sich bewähren. Es gibt ein paar goldene Regeln an der Tür: nicht kneifen, keine Drogen, kein Alkohol, weil jeder sich darauf verlassen können muss, dass sein Partner hinter ihm steht. Wer kneift, fliegt eigentlich sofort raus und müsste eigentlich von seinen Kollegen noch einen Arschtritt bekommen ... also eins in die Fresse.

Was hattest du denn für „Feuertaufen“?

Wir hatten einmal einen Abend auf einer Hip-Hop-Veranstaltung, wo wir alle 20 Minuten unten waren und Leute rausholen mussten. Oben war dann jemand, der einem Türsteher ein Messer an den Hals gehalten hat und unten war der Laden voller Verbrecher. Dieser Abend hat uns richtig verbrüdert, wir haben gesagt, dass es ein richtig geiler Abend war, weil wir uns alle aufeinander verlassen konnten.

Wie fühlst du dich in den krassesten Situa-tionen? Bleibst du innerlich trotzdem ruhig?

In solchen Situationen bin ich innerlich gar nicht mehr ruhig. Da gab es zum Beispiel einmal eine Situation. Wir waren ganz lo-cker an der Tür gewesen und hatten nichts Böses geahnt. Plötzlich kamen ein paar Mafialeute mit drei Limousinen an, alle mit diesen typischen Lederjacken, so sieben Typen Mitte bis Ende dreißig. Einer stand im Laden, einer war in der Tür, die anderen waren draußen und einer hat sich versteckt. Die wollten bestimmt nicht feiern und zudem war es auch nicht deren Laden. Das Problem war unsere völlige Überraschung und die plötzliche Unterzahl. Wir haben sie am Ende aber nicht reingelassen und es ist noch mal gut gegangen.

Was hättest du dann in dieser Situation gemacht, wenn es außer Kontrolle geraten wäre?

Dann hätten wir eskalieren müssen. Wir hätten diese Leute stoppen müssen, die hätten sich nicht einfach stoppen lassen und sie sind sicherlich nicht ohne Waffen gekommen. Wir hätten alles gemacht, um zu verhindern, dass die sich im Club entfalten. Das heißt, wir hätten eventuell die Leute, die in der Tür waren, rein gezogen, versucht, die Tür zuzumachen, um dann die Sache mit den zwei Leuten, die nun eben drin waren, zu regeln.

Was glaubst du, hatten sie für Waffen dabei?

Schwer zu sagen, aber aus der Erfahrung mit solchen Leuten weiß ich, dass sie mindestens Messer dabei hatten. Die sahen so erwachsen aus, als ob sie bestimmt noch etwas anderes dabei hatten. Zwei von ihnen waren jedenfalls bekannt für Schießereien, dementsprechend musste man sich darauf einstellen.

Wie begegnet ihr dem? Dürft ihr überhaupt Waffen haben?

Wir haben nur Waffen zur Verteidigung, offiziell darfst du Reizgas und einen Teleskopstock haben, um Schläge abzuwehren. Damit stehst du ziemlich nackt da.

Und inoffiziell?

Rechtlich gesehen, dürfen wir keine anderen Waffen haben und wenn wir doch welche einsetzen würden, müssten sie ja gleich wieder verschwinden lassen, wenn die Polizei kommt, um nicht in große Schwierigkeiten zu geraten. Deswegen gleichen wir das Manko an Waffen eigentlich immer mit Einfallsreichtum aus, alle Gegenstände, Blu-menkübel, Aschenbecher, die Tür selbst, alles kann zur Waffe umfunktioniert werden.

Sind die Polizisten solchen Mafialeuten un-terlegen?

Auf jeden Fall. Schon allein, weil sie so wahnsinnig an Gesetze gebunden sind. Sie sind ihnen körperlich unterlegen und das Ge-waltpotenzial auf der Gegenseite ist viel viel höher.

Kam es schon mal vor, dass ein Sonderein-satzkommando kam?

Ja, die kamen dann auch innerhalb von zehn Minuten. Wir mussten allerdings auch sagen, dass der Laden überfallen wird. Sonst wären sie nicht gekommen. Ich habe an der Tür schon oft die Polizei gerufen und es hat dann anderthalb Stunden gedauert, bis sie gekommen sind. In einem Fall gab es mal Stress an der Schönhauser, mit einer Messerstecherei. Einer hatte dann ein Messer im Bauch und es war eine richtig unschöne Sache. Erst mal hat es lange gedauert, bis die Polizisten kamen und dann standen sie auf der anderen Stra-ßenseite und haben auf die Sondereinsatzleute gewartet.

Und kommt es auch vor, dass Türen von anderen Gruppen übernommen oder „erobert“ werden?

Im Umland ist das gang und gäbe und bei uns gab es auch paarmal Anwand-lungen, dass Leute versucht haben, ihre Leute an die Tür zu bringen. Es gibt ja auch viele Türsteher, die kriminell sind und ihre Geschäfte an der Tür machen. Und so was zieht dann auch noch mehr Leute dieser Art an. Dann geht es neben den Türjobs natürlich auch um die Drogen, um die Mädchen, die geködert werden, um diese Halbwelt-Geschichten, Schutzgeld und so weiter.

Wie liefe das, wenn ich jetzt eine Tür übernehmen wollte?

Ein paar Leute machen Stress in einem Laden. Dann ist „zufälligerweise“ gerade derjenige vor Ort, der auch die Tür übernehmen will. Der „schlichtet“ den Stress dann, während die Türsteher auf die Fresse bekommen haben und nichts machen konnten. Dann kann derjenige zum Geschäftsführer gehen und sagen: „Wenn du noch mal Stress hast, ruf mich an.“ Der Geschäftsführer hat natürlich die Hosen voll und ruft ihn an. Der er-zählt ihm dann, er hätte eine scheiß Tür und er würde ihm ein paar von seinen Jungs hinstellen, und schon hat er die Hoheit über die Tür. Natürlich kannst du auch versuchen, mit Manpower eine Tür zu übernehmen.

Kannst du mir zum Schluss erzählen, was das Besondere an deinem Kampf-sport ist? Ist er für deinen Job besonders geeignet?

Der Unterschied zu allen anderen Kampfsportarten ist, dass es in diesem unvorhersehbaren Kampf auf der Straße sehr effektiv ist. Die Statistiken zeigen, dass bei Auseinandersetzungen überwiegend Waffen eingesetzt werden. Da zählt der Stein genauso wie die Flasche oder ein Aschenbecher. Der Kampf den man im Sport lernt, hat mit dem wirklichen, illegalen Kampf auf der Straße nichts zu tun. Du willst nicht mit den Leuten kämpfen, sondern du willst sie eintüten. Jemand, der Alligatoren fängt, springt ja auch nicht ins Wasser und ringt mit ihnen. Er packt sie von hinten am Schwanz und steckt sie in einen Sack.


Wenn ihr mehr über Michels Kampfsport erfahren wollt, seht mal unter www.combat-escrima.com nach.


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