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Not sure whether this is a crustie wearing the pelt of the bridge-and-tunnel douche he just curbed or a former stockbroker who just went off the deep end but color my pants brown either way. Comments/Enlarge | See all


You've got to be out of your mind to commit suicide by tiger. Comments/Enlarge | See all






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VICE MAIL


LIEBE, ODER LASS ES?
Liebes Vice,

Re: der „Kriegsresistent“-Artikel: All ihr Deserteure werdet genau das kriegen, was ihr verdient. Keiner hat euch dazu gezwungen. Ihr seid aus freien Stücken in die Armee eingetreten. Als die Dinge dann plötzlich ein bisschen anstrengend wurden, habt ihr angefangen, euch rauszureden und habt euch VERPISST. Ihr habt eurem Land UND seinen Bürgern den Rücken zugekehrt, als sie euch brauchten. Und jetzt wird dieses Land euch den Rücken zukehren. Ihr könnt noch so viel über die Schönheit von Kanada schwafeln, aber in eurem Herzen herrscht eine Leere, die nur Männer und Frauen kennen, die kein Land ihr Eigen nennen können.

Gezeichnet,

LOVER OF LIFE IN THE USA!
via viceland.com

Du sagst es zwar auf eine viel zu bescheuerte und aggressive Art, aber im Prinzip stimmen wir dir zu. Wir sind viel mehr an dem „Wer“ und „Wie“ der Fahnenflüchtigen interessiert, als dass wir große Fans dieser Praktiken wären. Aber trotzdem, fuck you!


ABLEHNUNG AUS GEWISSENSGRÜNDEN
Liebes Vice,

ich bin in Armut aufgewachsen und habe die Schule vorzeitig verlassen, um Vollzeit zu arbeiten und so die Rechnungen zu bezahlen und Essen zu kaufen. Ich weiß, dass nicht alle Geld für eine Ausbildung haben. Ich brauchte Hilfe, aber ich bin nicht zum Militär gegangen, weil ich mich nicht in der Situation wiederfinden wollte, mich möglicherweise damit befassen zu müssen, IN DEN KRIEG zu ziehen. Es ist nicht die einzige Möglichkeit. Man kann sich auch kundig machen, die High School abschließen und eine Möglichkeit finden, für die Ausbildung zu zahlen, wie zum Beispiel Stipendien und günstige Kredite. Ich habe kaum Schulden, habe einen Master-Abschluss und ich habe mich nicht für dumm verkaufen lassen.

TARA
per Post

Verdammt, das ist genau die schlagfertige Antwort, die wir nach der letzten Mail gebraucht haben. Danke, Tara.


BEAT PENNER
An die zuständige Abteilung:

Ich bin ein Autor und Redakteur des feinsten Kalibers. Ich bin an erster Stelle ein Dichter, ich habe mich aber auch schon gelegentlich an Prosa versucht und war für verschiedene Firmen unter vielen Pseudonymen als Redakteur tätig, um eine schnelle Mark zu verdienen.

Ich möchte Ihnen anbieten, auf dieselbe Weise zu Diensten zu stehen. Ich bin viele Jahre trampender und vagabundierender Weise um die Welt gezogen. Ich bin wahrlich tief getränkt mit dem Saft dieser Welt, vor allem mit seinen hinterwäldlerischen, psychoäugigen und whiskeysaufenden Bewohnern und der aus glasigen Augen schauenden Bevölkerung der industriellen Brachen und manchmal beiden gleichzeitig. Ich habe aus den harten, handtuchschwingenden Tagen meiner Zeit in den Slums ebenso viel mitgenommen, wie aus den sauberfotzigen Tagen meiner dahintreibenden Exkursionen entlang der Ufer versandeter Flüsse, während ich Kurzwaren verkaufte und mit den elegantesten und ödesten Bräuten der Welt in den Institutionen der höchsten Bildung auf der Welt Gras kaute.

Ich bin erst 25 und doch ein gewandter Wortschmied. Ich bin es müde, in neonhellen Motelabsteigen mit und über versiffte, mit Silberfarbe bemalte Menschen zu schreiben, die allzu oft mit wütendem Eifer nach dem nächsten sterngewordenen, perversen Abenteuer hungern. Es ist an der Zeit für mich, wieder in die Welt der großen Städte zurückzukehren, aus der ich kam.

Ich habe einen ausgeprägten Sinn für die trübselige Welt der Kultur, da ich in Paris von einer wohlhabenden Diplomatenfamilie unterstützt wurde, die meine Mentoren wurden, als ich ein armer Künstler war. Sie beauftragten mich, ein paar Gedichte und Musikstücke für sie zu schreiben, und da ich zu deren Komposition reichlich Zeit brauchte, blieb ich fast ein Jahr dort. In dieser Zeit lernte ich viel über diesen zum Unglück verurteilten Tagtraum, den man üblerweise „das moderne Leben“ nennt, lebend, wie das Schicksal es wollte, auf dem Champs-Élysées und begleitete reiche Debütantinnen und eine Ansammlung von blasierten Idioten mit reihenweise hübsch anzusehenden Geisterfrauchen am Arm auf Partys. Ich sehe unserem Kennenlernen mit großer Freude entgegen.

DANIEL
per E-Mail

Warte mal, das ist sehr verwirrend. Sind wir jetzt die aus glasigen Augen schauende Bevölkerung der industriellen Brachen oder die Welt der großen Städte, in die du zurückkehren willst? Wenn du uns einen kleinen Fingerzeig geben könntest, wäre das äußerst hilfreich. Es ist eine Weile her, seit wir das letzte Mal etwas aus Gymnasialer-Kerouac-Fan-der-versucht-bei-ner-Braut-zu-landen-Sprache ins Deut-sche übersetzen mussten und wir beherrschen es nicht mehr so fließend. Kannst du bitte außerdem ein Video von dir, wie du diesen Brief laut vorliest, auf YouTube posten und uns den Link schicken.


DER LETZTE NAGEL IM SARG
Liebes Vice,

„Deine Zunge gleitet meinen Gaumen entlang. Ich kann schmecken, wen du zum Dinner hattest. Ich glaube nicht, dass ich je wieder so küssen werde: den Mund geschlossen, mit wenig Interaktion, die Schultern zu scheu, sich zu berühren. Lass unsere Hüften sich ruhig von einander abgestoßen fühlen, während unsere liebsten Glieder zukünftige Generationen verheeren. Ich würde ohne jede Reue meine Jungen vergiften für nur einen Moment instinktiver Freuden. Wir haben beide nur die gleiche Geste der Höflichkeit empfangen, so lass uns nur das Beste, das wir sind, vor uns ins Unermessliche erstrecken. Meine besten Vorstellungen dessen, wie die Welt sein sollte, werden mit dem größten Vergnügen selbst zu schrecklichen Verzweigungen, die wachsen und sich noch oben ranken, aber sich alsbald zu schwach fühlen und zu Asche zerfallen. Als ob wir es so einfach hätten. Uns eines Tages als nichts als leblos zu empfinden, ist die einzige Hoffnung, die mir bleibt. Bitte schick mir eine Botschaft vom Himmel, ich würde so gerne von dem Leben hören, das ich nie haben werde.“

Das ist ein Beispiel meines Schreibstils. Ich habe viele Sachen, die mal mehr, mal weniger vulgär sind. Ich denke, dass ich für einen kleinen Teil Ihres Magazins einen etwas anstößigen und ins Auge springenden Beitrag leisten könnte. Ich habe eine Stimme, die gehört werden möchte. Ihr Publikum wäre das perfekte Medium für mich, um mögliche breitere Massen mit meinen Gedanken und Ideen zu infizieren. Ich schreibe hauptsächlich Poesie im Prosastil. Ich würde mich sehr freuen, einen Auftrag von Ihnen zu übernehmen und etwas daraus zu machen, das Ihr Magazin mit Begeisterung veröffentlichen würde. Bitte senden Sie mir Ihre Vorschläge und Anmerkungen.

MICHAEL
per E-Mail

Moment mal, ist das jetzt Daniel vom letzten Brief mit einem neuen Pseudonym? Wenn nicht, solltet ihr beiden euch auf jeden Fall zusammentun und ein Literaturmagazin gründen. Ihr könntet es die Faule, verirrte, feuchte Furz-Revue nennen. Die Kombination aus Daniels „blasierten Idioten mit reihenweise hübsch anzusehenden Geisterfrauchen am Arm“ und deinen „schrecklichen Verzwei-gungen, die wachsen und sich noch oben ranken, aber sich alsbald zu schwach fühlen und zu Asche zerfallen“ wird daraus zweifelsohne die unabsichtlich lesbarste Lektüre aller Zeiten machen.




Schreibt an VICE, Brunnenstr. 196, 10119 Berlin
oder an briefe@viceland.de
Briefe können aus Platzgründen gekürzt werden.


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