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DOS & DON'TS
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GREEN METALWolves In The Throne Room bemalen sich nicht, aber lieben Bäume
Es wird Zeit, mal Klartext zu reden und all die öden Klischees und Vorurteile über Black Metal beiseite zu lassen. Sogar Attila Csihar, Frontmann der extremsten BM-Band aller Zeiten (wenn man Vorstrafen, Suizid, Mord und Kannibalismus zusammenzählt), berichtete mir neulich, dass es längst nicht mehr um das Niederbrennen von Kirchen geht, sondern um die mystische Erfahrung, die in der Musik selbst liegt, und die, ähm … Menschen zusammenbringt. Mayhem haben Fans im Libanon und in Israel, und er sah nicht ein, wieso die sich bekämpfen sollten. Also geht’s im Black Metal vor allem um Frieden! Black Metaller sind Musiker, keine seltsamen satanischen Überlebenskünstler aus dem Wald. Naja, Wolves In The Throne Room leben tatsächlich im Wald. Vergiss alles, was ich gesagt habe. Vice: Ihr teilt die universelle Faszination des Black Metal mit der Natur. Aber offenbar eher auf lokaler Ebene. Eure Musik scheint sich direkt auf die spezifische Umgebung in Washington State zu beziehen, wie sie auch auf dem Cover abgebildet ist. Aaron Weaver (Drums): Sehr scharfsinnig beobachtet. Der Black Metal aus Norwegen klingt für mich nach Schnee und Eis, nach endlosem nordischen Winter. Unsere Musik entstammt den feuchten, moosbewachsenen Wäldern und ruhigen, versteckten Buchten. Wir sind uns wohl bewusst, dass die Douglastannen und Zedern auf hochsensible Weise mit unserer Musik verknüpft sind. Wir erschaffen eine persönliche, regionale Manifestation von Black Metal. Deswegen bemalen wir uns auch nicht unsere Körper oder behaupten, Satansjünger zu sein. OK, du interessierst dich also nicht für die Dialektik von Christentum und Satanismus. Wo verortest du dich im Black Metal zwischen Nihilismus/Anarchismus, Neo-Heidentum und Nazismus? Wolves in the Throne Room sind eine unpolitische Einheit. Statt eine bestimmte politische Position zu unterstützen, möchte ich durch meine Musik die Realität überschreiten. In meinem Alltagsleben habe ich mit dem Alter und der Erfahrung einen Hang zum Öko-Anarchismus entwickelt. Auch am Nationalsozialismus waren einige Aspekte gut, aber ich kann weder einen brutalen Rassismus noch krude Theorien von der jüdischen Weltverschwörung akzeptieren. Am Nationalsozialismus waren einige Aspekte gut? Alter, bis du bescheuert? Die NS-Kultur hatte sicherlich romantische, utopische, ökologische und primitivistische Visionen, aber all diese positiven Dinge wurden von den autoritären, rassistischen, rücksichtslosen Anteilen überschattet. Dieser rechtsradikale Impuls nährt sich von den niederen Trieben des Menschen: Selbstsucht, Angst vor Veränderung, Aggression. Im Grunde ist es eine feige und unreflektierte Weltsicht. Allerdings halte ich auch nicht viel von politischem Anarchismus. Ich war nie für einen Individualismus, in der jeder seine eigenen Bedürfnisse verfolgt. Eine feste Hierarchie kann ein natürlicher und harmonischer Seinszustand sein. Alles Lebendige hat einen eigenen Wert und das gleiche Recht zu existieren und sich zu entwickeln. Diese Idee ist nicht nur für unsere Musik wichtig, sie bestimmt auch unser Verhalten gegenüber dem Land, das uns umgibt. AVI PITCHON Two Hunters ist bei Southern Lord erschienen. www.myspace.com/wolvesinthethroneroom
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