FOTOS UND TEXT BY PATRICK TSAI
Der Großteil der Hauptattraktionen des Pekinger Shijingshan-Freizeitparks wurde abgebaut. Ein Ergebnis des riesigen Medienzirkus, der letzten Sommer wegen der offensichtlichen und grottenschlechten Disneyworld-Kopie ausbrach. Neben dem Möchtegern-Epcot-Center und dem Cinderella-Schloss wurde alles, was auch nur halbwegs nach Disney aussah, abgerissen und verschrottet. Schluss mit den Minni-Maus-Klons, Donald Ducks, Hello Kittys und dem „chinesischen“ Schneewittchen, von den Doraemon mit Fingern, die herumliefen und die Besucher begrüßten und allen Japanern einen Todesschreck versetzten, ganz zu schweigen.
Um die Verluste auszugleichen, bauen sie in Shijingshan wieder. Eine neue Sektion im Nordosten des Parks steht jetzt wenige Monate vor ihrer Vollendung. Überraschenderweise ist die gesamte Baustelle öffentlich zugänglich. So hat der Park unbeabsichtigt auch hier wieder ein Erlebnis wie aus einer anderen Welt geschaffennur schade, dass es letztendlich wieder verschwinden wird. Wenn man sich seinen Weg durch den Bauschutt, die seltsamen halbfertigen Skulpturen und die zahllosen Gefahrenquellen bahnt, fühlt man sich, wie auf dem Weg zum Donnerdom durch Bartertown.
Nach dem Disneypalaver ist das jetzt wahrscheinlich der beste Zeitpunkt, um sich das Zeug anzukucken, bevor der Nächste mit einem Prozess droht und alles wieder abgerissen wird.
Fotos aus dem unvollendeten Projekt „Kingdom“ von My Little Dead Dick (mylittledeaddick.com).