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DOS & DON'TS










Foto von Alex John Beck








s hat mich immer sehr beeindruckt, dass amerikanische College-Basket-ballteams so viele Fans anziehen und sogar eigene Sammelkarten und so haben. Bei der Fußballmannschaft meiner Schule war es schon schwierig, den Trainer dazu zu bewegen, zu unseren Spielen zu erscheinen. Der bei weitem beste Spieler meiner Mannschaft war Les, ein Schotte, der es später mal zu einem Kurzauftritt als Auswechselspieler in die Regionalliga geschafft hat. Wahrschein-lich ist dieses Ungleichgewicht nur ein Indiz dafür, wie viel Geld in die amerikanische Ivy League gepumpt wird. Den Yankees sind ihre elitären Bildungsanstalten eben echt wichtig. Vampire Weekend sind drei Vorzeigestuden-ten der Columbia University. Sie trafen sich zwischen zwei Seminaren, vereint in ihrer Bewunderung für Paul Simons Graceland, spanischen Pop und goldene Oldies. Nachdem sie auf allen denkbaren privaten und öffentlichen Studentenpartys gezockt haben, sind sie jetzt erfolgreich zur richtigen Band promoviert und haben einen Deal mit XL unterschrieben. Wie sie klingen? In etwa so, als ob White Rabbit oder die Walkmen ein Album gemacht hätten, bei der man seine Anlage nicht umgehend in tausend Teile zerschmettern möchte.

Vice: Was findet ihr denn an Graceland so toll?

Ezra Koening:
Meine Eltern waren besessen davon, das ist wohl zu mir durchgesickert.

Meine auch. Sie gehörten zu diesen linken Mittelklasse-Leuten, die voll auf diesem Anti-Apartheids-, Freiheit-für-Nelson-Mandela-Vibe der 80er und frühen 90er waren. Ich erinnere mich an eine Zeit in meinem Leben, da gab es auf Autofahrten nur die Wahl zwischen Graceland und Tracy Chapman.

Ja. Sicher gibt es da auch ein politisches Element. Wir sprechen hier von Leuten, die in den 60ern groß wurden, als sich eine erste Gegenkultur herausbildete. Was mir an diesem Album besonders gefällt, ist, dass dort wirklich afrikanische Musiker mit-spielen. Im Gegensatz zu Pat Boon, der in den 50ern kitschige Rock’n’Roll-Cover gemacht hat, ging es Paul Simon um den Real Deal. Das einzig Kitschige bei ihm ist vielleicht sein Songwriting. Aber der Gedanke hinter dem Album ist großartig.

Woran denkst du, wenn du den Begriff „Weltmusik“ hörst?

Ich stelle mir einen Laden voller wunderschöner Kristalle vor, vielleicht noch dekoriert mit ein paar tibetanischen Wolljacken, dazu ein dezentes Glockenspiel im Hintergrund und der Duft von Weihrauch.

Wie war es, in einer Ivy-League-Band zu spielen?

Die Columbia ist schon ein wenig anders, sie liegt ja mitten in der Stadt, von daher gibt es nicht diese ganzen Verbindungen und Traditionen wie bei anderen Unis. Aber wir brauchen nicht zu leugnen, dass wir unsere ersten musikalischen Gehversuche auf Bru-derschaftspartys vor betrunkenen Studenten machten. Und es war gut. Ich erinnere mich an eine besonders exzessive Party, auf der es richtig abging. Ein Typ, den wir nur flüchtig kannten, stand während unseres gesamten Sets in der ersten Reihe und ist total aus-geflippt. Am nächsten Tag trafen wir ihn auf dem Campus und meinten so: „Gute Party gestern, oder?“ Er antwortete: „Was, ihr hattet da gestern einen Auftritt? Scheiße, ich hab euch verpasst.“ Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass wir ein paar richtige Gigs brauchen.

JAIMIE HODGSON
Vampire Weekends Debütalbum erscheint bei XL Recordings.
www.myspace.com/vampireweekend