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DOS & DON'TS










Foto von Jane Stockdale





arschiert man durch die Geschichte der Popmusik, achtet man besser darauf, was man an den Füßen trägt. Es gab da schon immer einemassive Awareness. Angeblich hat Rock’n’Roll mit den „Blue Suede Shoes“ von Carl Perkins angefangen. Danach kam Nancys „These Boots Are Made For Walkin’“. Dann irgendwann „Walking In My Shoes“ von Depeche Mode. Vergiss Liebe, vergiss Sex, vergiss Tod—Schuhwerk ist das zentrale Motiv der Popkultur. Wenn sich eine Band Good Shoes nennt, dann ist sie also schon allein dafür als enorm clever zu loben. Und wenn eine Band, die Good Shoes heißt, äußerst trittfest durch die geschmackvollen Kapitel britischer Popmusik marschiert, dann hält sie offensichtlich, was ihr Name verspricht.

Vice: Was unterscheidet gute von schlechten Schuhen?

Steven:
Wenn du Ironie-fähig bist, können alle Schuhe gute Schuhe sein. Oder du überträgst deine eigene Coolness auf deine uncoolen Schuhe und machst sie dadurch auch cool.

Rhys: Das ist doch genau wie mit diesem New-Rave-Ding. Eigentlich sind diese Klamotten furchtbar, aber wenn du sie mit ein bisschen Ironie arrangierst, sehen sie irgendwie cool aus.

Das ist die Theorie. Wie sieht das bei euch in der Praxis aus?

Rhys:
Bei uns in der Band hat jeder ein Paar Schuhe, die so lange getragen werden, bis sie auseinander fallen.

Steven: Dass wir uns diesen Bandnamen ausgesucht haben, setzt uns sehr unter Druck. Jeder erwartet von uns, dass wir außerordentlich aufregendes Schuhwerk tragen, und meine Reaktion darauf ist es, die ganze Sache herunterzuspielen.

Was ist euer derzeitiges Lieblings-Modephänomen?

Rhys:
Das neue „up and coming thing“ sind bodyless hoods.

Steven: Ich weiß gar nicht, ob wir dir das erzählen sollten, das ist eigentlich noch streng geheim!

Rhys: Aber nun ist es sowieso schon zu spät. Wir haben selber bislang nur einen Prototypen gesehen. Du nimmst die Kapuze von einem Hoodie, lässt ein Stück von den Schultern dran und den Reißverschluss ungefähr bis zur Brust. Fertig.

Warum sind Good Shoes mehr als nur ein Mode-Trend?

Steven:
Wir haben hohe Ansprüche an uns selbst. Wir bemühen uns sehr, in jeder Hinsicht gute Arbeit abzuliefern, was Artworks angeht, was die Songs angeht, was die Lyrics angeht. Wenn das bei den Leuten ankommt, dann haben wir vielleicht die Chance, als moderesistent wahrgenommen zu werden.

Würdet ihr bei einer Fashion Show spielen?

Rhys:
Ich würde es nicht ablehnen, obwohl es nicht unbedingt die tollste Sache ist, die ich mir vorstellen kann. The Rakes oder The Paddingtons machen doch so was, oder?

Steven: Naja, aber wenn es ordentlich Kohle dafür gibt?

Rhys: Stimmt, eigentlich machen wir so gut wie alles für Geld und Geschenke.

Steven: Wir sind nicht aus ideologischen Gründen dagegen, wir halten es aber nicht unbedingt für angemessen.

Rhys: Das hast du gut gesagt.

AR
Good Shoes’ Think Before You Speak erscheint bei Labels. www.myspace.com/goodshoes