Man darf dieses Album gern als ausgestreckten Mittelfinger gegenüber Fergie begreifen, die aufs Jämmerlichste versucht, Gwen zu kopieren. Allerdings auch gegenüber Gwen, die mittlerweile ebenfalls aufs Jämmerlichste versucht, Gwen zu kopieren. Dieses Album beabsichtigt deswegen aber noch lange keinen Beef. Ein Souverän muss sich nicht messen. Er ist ja schon on top. Lady Sov ist ohne jeden Zweifel ganz weit oben. Das originellste Talent, das Grime/Dancehall/Rap seit langem hervor gebracht hat. Der originellste Charakter, der derzeit Pop beherrscht.
JAY JAY ROUSSEAU
BESTES ALBUM DES MONATS
CALLISTO
SCHLIMMSTES ALBUM DES MONATS
THE HOLLOWAYS
BESTES COVER DES MONATS
THE BESNARD LAKES
SCHLIMMSTES COVER DES MONATS
SOFT HEARTED SCIENTISTS
NAS
Hip Hop Is Dead Def Jam/Universal
Und immer noch sitzt ihm das eigene Vermächtnis, immer noch sitzt ihm Illmatic im Nacken. Immer noch werden ihn alle daran messen. Und wieder ist es kein zweites Illmatic geworden. Es ist eines der besseren Alben, die nach Illmatic kamen, aber ein zweites wird es niemals geben. Es ist der verzweifelte und ausschließliche Wiederbelebungsversuch, einige Minuten, nachdem Hip Hop kollabiert ist und die ersten, die es bemerkten, dessen Goldketten und Brillies abgezogen haben.
SIX FEET UNDER
JASON ROWE
Lovelife Four Music
Die beiden leberwurstfarbenen Piepmätze auf dem CD-Cover lassen nichts Gutes erahnen. Die Vermutung geht in Richtung eines Soundtracks für gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Zootieren. Ist aber falsch. In Wirklichkeit geht es um das Liebesleben des Interpreten. Und zwischen seinem schmonzettenartigen Kastratengesängen und abgehalfterten Allerweltszeilen, wie „I fly with you/I cry with you/I lie for you“, lässt sich ein gewisses Talent im Schreiben brauchbarer Popsongs tatsächlich nicht verleugnen. Trotzdem: Die amourösen Verirrungen unserer gefiederten Freunde hätten mich mehr interessiert.
DAN FRANCISCO
DATA MC
Data Invasion Hamton Recordings/Rough Trade
Ein wirklich unhandliches Mischwesen verschiedenster musikalischer Genres, dass da kackendreist seinen kantigen Klangkörper in meiner Ohrmuschel geparkt hat. HipHop-Anleihen sind klar erkennbar, natürlich Elektro, meinetwegen auch Grime, fiese Subbässe, hier und da Gitarren. Wirklich ungehobelt, das Drecksvieh. Und das soll jetzt also der sagenumwobene heiße Scheiß sein, was? Tja, vielleicht. Lustig ist es ja schon irgendwie. Bloß nicht stubenrein. Also doch eher was zum Spielen für draußen.
DAN S OP DE DEEL
GHOSTFACE KILLAH
More Fish Def Jam
Ein Wink aus der alten Zeit: MTV, eine Handvoll kluger Geschäftsmänner und ein paar gut gebaute Handpuppen (und die CIA vermutlich) erfinden einen Trend und damit die alte Tellerwäschergeschichte neu. Viele Jahre später läuft die perfekt geschmierte Maschine pausenlos und scheißt im Sinne der Bedürfnisbefriedigung rein gewaschenes Gold. Ein Fressen für Wissenschaftler aller Disziplinen, dieser Markt, auf dem gilt, dass, wer am derbsten vom Leder zieht, auch am meisten Ware verkauft.
VICE BROAD CRACKER
GUI BORATTO
Chromophobia Kompakt
Wenn es darum geht, möglichst risikoarm aus allseits durchbuchstabierten Minimal- und TechHouse-Bausteinen Floor-optimierte Konsenshäppchen anzurichten, unterschreiben wir dem Gui sofort die Siegerurkunde. Nur ist es durchaus möglich, dass bei einigen dieser Nummern die In-Crowd an der Bar auf das wirklich coole Zeug wartet, weil sie das hier für einen Fairmont- oder Amé-Schinken von vor zwei Jahren hält.
INBETWEENER
DJ DISTANCE
My Demons Planet Mu
Ich erinnere mich noch an meine erste Begegnung mit Underground-HipHop. Finsternis stürzte sich auf langsame Beats wie der suizidale Todessprung einer übergewichtigen Lady. Die abgedrehten Vocals erzeugten damals die gleiche Gänsehaut, die sich jetzt erneut einstellt, da die ersten dreckigen Takte von My Demons mein Zimmer zum Beben bringen. DJ Distance ist es gelungen, all den Schmutz und Schlamm einzufangen, der das urbane Leben so liebenswert macht.
SON SCRRIPT
TOMBOYS
Serios Gomma
Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie genau, was drin ist. Wenn du Forrest Gump-mäßig hängen geblieben bist, wirst du dich für die größere Box mit der dunklen Schokolade für alte Herren entscheiden. Ein tighter Arsch wie ich entscheidet sich eher für die teure Schachtel mit wenigen Pralinen, von denen dafür jede einem Orgasmus gleichkommt. Nicht dass Tomboy mich mit seinem verträumten Elektro à la Disco Chocolate nicht erregen würde. Aber ohne die geschmacklosen Teile wäre es deutlich heißer geworden. 14 Track pro Album sind echt etwas viel.
REED TURD
JOAKIM
Monsters & Silly Songs K7
Manche Girls ziehen sich ein hässliches Stirnband an und finden ihr Foto dann in unseren Don’ts wieder. Und dann gibt es die Mädchen aus den Do’s, die sich 10 kg Bullshit umhängen und sich selbst nicht mehr erkennen, dabei aber so heiß aussehen, dass man ihnen nur zu gerne einen Gefallen tun würde. Joakim nimmt nonchalante Sonic Youth-Gitarren, mischt sie mit der düsteren Attitude von Depeche Mode und dem Ohrwurmpotential von Who Made Who. „Scheiße Mädel, geht’s noch?!“, möchte man rufen, aber ganz ehrlich: bei ihm funktioniert’s.
BABY DOOM
LCD SOUNDSYSTEM
Sound Of Silver DFA/EMI
Nach Eigenaussage wurden The Rapture in letzter Zeit häufiger gefragt, wer denn ihre Kuhglocke geklaut hätte. Als ob das nicht klar ist. So lange sie sich nicht wieder mit James Murphy in den Armen liegen, bimmelt sie wohl nur noch bei LCD Soundsystem. Während The Rapture neulich grandios aus dem Schatten der Murphy-Produktion hervorgetreten sind, kann und will Murphy die Murphy-Produktion nicht abschütteln. Wie denn auch.
Sound Of Silver ist ein LCD Soundsystem-Album. Simple as that. (Achtung: Verlosung auf viceland.com/germany)
IT AIN’T OVER TILL IT’S OVER
FRIVOLOUS
Midnight Black Indulgence Scape
Achtung, nicht vom Cover blenden lassen! Als wäre die Ödnis, in die Matthew Herbert und Techhouse die Tanzmusik der neuen Generation Biedermeyer geführt haben, nicht schon ernüchternd genug, kommt mit „Frivolous“ diese aber so was von falsch titulierte Schlaftablette vorbei und setzt die Messlatte noch ein gutes Stück tiefer. Das ist die Musik, auf die sich seit bereits fünf Jahren auch katholische BWL-Studentinnen, die Herbert Grönemeyer für einen „sexy Typen“ halten, einlassen können, wenn sie sich mal kinky fühlen möchten.
SLIP BLYBTANN
PALEHORSE
Amongst The Flock Bridge Nine
Irgendetwas ist nicht in Ordnung, wenn man geneigt ist, eine zugegebenermaßen kompromisslos zusammen gedroschene Revision der Standards von Ringworm, Integrity und Strife zu feiern, als hätte jemand Blastbeats gerade neu erfunden. Hardcore, du degenerierter Abfallhaufen aus Schminkspiegeln und MySpace-Neurosen, was ist nur aus dir geworden?
HASS
FISCHESSEN
Suicide is much too blonde BluNoise
Im historisch einwandfreien, golden ruhenden Dreieck Big Black-SST-Grateful Dead bewegen sich diese mal sedierenden, mal eruptiven Gitarrenfreiflüsse, die bar jeder Stimme des Posings entsagen, dem Sturm und dem Drang entwachsen und weder Schminke noch Fashion benötigen, um sich zu behaupten. Und das Tollste: Sie sind zu jeder Droge deiner Wahl kompatibel.
NISH TURN FLASHED
EXPLOSIONS IN THE SKY
All Of A Sudden I Miss Everyone Bella Union
Nun, die Idee ist nicht wirklich neu, Gegensätze prallen aufeinander: Melodie/Kakophonie, Leise/Laut, Ranziehen/Wegdrücken. Da will man sich die Maske nicht vom Gesicht reißen, aus Angst vor einer verwandelten, tausendmal schlimmeren Gestalt. Da tritt Wirklichkeit in einer nicht zu fassenden Version in Erscheinung. Verstehste nicht? Klingel-Klingel, Schramm-Schramm und im Kopf ein Rauschen.
WATTEN
TOKYO POLICE CLUB
A Lesson In Crime EP Paper Bag Records
Julian Casablancas Intonationsübungen, um die Öffentlichkeit zu aktivieren. Kein Blog-Augur, kein NME-Hype-Einpeitscher wird sich den The Strokes-Link verkneifen können. Undurchschaubare Positionierung zwischen Postpunk, Konsens-Indie und prätentiösen Emo-Fill-ins. Auch für die Band selbst nicht zu durchschauen. Sie schlafen auf ihren Plattenkisten, das merkt man. Vielleicht machen sie irgendwann etwas draus. Etwas Eigenes.
ABSCHNITTSBEVOLLMÄCHTIGTER
THE END
Elementary Relapse
Letztendlich fraß die von Noisecore/Mathcore versprochene Revolution ihre Kinder. Die Anführer zerbrachen entweder daran (Botch) oder betraten eine neue, narrativere Ebene (Dillinger Escape Plan). The End beweisen nochmal, dass letzterer Weg vielversprechender ist. Der „Band-fällt-mit-Instrumenten-die-Treppe-runter“-Vibe wird durch ein beeindruckendes Gespür für Struktur und Dramatik ersetzt, was große Assoziationen wecktGojira, Devon Townsend, die frühen Cave-In. Die prägnanten Melodieparts sind von einer tiefen, dunklen und reifen Schwere, damit ja niemand auf die Idee kommt, hier von Emo zu sprechen.
BLOOD FIRE FERRETS
CALLISTO
Noir Fullsteam Records
Gerade hatte man den Eindruck, dass es inzwischen genug Artmetal-Bands gibt, die Neurosis in Indie verwandeln, da kommen Callisto und beweisen, dass sie zu mehr in der Lage sind. Ich versuche ganz simpel zu erklären, was sie so großartig macht: Zu der bekannten Neurosis/Isis/Pelican-Formel addieren sie die heroische Postrock-Sensibilität von Goodspeed! You Black Emperor und Mogwai, die Weisheit von Tortoise, die emotionale Intensität von Envy und die wehmütigen Riffs von Katatonia. Das Resultat ist unwiderstehlich.
MACKARELS IN THE NORTH
THE HOLLOWAYS
So This Is Great Britain? TVT Records
„Herr Doktor, alles begann mit einem Traum. Ich habe geträumt, dass es nie wieder eine ‘The’-Band geben wird. Ich holte mir den neuen NME und auf dem Cover sah ich diese Typen namens The Holloways. Ich rannte also in meinen Plattenladennur dass er nicht aussah wie mein echter Plattenladenund kaufte das Album. Sie sangen in einem seltsamen Dialekt über alle möglichen britischen Sachen und bald werden sie riesig sein und tausende Fans haben.“
„Und wo ist jetzt das Problem?“
„Naja, sie sind der letzte Scheiß.“
NEALE LYTOLLIS
OF MONTREAL
Hissing Fauna, Are You The Destroyer? Polyvinyl Records
Gerade wollte er Begriffe wie „neunmalklug“ und „selbstreferenziell“ in einen Sinnzusammenhang bringen und beginnt mit „Vielleicht solltest du diese Platte ausprobieren, wenn du Anfang 20 und gerade in die große Stadt gezogen bist und Brit-Pop dir durch die Oberstufe geholfen hat“, da erspielt sich diese ansonsten bedeutungslose Band mit „The past is a grotesque animal“ einen kleinen aber ewigen Platz im Herzen des Rezensenten.
BARBOUR HELD WARM
CLAP YOUR HANDS SAY YEAH
Some Loud Thunder Cooperative Music
Analverkehr ist unberechenbar. Wenn er gut ist, ist er eine unglaublich angenehme Erfahrung. Alles ist toll, man steigert sich von langsam und rhythmisch zu animalischem Geballer, bis zu dem Punkt, an dem man auf dem Rücken liegend in sein eigenes Gesicht spritzen kann. Wenn er aber schlecht ist, fühlt es sich an, als ob jemand deinen Arsch mit einer Spitzhacke bearbeitet. Some Loud Thunder ist ein Arschfick von einem Album.
NEALE LYTOLLIS
JAMIE T.
Panic Prevention Virgin
What. The. Fuck. Was bitte soll das sein? Es fällt mir schwer, Jamie T.’s Album richtig zur Sau zu machen, weil ich eigentlich ein total netter Typ bin. Aber diese Art der wilden Achterbahnfahrt zwischen den Genres raubt mir den Atem. Meine schriftstellerischen Fähigkeiten haben den Koffer gepackt und sich einen Tag frei genommen. Um ehrlich zu sein, ist das hier hauptsächlich ein schlampiges Durcheinander.
NEALE LYTOLLIS
SOUNDS LIKE VIOLENCE
With Blood On My Hands Burning Heart
Wenn schwedische Jungs bemerken, dass das mit den Mädchen einfach nicht funktioniert, dann nehmen sie Platten wie diese hier auf. Das ewige Heulen nach der Liebe als Selbstpositionierung. Und im Bandkonzept natürlich für Mädchen into Bands unwiderstehlich. Es ist ein Teufelskreis. Wenn sie es schaffen, noch die letzten Reste EmoSchnulli in echtes Pathos umzuarbeiten, dann sind sie die neuen Broder Daniel. Bis dahin ist das hier schon ganz passabler Kitsch für herzleidende Röhrenjeansträger. Und Mädchen, die alles glauben.
I WANNA BE ADORED
LOCAS IN LOVE
Saurus Sitzer Records
Locas in Love scheinen mit der gleichen mysteriösen Gabe gesegnet zu sein wie Jeans Team. Das heißt, sie haben eine komplette LP in deutscher Sprache aufgenommen, bei der man sich nicht sofort die Haare ausreißen, Batteriesäure trinken oder vor den nächsten ICE werfen will. Gut gemacht Leute, wieder ein Leben gerettet.
NEALE LYTOLLIS
MALCOLM MIDDLETON
A Brighter Beat Full Time Hobby
Klingt wie Blumfeld, dieses herrlich klebrige, schottische Schmalzgebäck, das Lebensfreude als realitätsfernen Zuckerguss zu entlarven versucht. Dabei kreisen die E-Gitarren über Glockenspiel und Junge-Damen-Chöre, bis uns einfällt, dass Arab Strap mit zu den ersten gehörten, die den Karren aus dem Dreck komponiert haben. Wie Blumfeld. Irgendwer muss den Job ja machen.
TUPELO HONEY SMACKT
THE BESNARD LAKES
Are The Dark Horse Jagjaguwar
Man möge gezielten Drogenkonsum nie mit genuiner Begabung verwechseln. Die chemischen Formeln haben sich seit The Beach Boys und Pink Floyd nicht verändert. Andere Bands vergraben sich im Historismus des Vintage-Instrumentariums, diese Band reproduziert den Sound der Vorbilder scheinbar durch die Einnahme von Vintage-Substanzen. Auch eine Form der Kreativität. Es ist besser als nichts, und es ist ein Album, das die Reproduktion aufregender und mysteriöser feiert als jeder andere aktuelle Retroversuch.
C20H25N3O
LOVENINJAS
The Secret Of The Loveninjas Labrador
Das Geheimnis der Loveninjas ist das Geheimnis aller lebenden Legenden. Romantik plus ästhetisch einwandfreies Vortäuschen von Schwulsein (offensiv) plus präzises Frisurenlegen plus Selbstironie (subtil). Diese Schweden klingen nicht nur wie The Smiths und Pulp, sie sind auch genau so legendär. Selbst wenn es niemand mitbekommt.
SCHRIEDRICH FLEGEL
SOFT HEARTED SCIENTISTS
Uncanny Tales From The Everyday Undergrowth My Kung Fu
Man erzählt sich, dass es vor ungefähr zehn Jahren eine Musik wie diese bereits gegeben hätte, in der die abgegriffensten Folkmelodien keltischen Einschlags im Volkstanz mit billigen Elektronikfabrikaten über das europäische Festland galoppierten, unter der Führerschaft der Gruppe Beta Band. In jüngster Zeit jedoch hörte man allerlei Gerüchte und Prophezeiungen von ihrer Wiederkehr, in „verwandelter, tausendmal schlimmerer Gestalt“, wie es hieß.
WATTEN
TELE
Wir brauchen Nichts Universal
Musikalisch gutmenschelnd. Lyrisch versucht, nicht auf den sentimentalen Blubberblasen der gefährlich lauernden Klischee-Untiefen auszurutschen. Es gelingt, meistens. Zielgruppen-, also Soziologie-studentInnen-optimierter LoungePop, dem wir wirklich, wirklich, wirklich die Storytellingqualitäten des Herrn Sänger zugute halten wollen. Es ist schließlich nicht so, dass wir Tele genau so furchtbar finden wie die meisten anderen deutschen Bands. Oh, das war doppeldeutig. Galten nach dem letzten Album als die deutsche Antwort auf Phoenix. Phoenix werden auch immer schlechter. Merkt ihr was? Bitte das nächste Mal wieder mehr Mühe geben.
ICH SCHON
BLOC PARTY
A Weekend In The City V2
Das Debüt hat das Indie-Einerlei seinerzeit sagenhaft in Frage gestellt und reformiert, der Nachfolger bereichert es nur noch. Leider. So schnell kann man eigentlich nicht ankommen. So schnell kann man nicht den Leidenswillen verlieren. So schnell kann man seinen Genius nicht aufbrauchen. Es ragt eine Synthie-verkitschte Cheesyness aus diesen Songs heraus, gerade wie ein abgespreizter kleiner Finger. Hätte die Pressearbeit für dieses Album nicht ein Coming Out ins Feld geführt, dessen tuffige Arrangements hätten keine Fragen offen gelassen.
ARRY WEIRD
A HUNDRED TIMES BELOVED
Antarctic Sunrise Alison Records
Nach Remixen schreiendes Spooky-Minimal-Shoegaze-Drone-Pop-Projekt, das das Komplexe und Einfache so kongenial verbindet wie Schneeflocken. Morgens aus dem Fenster kucken und entscheiden, dass das Tagewerk anders aussehen wird, als es eigentlich sollte. Gefrorene Kirschen klackern an der Innenseite deines Glases, an dem sich auch Lippenstift befindet. Du warst nicht allein diese Nacht? Und trotzdem ist dir kalt? Was läuft nur schief?
HURTS OUS FROZEN THOUGHTS
AMPL:TUDE
Der Igel an der Orgel Sinnbus
Wenn die Welt aus Lego bestehen würde, dann könnten wir uns nicht hinknien und würden immer, wirklich immer, lächeln. Niemand kann in einer Welt aus Plastik sterbenund wenn, dann mit einem ewigen Lächeln auf den Strichlippen. Legomänchen hören Ampl:Tude, das ist der Grund dafür, warum sie nie böse kucken können. Doch leider sind wir keine Legomännchen, wir sind aus Fleisch, wir können uns hinknien und manchmal haben wir einfach keinen Bock auf ewig fröhlich sein. Ampl:Tude macht so scheiße glücklich, dass es fast wehtut.
KRANZ FAFKA
HELLA
There’s no 666 in Outer Space Ipecac
Doch. Ich war da draußen und habe ihn gesehen. Und er klingt wie eine mehrköpfige Reinkarnation von DFA79 und Trail Of Dead, also gar nicht mal so schlecht. Er hilft gegen Zahnschmerzen wie stark nach Waschmittel riechendes Speed und schmeckt und wirkt auch so. Tagsüber aber arbeitet er da hinten an der Tankstelle, doch das kann sich bald ändern, wenn sein Chef nicht aufpasst, weil, dann fackelt er ihm bald den Laden ab und geht auf Tour.
SICK MAJDSHPARSE
Eeeew. When European filmmaker baby boomers get drunk and horny you can smell their unkempt genitalia from across even the smokiest of rooms.
It’s awesome how this guy is the king at Gavin Brown’s in Manhattan, then becomes a laughing stock if he goes to a smaller town like Philly, but then becomes one of the guys again if he gets as far as some tiny town like Teays Valley, West Virginia.