NEWSLETTER



DOS & DON'TS

I have a feeling that if this was the guy who came to fix the office computers we’d never have that problem with the fucking email ever again. Comments/Enlarge | See all


What is this, the Lockhorns? Even if, taking the high road here, your husband's defective penis isn't at least partially the result of your own middleaged bloatification, parading it through the airport can't be helping. Comments/Enlarge | See all






RELATED ARTICLES

NOBUYOSHI ARAKI
In Japan lebt ein unerschöpfliches Monste...
VICE MANGA
Radio Wada
COMICS BY JOHNNY RYAN
"DUDE, YOUR FART IS A PIECE OF ASS!"
A WHISKEY GLASS AND A WOMAN’S AS...
Michael Abramson ist der unbesungene Doku...










Foto von Hart Snider



Vancouvers Chinatown erwacht aus seinem finsteren Dornröschenschlaf: Das einst heruntergekommene, von Junkies, Nutten, Wahnsinnigen und Aids gebeutelte Viertel verwandelt sich derzeit in ein trendiges Yuppieland mit teuren Eigentumswohnungen. Deswegen sind die Chinesen weiter gezogen. In Burnaby, in direkter Nähe zum alten Chinatown, gibt es seit kurzem die Crystal Mall, ein rein chinesischer Komplex. Die Mall sieht aus wie eine kleine futuristische Stadt und ist mit Kopien von Designerwaren vollgestopft. Grace ist aus Peking. Sie verkauft „Mode für junge Leute“ in einem Shop namens Designer Collection.

Wie kommt die Ware hierher?

Eine Luxusmarke bestellt bei einer Fabrik in China eine bestimmte Anzahl an Taschen—sagen wir mal 100.000—die im Handel später 2.000 Dollar oder mehr kosten sollen. Der Fabrikbesitzer spricht mit seinem Cousin, der in einem Exportunternehmen arbeitet, und sie entscheiden, 50.000 Taschen mehr zu produzieren. Jemand ruft einen Cousin an, der wiederum einen anderen Cousin anruft, und ehe du dich versiehst, werden die Taschen schon auf der Straße verkauft.

Da scheinen aber eine ganze Menge Cousins eine Rolle zu spielen.

Das Produkt läuft durch viele Hände. Hey, möchtest du eine Chloé-Tasche kaufen? Sehr schön und kostet nur 250 Dollar.

Äh … nein danke.


Foto von Nick Chen-Yin


Trotz zahlreicher Razzien der Polizei haben viele chinesische Verkäufer in Toronto keine Angst vor dem Gesetz. Die Wahrscheinlichkeit, von der Polizei erwischt zu werden, ist so gering, dass sich das Risiko, gebrannte Kopien von Pans Labyrinth zu verkaufen, lohnt. Einige der Läden werden von lokalen Triadenmitgliedern „verwaltet“.

Vice: Wie lang lebst du schon in Kanada?

Jane:
Seit vier Jahren. Bis zu meinem vierzehnten Lebensjahr lebte ich in Shanghai. Dann kam ich nach Kanada, weil es sich hier besser leben lässt als in China. Ich kam ganz alleine her, meine Eltern und Großeltern sind noch in China. Ab und zu besuche ich sie in Shanghai und besichtige dabei auch die Fabriken. Ich schaue mir an, was sie herstellen und ob ich es hier verkaufen kann. In Shanghai werden viele Imitationen produziert, man bekommt dort eigentlich alles. Egal welche Marke du suchst, sie haben es.

Und die chinesische Regierung unternimmt nichts dagegen?

Nein. Sie können nichts dagegen tun. Die Fabriken verkaufen an Straßenhändler, diese verkaufen die Ware an andere Händler, und die bringen sie dann an den Mann. Verstanden? Sie wissen nicht, nach wem sie suchen müssen. Es gibt einfach zu viele davon—zu viele verdienen ihr Geld mit Imitationen. Und davon mal abgesehen, glaube ich nicht, dass sich die chinesische Regierung darüber wirklich den Kopf zerbricht.


Foto von Dennis Duijnhouwer


Die meisten Chinesen in Amsterdam sind im Gastronomiebereich tätig. Das heißt aber nicht, dass du hier keine gefälschten Klamotten aus Shanghai kaufen kannst. Geschäftstüchtige holländische Kids kaufen die Waren direkt in China und verkaufen die Fakes danach an ihre Freunde.

Filip [Name geändert] ist ein 23-jähriger Student aus Amsterdam. Er verdient im Schnitt um die 1.200 Euro pro Monat mit dem Verkauf gefälschter Klamotten aus China.

Vice: Was verkaufst du so?

Filip:
Sweater, Jeans, Jacken und Caps von Bathing Ape, Billionaire Boys Club, Red Monkey, LRG, D-Squared, 10 Deep und Artful Dodger.

Und das sind alles Fälschungen?

Nein, es sind Replikate. Ich mag das Wort „Fälschung“ nicht, weil es wirklich gute Ware ist. Neulich hab ich gehört, dass sogar in Satelliten „gefälschte“ Teile aus China eingebaut sind. Man sieht den Unterschied einfach nicht mehr. Genau wie bei meinen Klamotten.

Gefallen dir die Sachen, die du verkaufst?

Einige schon … kommt drauf an. Dieses übertriebene Hip-Hop-Zeugs mag ich nicht. Aber Bathing Ape ist cool, sehr originell.

Woher beziehst du deine Waren?

Das verrate ich besser nicht, das würde sonst die Konkurrenz vergrößern. Wenn man erst einmal weiß, wo die Fabrik steht, ist es ein Kinderspiel, meine Kontakte ausfindig zu machen.

Weißt du, was die Arbeiter in der Fabrik verdienen?

Weniger als 100 Dollar. Das ist in allen Fabriken Chinas so. Dort enden alle Ungebildeten früher oder später. Diese Fabriken stellen Kleidung für die Originalmarken her. Und nebenbei machen sie noch ein bisschen „Extraarbeit“: Sie fügen hier einen Reißverschluss hinzu oder da einen Knopf. Und irgendwann können andere Fabriken das auch produzieren. Das Geschäft mit den Kopien ist ein Nebenerwerb zu dem legalen Geschäft.

Wie viel Profit machst du?

Ich mache 100% Profit und liege mit meinen Preisen noch 400% unter den Preisen der Originale.

Wer gehört zu deinen Kunden?

Alle möglichen Leute ... weiße Schulkinder, Hip-Hop-Kids, junge Kriminelle, die auf Bewährung draußen sind und an Aggressionsbewältigungskursen teilnehmen, ein professioneller Basketballspieler, Kids, die mit ihren Müttern zu mir kommen ... eigentlich jeder zwischen 14 und 20.

Und wie lange willst du das noch machen?

So lange frische Marken rauskommen und weiterhin gutes Zeug aus China ankommt. Die Leute hier wollen nicht mit Chinesen auf Englisch verhandeln, und das ist die einzige Möglichkeit, außer du sprichst Chinesisch. So lange die Leute faul sind, mache ich weiter.


CHINA WORLD | 1 | 2 | 3 | 4 |