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Foto von Rocco Castoro



In New York gibt es eigentlich mehrere Chinatowns, aber die bekannteste (das aus dem Film Law & Order) befindet sich in Lower Manhattan, rund um die Canal Street. Es ist nicht nur die größte in den Staaten, sondern auch noch die größte chinesische Enklave in der westlichen Welt. (Take that, Buenos Aires!!!) Wir nahmen an, dass es bei der Größe kein Problem sein würde, einen redseligen Verkäufer von Fälscherware zu finden. Nach stundenlangem Rumgelatsche von Shop zu Shop wurde uns klar, dass die meisten Ladenbesitzer kein Problem damit haben, fremde Menschen, die auch Polizisten sein könnten (man weiß ja nie), durch Tricktüren in Geheimräume mit haufenweise Gucci-Kopien für 45 Dollar zu geleiten. Wenn es aber darum geht, etwas über ihr Geschäft zu erzählen, werden sie vorsichtiger. Mit viel Mühe konnten wir ein Geschwisterpaar in einem Brieftaschengeschäft überreden, uns ein bisschen was zu erzählen. Die beiden waren aber so schüchtern, dass sie uns nicht einmal ihre Namen verrieten.

Vice: Wie entscheidet ihr, welche Klamotten ihr anbietet?

Schwester:
Die Großhändler kommen einfach und fragen: „Wollt ihr das? Das ist der neue Style.“ Sie zeigen uns Magazine mit all den verschiedenen Modellen und unterschiedlichen Styles. Wir suchen dann nur noch die Farbe aus, und das war’s.

Woher kommen die Großhändler gewöhnlich?

Bruder:
Die meisten sind Asiaten. Vielleicht Japaner ... Koreaner, wir fragen sie nie danach.

Fragen die Kunden nach bestimmten Marken?

Schwester:
Wenn ihnen etwas gefällt, kaufen sie es. Sollte es ihnen zu teuer sein, dann geben wir ihnen einen Rabatt, so um die fünf Dollar.

Was ist der Unterschied zwischen dem Geschäft hier und in China?

Bruder:
Hier haben wir ein Leben. Selbst wenn wir nach China zurückgehen würden, könnten wir uns dort nichts aufbauen.


Foto von Alex Sturrocki


Wenn du in London gefälschte Gucci-Brieftaschen für 20 Pfund kaufen willst, musst du auf den Dalston Market in East London gehen. Als wir den Markt kürzlich mit einer Kamera betraten, haben sich die meisten Budenbesitzer vor Angst in die Hose gemacht—wenn du Arbeitlosenunterstützung kriegst und mehr sonderbares Gepäck bei dir hast als auf einem Transatlantikflug von Afghanistan, kann man verstehen, dass sie es nicht gerne haben, wenn Fotografen rumschnüffeln. Trotz allem haben wir einen Typen gefunden, der mit uns sprechen wollte.

Gefällt es dir hier?

Ja, ich bin zufrieden. Als ich hier ankam, war es schwer für mich. Die Leute sind nett, aber die Sprache ist ein Problem. Französisch ist meine Muttersprache, daher war es nicht so leicht am Anfang.

Was verkaufst du?

Handtaschen, Hüte, Handschuhe und Gürtel.

Sind die Sachen echt?

Ich denke schon, weiß es aber nicht genau. Ich gehe einfach zu einem Großhändler in Aldgate und kaufe es dann den Chinesen ab. Sie sagen, die Sachen sind echt.



Wir sind durch Chinatown in Barcelona gegangen und haben mit einigen Leuten gesprochen.

Fotos von Boris Ripoll

Vice: Wie alt bist du und wo kommst du her?

Hong:
Ich bin 17 und komme aus einer kleinen Stadt bei Shanghai.

Wie lange bist du schon hier?

Seit ungefähr drei Jahren.

Worin unterscheidet sich Spanien von China?

Die Leute hier haben mehr Freiheiten, und man kann viele Sachen machen und kaufen. In China haben junge Leute bereits mehr Verantwortung.

Dein Haar gefällt mir.

Danke. Ich helfe gerade im Friseursalon meiner Eltern aus. Es macht Spaß.

Würdest du wieder nach China zurückkehren?

Ich glaube eher nicht.


Vice: Hallo. Woher kommst du?

Alex:
Ich bin aus Shanghai. Ich lebe schon seit vielen Jahren hier, und mit der Zeit fange ich an, es zu mögen.

Welche Unterschiede hast du festgestellt?

Zwischen Spanien und China? Also, um ehrlich zu sein, die haben hier noch einen langen Weg vor sich. In chinesischen Großstädten wie Shanghai oder Peking geht alles schneller, und die Bildung ist besser. Die Chinesen, die hier herkommen, sind gebildete Leute, aber die Spanier kriegen das nicht mit.

Was verkaufst du?

Wie du sehen kannst, fast alles … von Schreibwaren über Haushaltsartikel bis hin zu Geschenkartikeln.

Vice: Wie alt bist du und woher kommst du?

Jin:
Ich bin 31 Jahre alt und komme aus der Stadt Wangton

Was hältst du von Spanien?

Ich weiß nicht so recht. In China war ich Lehrerin und hier bin ich Kellnerin.

Würdest du nach China zurückkehren?

Ja, ich vermisse meine Familie. Warte, der Besitzer will nicht, dass ich mit Leuten rede, sonst wird er böse.

OK, vielen Dank für das Gespräch. Viel Glück.


Foto von Richie Rizzo


Woher kommst du?

Ich komme aus Taiwan. Aber nach 20 Jahren hier, fühle ich mich mehr wie ein Argentinier als ein Chinese. Ich bin wirklich froh, hier zu sein.

Was gefällt dir an China nicht?

In China geht alles sehr schnell. Hier ist es viel ruhiger. Auch die Essenszeiten sind unterschiedlich. In China gibt es um 06:00 Uhr Frühstück und Abendbrot um 18:00 Uhr, und um 22:00 Uhr schlafen bereits alle. Stell dir das mal vor!

Du verkaufst offenbar Lebensmittel …

Ja, typische chinesische Snacks … Fast Food.

Magst du die Sachen, die du verkaufst?

Keine Ahnung, aber sie erinnern mich an Taiwan.


TO BE CONTINUED:
CHINA WORLD
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