Wow! „HipHop-Quality, how low can you go?“ Uninspirierte Horrorfan-tastereien, unfreiwillig komisch wirkendes Ghettogepose und plumpe Sozialkritik. Selbst die Verse von „Alle meine Entchen“ wirken dagegen wie hochkomplexe Wortverschachtelungen, denn Kaisas Lyrics verleihen dem Tonträger die Freshness einer drei Tage alten Urinprobe. Das Teil ist nicht nur „Nixx für Kinda“, sondern auch nixx für alle anderen.
DAN SIEWISSENNICHTWASSIETUN
BESTES ALBUM DES MONATS
DEERHOOF
SCHLIMMSTES ALBUM DES MONATS
KAISA
BESTES COVER DES MONATS
DJ MEHDI
SCHLIMMSTES COVER DES MONATS
AEROGRAMME
V/A
Optik Schweiz Mixtape: Wer hatz erfunden? Optik Schweiz/Subword/SonyBMG
Schöne Scheiße. Gibt es doch hierzulande eh schon viel zu wenig wirklich gute Rapper und jetzt gehen die auch noch fremd im Ausland. Einem Savas kann man in Sachen flüssiger Vortragsweise und verbalen Uppercuts nun mal einfach nichts vormachen. Geradezu putzig wirken daneben seine Kollegen aus dem Alpenstaat, deren Ansagen im astreinen Schwyzerdütsch in etwa so gefährlich klingen wie Hörspielkassetten von Benjamin Blümchen. Doch in Kombination mit dem restlichen Optik-Camp kommt ein durchaus amtliches Mixtape dabei heraus.
BO DAN SEE
TTC
3615 Big Dada
Die Behauptung, TTC seien gerade die beste Rap-Crew Frankreichs, klingt übertrieben, aber sie sind es und jetzt sind sie zurück. 3615 ist ein kompakter Elektro-Smasher à la Neptunes, hübsch und sauber, bis der bekloppte dicke Typ anfängt zu rappen. Dann denkt man plötzlich: Hey, was is’n das, une risqué Beastie Boys-Skit von 1990 avec lächerlichen Moustaches und baguettekauenden Zwiebelverkäufern? Zut alors etc.
PETIT PIERRE
DJ MEHDI
Lucky Boy Ed Banger
Arrivierten-Posing all over the place. Mehdi samplet Sexappeal und Funkstan-dards so lässig über hauseigene Cut’n’Go-Rockismen, dass den Partypeoples im Handumdrehen der Schweiß durch die April 77-Buchse sickert. Würde er nicht immer wieder mit Afterhour-Smoothness pausieren, geriete der Kollektivkollaps in greifbare Nähe. Man könnte auch sagen: ein Album mit Lücken. Man muss aber auch sagen: ein Album mit Chromeo-Feature. Was willst du eigentlich noch?
BUCKY LOY
ORIGINAL HAMSTER
Original Hamster presents Trendsetter and The Followers Tigerbeat6
Tigerbeat6 veröffentlicht eigentlich ziemlich coole Elektromusik, aber bei diesem Quietscheentchen-Album bekommt man den Eindruck, dass jemand im letzten Jahr einen Haufen Gehirnzellen verbrannt hat. Ich wäre nicht überrascht, wenn der Original Hamster auf den nächsten MTV Stupid Awards dem Crazy Frog bzw. dem Annoying Thing (der ursprüngliche Name der Animation) seinen Dank aussprechen würde. Sogar die enthaltenen Remixe von einigen der führenden Vertretern der elektronischen Musik klingen nach Enttäuschung. Einzige Ausnahme ist der Kid606-Remix, der mit düster-hypnotischer Produktion aus dem seichten Rest herausragt.
ERIK WERNQOUT
FRANZ & SHAPE
Maximum Joy Relish/Four Music
Eigentlich bin ich es leid, gegen harten Synth-Elektrohouse zu predigen, weil dieser Sound so was von vorbei ist, aber ab und an erscheint ein derart sinnloses Album, dass ich in die katholische Kirche eintreten und Kaviarspiele mit kleinen Jungen machen möchte. Warum? Weil mich dann vielleicht mal jemand ernst nimmt, wenn ich das nächste Mal rufe: „Oh Gott, bitte aufhören!“
KAFKAFIM
ALEX GOPHER
Alex Gopher Go 4 Music
Der Kerl, der diesen Song über ein Kind geschrieben hat, klingt jetzt wie New Order und Phoenix. Mag ich ganz gerne, besonders Track 2. Ich stelle immer direkt auf Track 2, wenn ich eine CD anmache, und wenn Track 3 beginnt, dann stelle ich wieder zurück auf Track 2. Tatsächlich höre ich in diesem Moment Track 2. Manchmal fühle ich mich verpflichtet, mir den Rest der CD auch anzuhören, aber normalerweise ereilt mich spätestens um Track 6 herum das Verlangen, wieder zurück zu Track 2 zu springen.
DISCMAN DEVIANT
ARCHITECTURE IN HELSINKI
We Died, They Remixed Moshi Moshi Music
Kommt es mir nur so vor oder sind die Musiker von heute ein großer blöder Haufen Pussies? Was ist denn aus der Risikobereitschaft geworden, aus dem Anspruch, etwas Neues und Aufregendes zu machen, oder bei dem Versuch dabei zu sterben? Ihr glaubt, ein Rockstar zu sein, heißt mittelmäßige Musik zu machen und sich selbst zu belügen? Überlegt besser nochmal, denn nachdem euer Album in den Regalen verstaubt und eure Freundin eurem abge-brannten Arsch den Rücken gekehrt hat, wird sich keine Sau mehr an euch erinnern. Loser!
ZOE
MSTRKRFT
The Looks Last Gang Records
Das klingt wie Digitalism und Daft Punk, nur weniger aufregend. Es inspirierte mich allerdings dazu, einen Song zu schreiben. Er heißt „Musical Rights“ und geht so: „Come here Jesse/ I hate your vocoder/ We should trash it/ And start a hardcore band/ Sebastien is living alone unhappily/ You should reform DFA1979/ It’s better musically.“
666 NITRAM NESEGREB
MIGNON
Bad, Evil, Wicked & Mean Bad Girl Records Ltd.
Mignon macht dieses Rocky-Horror-Ding seit ca. 1852. Damals war es recht unterhaltsam, aber in der Zeit, die sie brauchte, um dieses Album aus der Gruft hervorzukramen, sind wir alle zu alt dafür geworden. Nicht mal die Anwesenheit von Peaches kann dieser Fregatte Wind in die Segel pusten. Etwa so gruselig wie The Addams Family. Wenn es nur auch so gut wäre (diddly-doo-click-click).
NEALE LYTOLLIS
MILENASONGS
Seven Sisters Monika Enterprise
Dunkle Preziosen, mit denen du deine Liebste beglückst. Sie begreift dann, dass auch du deine goldenen Momente hast, die, in denen du in dein wahres, geheimes Selbst blicken lässtdoch dann ist die Oberstufe vorbei und ihr müsst erkennen, dass das Leben mit Hermann Hesse nichts zu tun hat. Traurig geht ihr studieren, ein letztes Aufbäumen des Existenzialismus vor seiner Entlarvung.
J.P. DRAKE
FIVE O'CLOCK HEROES
Bend To The Breaks Glaze/PIAS
Wie hätten wohl Gang Of Four mit Ric Ocasek-Songwriting geklungen? Wenn dir diese Frage schlaflose Nächte bereitet, besorg dir dieses Album. Wenn du gerade nur Bahnhof verstehst, besorg dir ERST Gang Of Four- und The Cars-Platten und DANN dieses Album.
IN CIRCLES
NEGURA BUNGET
Om Code666
Es scheint, als sei rassistisch motivierte Gewalt nicht das Einzige, was in Osteuropa außer Kontrolle gerät. Gleiches gilt für die Black Metal-Szene, die mittlerweile mit Frankreich und den USA gleichgezogen hat, wenn es um bahnbrechendes und hochatmosphärisches Zeug geht. Nach den ukrainischen Drudkh liefern die Rumänen von Negura Bunget (Auf hebräisch klingt der Name etwa wie ‚headbutting a baguette‘. Egal.) ein weiteres Meisterwerk von cineas-tischen Ausmaßen. Und tatsächlich, es gibt eine Bonus-DVD mit Filmmaterial aus den Wäldern Transsylvaniens.
HASHEDIM HAADUMIM
DEERHOOF
Friend Opportunity Tomlab
Selbst wenn Deerhoof ein Pop-Album aufnehmen, platziert es sich immer noch so abseitig, dass wir zu keiner Zeit daran erinnert werden, was wir eigentlich an Pop-Alben hassen. Es platziert sich so abseitig, dass wir immer nur daran erinnert werden, was wir eigentlich an Deerhoof lieben.
WALTER WUZZLEBOOF
MOONSORROW
V: Hävitetty Spikefarm
Wenn mich jemand fragt, was ich gerne hören möchte, dann wünsche ich mir normalerweise Alizee oder epischen, majestäti-schen, fast schon abstrakten Pagan-Metal mit halbstündigen Songs. Beide Wünsche sind nicht einfach zu erfüllen. Außerhalb von Frankreich sahen die meisten Leute auf Youtube, wie Alizee ihren Arsch so sorglos behandelte wie die Iraner den Holocaust. Aber kaum jemand besitzt ihre Platten. Und halbstündige Pagan-Metalsongs waren bisher schwer zu finden. Auf Moonsorrows vorherigem Album waren die Songs nur 14 Minuten lang.
YALLA HAPOEL MILCHAMA
LADYFINGER (NE)
Heavy Hands Saddle Creek Europe
Eagles of the Stonage. Braucht man nicht, wenn man Wolfmother hat. Dass es die Produktion zum Freundschaftspreis gab, hört man deutlich. Dass alle in dieser Band vermutlich Vollbärte tragen auch. Toll gesungen trotzdem und irgendwie konsequent.
JANIS CHAPLIN
AEROGRAMME
My Heart Has A Wish That You Would Not Go Chemikal Underground Records
Weinende junge Männer mit viel Geld für Studio und Streicher unterstreichen ihre Sensibilitäten und vergessen dabei die Ausrufezeichen, allesamt phallische Symbole der Zurückhaltung, nicht. Schönklang ist das Timbre der sauberen Sehnsucht, blank poliert schimmert eine schüchtern erigierte Gitarre neben dem Bett, sie möchte gern gestrichen werden, falls sie jemanden findet, der den Bogen raus hat. Aus dem Arsch jetzt.
G.G. VIDAL
AU REVOIR SIMONE
The Bird of Music Moshi Moshi
In dieser Band sind drei Mädchen. Sie scheren sich nicht um Indie-Rock-Frisuren. Sie tragen auch keine Chucks … oder enge Jeans. Keine Gitarre in Sicht. Sie machen keyboardlastige Musik. Und Synthiekram. Alles plinky-plinky-plonky-plinky. Und verträumt und sanft melodisch … und irgendwie mädchenhaft. Einfach reizend. Aber gib besser nicht zu, dass du es magst, sonst hält dich noch jemand für schwul.
HECTOR POTATO
IRVING
Death in the Garden, Blood on the Flowers Records&Me
Irving schaffen es, Songtitel und Texte auszuwählen, die ein Maß an Obskurität und schillerndem Wahnsinn besitzen, wel-ches wir sonst nur von den Flaming Lips erwarten. Jedoch bewahrt sie ihr eminent zugänglicher Belle and Sebastian-esquer Pop-Appeal vor dem Verdacht der Anmaßung. Eine „Lazy Sunday Afternoon Platte“ erster Güte. Eine Offenbarung, selbst wenn man nur im Liegestuhl fläzt und sich am Cartoon-Cover erfreut.
NEALE LYTOLLIS
THE FILMS
Don’t Dance Rattlesnake 7HZ Recordings
Die lyrischen Qualitäten dieses Albums sind erstaunlich. Da reimen diese Typen tatsächlich weekend auf bend und rat auf that. Würde es sich hier jetzt um ein paar einfach gestrickte 8-jährige Sonderschüler handeln, dann wäre das vielleicht einen Applaus wert. Da wir es aber mit relativ normalen Mitt-zwanzigern zu tun haben, bedeutet, dass wir alle sehr enttäuscht sein sollten. Schon wieder eine Band, die glaubt, sich „The“ irgendwas zu nennen, würde jegliche musikalische Ideenlosigkeit entschuldigen. Und sie spielten im Vorprogramm für The Kooks. Das bedeutet logischerweise, dass sie nicht so gut sind wie The Kooks.
NEALE LYTOLLIS
NAKED LUNCH
This Atom Heart of Ours Louisville Records
Nach der Depression von Songs for the Exhausted finden die Klagenfurter wie alle guten Katholiken zurück zur Religion. Inklusive Kirchenchor und Orgel. Ändert nichts daran, dass alles wieder äußerst bedächtig vorgetragen wird. Aber der Erlösung muss eben ein Martyrium vorausgehen. Diese Songs ducken sich in Erwartung des Martyriums. Wer gerne ein langes Bad nehmen möchte, bei dem die Haut verschrumpelt, ähnlich der des Sängers im Gesicht, der sollte vorher 50 Red Bull trinken, um nicht einzuschlafen und zu ertrinken. Es sei denn, genau das ist beabsichtigt.
RATZE KATZE
THE SHINS
Wincing The Night Away Sub Pop
The Shins sind so wie man sich seine Freundin wünscht: immer entspannt, nie hysterisch. Nie um einen geistreichen Kommentar verlegen, der so geistreich ist, dass man vor lauter Glück ganz glasige Augen bekommt und in für alle wahrnehmbarer Lautstärke sagen möchte: „Sie gehört zu mir!“ In wehmütigen Momenten so wunderschön traurig, dass man sie mit Liebe zudecken möchte. So sehr mit Aufstiegschancen gesegnet, dass man selber nie wieder arbeiten gehen muss, wenn die Welt erst einmal ihren Zauber bemerkt hat.
JA, ICH WILL!
POLARKREIS 18
s/t Motor Music
In prätentiösen Kunstgesten inszeniertes Indie-Phänomen aus Dresden, der Stadt, in der auch Richard Wagner einmal für ge-raume Zeit seine 30 Quadratmeter Platte bewohnt hat. Zufall? PK18 haben aus-reichend E-tönenden Streicherbombast in ihren Radiohead- und Muse-Renovierungen, dass sie sämtliche Feuilletons begrüßen werden, als wären sie der Bundesrepublik letzte Hoffnung. Sie wissen das. Sie sollten es nicht. Es ist immer fatal, um die eigene Wirkung zu wissen.
OSTROCK ON THE RISE
LITTLE MAN TATE
About What You Know Yellow Van Records
Eine weitere Band, die in einem eigenwilligen britischen Dialekt à la Maximo Park oder Art Brut vergnügt vor sich hin trällert. Jegliche Plagiatsvorwürfe werden allerdings von dem unglaublichen Opener „Man I Hate Your Band“ in die Tonne getreten. Der Song ist eine Hasspredigt gegen das verlogene Gewichse der Musikindustrie, gegen A&R-Typen, Groupies und die allgegenwärtigen Gästelisten. Finger-am-Puls-der-Zeit-Alarm … diese Jungs wissen um den Dreck, der das Biz am Laufen hält.
NEALE LYTOLLIS
ANAJO
Hallo, wer kennt hier eigentlich wen? Tapete Records
Für Mädchen mit Zahnspangen aber be-reits ausgewachsenen Brüsten. In Sachen Zielgruppenauslese wurde hier ganze Arbeit geleistet. Das Betulichkeitsspektrum dehnt sich allerdings so weit, wie man von Virginia Jetzt bis Keimzeit kotzen kann. Trotzdem müsste diese Platte in einer Girls Issue gerechterweise bestes Album des Monats sein. Gerechtigkeit hat es schwer in diesen Tagen.
HALLO, WER VERARSCHT HIER EIGENTLICH WEN?
INGENTING
Mycket väsen för ingenting Labrador Records
Meine Schwedischkenntnisse beschränken sich eher auf die paar Sätze, die man seine kleine Schwester nicht sagen hören will. Wie alles aus Schweden ist auch diese Platte gefällig. Über diese leckere Fischpaste, die hier so schwer zu kriegen ist, hätte ich mich trotzdem mehr gefreut.
KALLES SCHWESTER
STRIP MUSIC
Hollywood & Wolfman Drakkar/Sony BMG
Strip Music schreiben Songs für junge Männer, die es nicht bis zur Homosexualität schaffen, weil sie schon damals beim Kinderarzt immer dann Angstzustände bekamen, wenn ihnen jemand ein Fieberthermometer in den Anus schob. Songs für Homosexuelle in der Theorie und Egomanen in der Praxis. Pathos-plätschernder Synthie-Bombast aus Schweden in Songs über den Zeitgeist.
UNTER BRÜDERN
HALLVARDUR ASGEIRSSON
Lifsblomid Paradigms
Es soll Leute geben, die ihr Leben nach Island ausrichten. Die eine fremde Sprache lernen, sich Wissen aneignen, Reisepläne schmieden, nur weil Musik wie diese hier von dort stammt. Naturgeheimnisse atmende Neo-Klassik, die die schlafwandlerische Sicherheit im Kanon ihrer Anregungen jederzeit zuguns-ten der Brachialgewalt aufgibt, mit der sie dein Innerstes berührt. Schon mal darüber nachgedacht, dass sich isländische Musiker diese pittoresken Soundlandschaften ausdenken, weil ihre Heimat genau so langweilig und dreckig ist wie jeder andere Winkel auf der Landkarte auch? Warum die Musik aus Deutschland dann so scheiße ist, fragst du? Der Punkt geht an dich.
GEVATTER FROST
POP LEVI
The Return to Form Black Magick Party Counter
Pop Levis Sänger mag vielleicht klingen wie das Bastardkind von Leo Sayer und Brett Anderson von Suede, aber das passt eigentlich ganz gut, besonders zu den Sci-Fi-Sounds von Sugar Assault Me Now und dem bimmelnden Händeklatsch-Vergnügen bei Blue Honey. Perfekte Musik für eine Retroparty, auf der die Leute Lederhosen tragen und eine 1973er-Version von Suzi Quatro auf Rollschuhen durch die Gegend düst, um den Kerlen neben der Wurlitzer Soda Pops zu servieren.
NEALE LYTOLLIS
V/A
Pain Perdu Pot Pourri Effervescence
Ein hochmotiviertes Projekt auf zwei CDs. Von der Art, dass man die Augen verdreht, weil sich jemand solch eine Mühe macht, etwas absolut Großartiges zu produzieren, obwohl man eigentlich nur nach Hause zu seinem Gras und der Porno-sammlung möchte. Das Resultat kann man zwar nicht jeden Tag hören, es rechtfertigt aber in jedem Fall die beeindruckende Beklopptheit, die in der Produktion dieses delikaten Wintersoundtracks steckt.
ROTTS KAROTTS
SISTER IODINE
Helle Textile Records
Fickendes Freak-Out-Noise-Geschraddel vom anderen Ende der geistigen Gesund-heit, auf jeden Fall mehr PCP als Gras. Voll druff vorm Rechner sitzen und nichts, aber auch gar nichts mehr mitschneiden, dafür aber wichsen oder wichsen lassen, als ginge es um das eigene Leben. Tut es ja schließlich auch, und zwar jede verdammte Sekunde, in der man dort ist, wo man vergessen hat, dass es so etwas wie Zeit gibt. Es tut uns leid, dass wir so geworden sind. Natürlich.
C.G. DUTROUX
MIRA CALIX
Eyes Set Against The Sun Warp
Versiert entrückt eine kleine Melancholie in den Wirklichkeitsverlust. Dort tranchiert sie Käfer und wartet, bis sich die Eisblumen aus ihren Pupillen zurückgezogen haben, sie hat sich extra blass und nackt in das gefrorene Gras gelegt, weil da die Sonne am hellsten scheint. Fingerkuppen streicheln ein Klavier. Legt die Waffen nieder. Das macht doch keinen Sinn. Atmet lieber.
E.L. SATIE
HUSKY RESCUE
Ghost is not real Catskills
Falls du mal das Glück hast, dafür bezahlt zu werden, einen Soundtrack zusammenzustellen, der einen Indie-Hit braucht, wirst du hier fündig. Tränen der Rührung und Ergrif-fenheit werden fließen, morgens, wenn hinter den Wolken ungesehen die Sonne aufgeht und ihr in der Küche den Tod eures Hundes mit Schnaps begießt und hinaus in den Schnee rennt und euer Pathos unreflektiert von euch als echtes Gefühl missverstanden wird.
L.L. HAMSUN
It’s amazing how drastically the music can change the context. If he puts on Daniel Johnston you get nauseous with fear as he trundles by but the second it switches to Godflesh you want to cut off your own legs and start a gang with him.
If being a middle-aged man who looks like a lesbian dental hygienist with skin that looks like a vintage leather jacket is a good look, then this guy is ON FIRE. KOMMENTARE/VERGR÷SSERN ALLE SEHEN