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DOS & DON'TS
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Zuallererst musste ich mir überlegen, was ein normales Mädchen überhaupt ist. Ich stellte mir eine Tussi vor, die tagsüber irgendeinen langweiligen Job macht, eher still ist und keine eigene Meinung hat, stundenlang vor dem Spiegel steht, um sich aufzutakeln (obwohl sie, wenn sie fertig ist, eigentlich haargenau so aussieht wie vorher) und pausenlos ins Fitnessstudio rennt. Eine, die sich am Wochenende in ein Partygirl verwandelt und sich mit ihren Freundinnen die Kante gibt. Das bin ich. Meine Freunde und ich organisierenwie wir findendie besten Partys zu abgefahrenen Themen. Wir verkleiden uns oft und machen jede Menge komisches Zeug zu unserer eigenen Unterhaltung. Zum Beispiel ziehen wir uns manchmal wie Gruftis an und kucken dann bei irgendeiner abartigen Punk/Ska-Nacht in einer Studentenkneipe vorbei. Oder wir beschließen, alle im Zombie-Outfit auf die Straße zu gehen, oder ich lasse beim Kellnern den Punk raushängen. Ein anderes Mal machen wir in dem örtlichen Karaokeschup-pen einen auf Karen O, oder wir laufen durch die Stadt und tun, als wären wir in einer Band und ich bin die ätzende Sängerin im Cowboyanzug und Lycrafummel, manchmal schleichen wir uns auch im durchgeknallten Aufzug bei der Hochzeitsfeier von irgendeiner Tussi ein. Das klingt jetzt vielleicht alles ziemlich lustig. Die Kehrseite der Sache ist allerdings, dass man, wenn es einem egal ist, wie man aussieht und ob man cool ist, nie jemand Neues kennen lernt.Vielleicht gefiel mir die Idee, eine Woche so zu tun, als wäre ich ein normales Mädchen, deswegen so gut. Immer wenn ich eine Verbündete brauche, rufe ich meine Freundin Chloe an. Sie ließ sich nicht lange bitten und kramte ihre aschgraue, knöchellange selbstgestrickte Jacke und Bräunungscreme hervor und machte ein paar Bilder von meinen ersten Versuchen als normales Mädchen. Dann besorgte ich mir alles, was ich brauchte, um meinen Persönlichkeitswandel in Angriff zu nehmen. Ich schluckte zweimal täglich Diätpillen, verbrachte mehrere Stunden damit, mein Haar in Ordnung zu bringen und schminkte mich ausgiebig. Ich machte zu Hause Übungen zu einem Aerobic-Video, bleichte mir mit diesen komischen Streifen die Zähne und feilte, zupfte, begradigte, polierte, glättete, lackierte, schäumte, cremte und entwirrte, wo es nur ging. Obwohl ich es nicht gewohnt bin, dreieinhalb Stunden bevor ich das Haus verlasse aufzustehen, um mich fertig zu machen, muss ich zugeben, dass die Diätpillen mir einen echten Energieschub verpassten und gleichzeitig meinen Hunger auf ein Minimum zurück schraubten. Ich habe in einer Woche vier Kilo abgenommen! Wow! Seid ihr bereit für meine Woche als normales Mädchen? Los geht’s! JAIMIE WARREN
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