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DOS & DON'TS














Ellie Parker
Galileo Medien

Ein Mädchen, das in der Blüte ihres Mädchendaseins in die Zukunft blickt, will irgendwann einmal Anwältin werden. Oder Psychologin. Oder wenigstens Kranken-schwester. Oder Schauspielerin. Soweit das Klischee. Ellie Parker war einmal so ein Mädchen. Heute ist sie Schauspielerin, zumindest behauptet sie ausdauernd von sich, Schauspielerin zu sein und zieht währenddessen alle Register, um die Klischees der von Hollywood verkonsumierten Ideale all der Twentysomethings mit Leben zu füllen, die mit dem letzten Ersparten das Koks ihres Method-Acting-Dozenten finanzieren und ihr Kismet in die Hände von Agenten legen, die noch weniger an sie glauben als sie selbst. Es sind die Klischees der verflachten Sinnsucher, die noch nicht einmal einen gepflegten Neurotizismus aufrecht erhalten können, einen Dachschaden, der sie zumindest ein ganz kleines bisschen weniger unbedeutend machen würde. Es sind die Klischees von Abertausenden verkrachten Existenzen, von denen man—obwohl sie so alt sind wie Hollywood selbst—eher selten hört. Und wenn, dann wohl kaum in der manierlich amüsanten Erzählweise, die Ellie Parker neben einer soliden Performance ihrer Darstellerin Naomi Watts zu einem gewissen Charme verhilft. Es ist eine Überlegung wert, welches Talent überhaupt vonnöten ist, um eine unfassbare Abwesenheit von Talent glaubhaft zu erzählen.

Regisseur und Autor Scott Coffey bläst seinen ursprünglich als Kurzfilm angelegten Plot so handlungsarm auf, dass man gegen Ende über die Mutmaßung, wie weit und ob diese Parodie auf Hollywood überhaupt von der Realität entfernt ist, in einen einigermaßen teilnahmslosen Tiefschlaf abrutscht.

ANDREAS RICHTER




High School Confidential
Capelight Pictures

Mit High School Confidential schleudert es eine weitere Highschool-Handgranate in unbestimmte Zielrichtung und zwar auf noch wundervoll politisch unkorrektere Weise als Heathers und auf weitaus weniger scharf-züngige Weise als Election. So sehr High School Confidential sich auch bemüht, eine Satire zu sein, die auf den Prinzipien der Ausbeutung beruht. Der Film ergötzt sich am Schockfaktor von Geschichten, wie wenn sich zum Beispiel ein arabi-sches Mädchen Titty Lickers 2 ankuckt und sich übers Arschficken erkundigt. Jedoch ergeben die verschiedenen Schussrichtungen des Films nie so was wie ein wirkliches Statement. Tatsächlich beruht der Film auf einer gewissen Prise Frauenfeindlichkeit. Evan Rachel Wood, die hier eine etwas ausgefeiltere Version der verwöhnten Kuh, die sie in Dreizehn war, spielt, rettet den Film davor, uns die übliche Femme Fatale des Medienzeitalters zu präsentieren, die sich mit einem Kokon aus Teenager-Narzissmuss umgibt und ihr berechnendes Wesen hinter einer Fassade aus fader, quasseliger Selbstversunkenheit versteckt. Aber obwohl High School Confidential als Comedy versagt, funktio-niert er als kleiner düsterer Stimmungsfilm—vor allem dank der fast erschreckenden Überzeugungskraft und soziopathischen Ruhe, die Wood ihrer Filmfigur verleiht. Sie ist gleichzeitig Schurkin, Antiheldin und Heldin des Films. Mal ehrlich, ist nicht das, worum es in der Highschool eigentlich die ganze Zeit nur geht, eine Art konzeptionelles Aufgeilen? Highschool is all Cockteasing.

TOR MÜLLER