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DOS & DON'TS
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Vice: Wann hattet ihr das letzte Mal kein Geld? Devastations: Es gab mal diese desaströse Tour in Irland. Wir erhielten eine E-Mail von einer Frau, die uns fragte, ob wir ein paar Shows in Dublin und Belfast spielen wollten. Ich antwortete: „Cool. Du organisierst das und wir spielen!“ Als wären wir die verdammten Blues Brothers oder so. Wir landeten in Belfast. Niemand von uns hatte Geld, wir waren auf das angewiesen, was wir dort verdienen sollten. Wir fuhren also zur Wohnung dieser Frau in einer beschissenen Slum-Gegend und fragten sie: „So, wann ist denn Soundcheck und wann spielen wir?“ Sie sagte nur: „Ähm, eigentlich weiß ich nicht so genau, wie das heute Abend abläuft.“ „Hast du die Verstärker und ein Schlagzeug und so organisiert?“ „Also ich dachte, ihr würdet das mitbringen. Tut mir leid, ich hab so was vorher noch nie wirklich gemacht …“ Wir drei schauten uns nur an und dachten: „What the fuck?“ Wir fuhren zu dem Club. „Hey, wir spielen heute Abend ein Konzert. Wir wollten nur mal wissen, wann Soundcheck ist.“ Der verantwortliche Typ sagte uns: „Heute Abend ist hier kein Konzert. Wer soll das organisiert haben?“ Wir nur: „Äh, ein Mädchen namens Rose.“ „Nie von ihr gehört, Freunde.“ Das war also das erste Konzert. Für’n Arsch. Der nächste Gig war in Dublin. Wir riefen bei dem Club an, nur um sicherzugehen. „Nö, kein Konzert hier, das ist das erste Mal, dass wir davon hören …“ Da rasteten wir aus und brüllten Rose an: „Was zur Hölle glaubst du eigentlich, was du hier machst? Wir haben für unsere Flüge bezahlt. Wir haben schon einen beschissenen Haufen Geld verballert, keinen Cent in der Tasche und du hast gesagt, wir sollen hier vier Shows spielen, für so und so viel Geld. Wo ist das verdammte Geld? Wo sind die Shows?“ Es war echt Scheiße und sie fing auch noch voll an zu heulen. „Ich … war … nur … also, ich mag eure Band wirklich … und ich wollte nur … helfen, und, und, und …“ Wir kamen also in Dublin an und wollten bei einem Freund unterkommen, aber er war nicht zu Hause. Es waren noch zwei Tage bis zu unserem Rückflug und wir saßen fest. In der ersten Nacht liefen wir ziellos herum, mit unserem Gepäck, den Gitarren, dem ganzen Scheiß. Wir konnten ja nichts machen, kein Gig, kein Geld, kein Hotel. Wir suchten nach einer Möglichkeit, wach zu bleiben und entschieden uns für Ecstasy. Ecstasy war unglaublich billig, drei Euro pro Pille. Also gaben wir unsere allerletzten Euros für Pillen aus und verließen uns auf unseren Charme und Witz, um umsonst an Bier und ähnliches zu kommen. Wir saßen tagelang in Pubs ohne einen Cent und hofften, dass uns jemand mehr Pillen kaufen würde. Als wir runterkamen war es besonders hart, wir waren kurz davor in Tränen auszubrechen, in der Hoffnung, dass uns die Leute dann mehr Pillen geben würden. Wir waren vielleicht 60 Stunden wach: Es war verdammt nochmal die schrecklichste Erfahrung unseres Lebens. Ich kann mich immer noch nicht erinnern, wie wir es zum Flughafen geschafft haben. KATE MOSSAD Devastations Coal ist bei Beggars Banquet erschienen. |