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DOS & DON'TS










Foto von Christoph Voy




u wirst aus The Rapture nie harte Jungs machen können. Wo sich reale Thugs konkrete Click-Clack-Stamps auf den Sound drücken, bimmelt bei The Rapture eine Kuhglocke. Wo reale Thugs ihre schweren Eier im Takt von Downtempo-Beats schwenken und einen finstren Wortschatz in ihren Songs ausbreiten, bei dem sich die Zensurbehörde auf schlaflose Nächte einrichtet, verrenken sich The Rapture in zappeligen Moves auf der Bühne und singen vom Gutdraufkommen und Liebe und anderen nicht sehr Gangster-mäßigen Dingen. Luke Jenner, der eine der beiden Sänger, klingt dabei sogar noch wie ein Mädchen. Man möchte fast glauben, The Rapture hätten mit Revier-verhalten und maskulinen Codes nicht viel am Hut. Diejenigen, die es sich besonders einfach machen wollen, schütteln augenblicklich den Gang Of Four-Vergleich aus dem Ärmel, sobald von The Rapture die Rede ist. Luke winkt dabei nur ab: „Natürlich ist Gang Of Four ein wesentlicher Einfluss für uns, aber doch bei weitem nicht so nachhaltig, wie es uns oft nachgesagt wird. Ich kann nicht einmal behaupten, die Band wirklich verstanden zu haben, ich mag einfach nur ihren Gitarrensound.“

Und so haben wir uns an den Gedanken gewöhnt, dass wir von The Rapture niemals Pöbeleien zu erwarten haben. Sie sind für das Gangleben nicht gemacht. Sie machen stattdessen lieber großartige Platten und geben ihnen so sentimentale Titel wie Pieces Of The People We Love.

Vice: Hattet ihr jemals Probleme mit den Gangs in New York?

The Rapture:
Nicht in New York. Aber einmal waren wir mit Black Dice unterwegs, die ja nicht gerade für ihre Höflichkeit bekannt sind. Sie reißen fotografierenden Leuten während der Shows ganz gerne mal die Kameras aus der Hand oder fangen an, ihr Publikum zu beleidigen. Als wir in Milwaukee spielten, gingen sie auf die Bühne und schrien den Leuten ins Gesicht: „Wir haben von euch Leuten gehört, jetzt ficken wir euch!“ Und in Nullkommanichts brach ein Handgemenge aus. Die Gang, die sich mit den Black Dice-Jungs geprügelt hat, schlitzte am Ende die Räder unseres Tourbusses auf, weil sie dachten, es wäre nicht unserer, sondern der Black Dice-Bus.

Und wie war das, als ihr jünger wart?

Es ist schon einige Jahre her, da lauerte mir nach der High-School eine Bande von Mexi-kanern auf, die es auf mein Rad und meine sonstigen Habseligkeiten abgesehen hatten. Sie waren total angepisst, es waren ungefähr zwanzig Mann und sie trugen Bandanas und dieses ganze Zeug. Ich ging zu meinem Lehrer und sagte: „Bitte beschützen Sie mich, ich will nicht sterben!“ Ich habe überlebt.

Wenn ihr euch für eine Gang-Farbe entscheiden müsstet, welche wäre das?

Orange.

Warum?

Weil ich aus Kalifornien komme und als Kind total süchtig nach Orangen war. Ich habe ständig Orangen gegessen, so exzessiv, dass die Fruchtsäure meine Zähne kaputt gemacht hat.

AR
The Raptures Pieces Of The People We Love ist auf Universal erschienen.