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DOS & DON'TS
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Liebes Vice Magazine, als treuer Leser und Hobby-Masturbateur wollte ich anfragen, ob ihr nicht mal eine Masturbations-Issue rausbringen könnt. Oder gab’s die schon und mir ist sie durch die Lappen gegangen? Würde jedenfalls dort auch zu gerne einen eigenen Erfahrungsbericht einsenden. REINHARD RAUSWAICH & MATTHIAS TOEWS per E-Mail Leute wie du fangen echt an, uns zu langweilen. Willst du uns viel-leicht noch ein paar Fotos von Schwanz-Tattoos schicken, die wir veröffentlichen sollen? Liest du unser Heft überhaupt? Ich wette, du stehst auch auf Inline-Skating. KINDERSKLAVEREI Hallo Vice, euer Artikel über Kindersklaverei in Bukarest war vielleicht das Beste, was ich dieses Jahr gelesen habe. Man hört hier und da von Kinderprostitution in den Nachrichten oder irgendwelchen Statistiken, aber ich habe noch nie einen Artikel gelesen, in dem die Misere und die Gefühle dieser Kinder so deutlich wurden. Ich kann einfach nicht glauben, dass Amnesty International sich noch nicht eingeschaltet hat, um zu helfen. Ich hoffe, ihr habt sie über diese Vorgänge informiert oder werdet es noch tun. Auch wenn ich finde, dass der am Ende abgedruckte Brief hart an der Grenze des Erträglichen war, wäre es wohl falsch gewesen, ihn nicht zu veröffentlichen. Es ist einfach eine Schande, dass nicht mehr getan wird, um Kindern in dieser Situation zu helfen. MICHAEL per E-Mail Hey Vice, es sieht so aus, als ob ihr jetzt auch in den Mainstream-Medien angekommen seid. Am 7.10. hat die Bild-Zeitung eine ganze Seite mit den Fotos eures Artikels über Kindersklaverei veröffentlicht, und sie erwähnten euch als die Journalisten, die diese Story aufgedeckt haben. Lustigerweise sah ich am Tag davor einen Bericht über Vice und eine eurer Fotografinnen, Brenda Staudenmaier, bei Taff auf Pro 7. Was kommt als Nächstes? KLARA Berlin Hoffentlich nichts! ISRAELI-ÄRGER Liebe Vice, also, ihr nehmt ein paar palästinensische Kids, zeigt ihnen den ganzen aufregenden Scheiß, den jüdische Kinder zu Hause haben und für selbstverständlich halten, dann zerrt ihr sie wieder weg aus dem Playstation-Himmel, bringt sie zurück in ihre überfüllten Slums und denkt, ihr tut der Welt damit einen Gefallen? Was passiert denn in sieben Jahren, wenn diese Kids eine Erklärung dafür wollen, dass John-John und seine Schwester soviel mehr Spaß haben und anfangen, das Ganze mit Erwachsenen-Spielsachen wie Landbesitz und Ausreiseverboten in Verbindung zu bringen? Was diese Brüder be-trifft, habt ihr der Hamas den härtesten Teil ihrer Arbeit abgenommenjetzt müssen ihnen nur noch die Bombengürtel angepasst und ein paar glamouröse Bilder von Märtyrern gezeigt werden, dann sind sie bereit, sich für ihre gestohlene Kindheit zu rächen. Danke, aber nein danke, JARED via viceland.com Keine Playstation zu besitzen, ist wohl eines der kleineren emotionalen Probleme, mit denen diese Kinder zurechtkommen müssen, wenn sie erwachsen werden. Wir haben ihnen einfach nur eine gute Zeit verschafft, nicht mehr und nicht weniger. Übrigens, mach mal deine Hausaufgaben. Zum letzten Mal, diese Kids sind keine Palästinenser, sie sind arabische Israelis, sie leben in Tel Aviv, du Idiot. Vom Pass her sind sie israelische Staatsbürger, aber muslimischen Glaubens. Das ist ungefähr so, als ob Prof. Xavier und Magneto sich eine Wohnung teilen, falls du es dann besser verstehst. NONFICTION WORKSHOP Hallo Vice, ich bin mir nicht sicher, an wen ich das schicken soll, aber ich bin mir sicher, dass diese Story mehr als passend ist. Sagt mir doch, was ihr davon haltet. „Ich bin ein männliches Vergewaltigungsopfer.“ Eines Nachts chillte ich mit ein paar Freunden in einer Bar, als ein Bekannter von mir, Schneller Mike, auf mich zukam und fragte, ob ich eine Dosis gebrauchen könnte. Ich schaute mir die Pille an und dachte an E, vielleicht Oxycontin, irgendwie so was. Allein in dieser Bar hatte ich schon drei Whisky getrunken. Ich sah also diese kleine weiße Perle in seiner Hand und fragte ihn, ob er die schon probiert hätte, und er holte einfach noch eine aus der Tasche, schmiss sie sich direkt ein und sagte so was wie: „Ja, Mann, nimm einfach eine. Du wirst durchdrehen.“ Bei solch einer netten Beschreibung aus dem Mund eines Typen namens Schneller Mike konnte ich unmöglich widerstehen. Schneller Mike warf die Pille also in mein Glas, ich trank aus und war innerhalb von Minuten völlig ausgeknockt. Ich erinnere mich noch an dieses taube Gefühl, irgendwie da aber trotzdem weit weg zu sein. Ich versuchte, etwas zu sagen, aber die Worte blieben Gedanken in meinem Kopf. Meine Freunde erinnern sich noch, dass ich an der Bar saß, äußerst abwesend wirkte und unfähig war, zu sprechen. Das ist die Schönheit eines Rohypnol-Trips, auch bekannt als die Party-Vergewaltigungs-Droge. Ich verstehe bis heute nicht, was in Drunks Kopf vor sich ging. Ich bin ein Mann. Unglücklicherweise ist das noch nicht die Pointe der Geschichte. Die folgte am nächsten Morgen. Als ich aufwachte, lag neben mir die wahrscheinlich abscheulichste Kreatur aller Zeiten. Ich bin nicht gefühllos, ich weiß, dass es Frauen in allen möglichen Formen und Größen gibt und dass Schönheit von innen kommt. Diese allerdings hatte kaum noch Zähne, Gefängnistattoos und Schwangerschaftsstreifen und ihr Zimmer sah aus und roch wie ein richtig schlechter Headshop. Einer dieser Headshops, die nur Plastikbongs und Patschuliöl verkaufen. Auch wenn ich mich an nichts erinnere, wir haben in dieser Nacht Liebe gemacht. Ich weiß nicht wie oder ob ich einen Ständer hatte, aber als ich mich anzog bemerkte ich, dass ich noch ein Kondom übergezogen hatte. Ich verschwand so schnell wie möglich, ohne dass seltsame Ding zu wecken. Als ich nach Hause kam, erzählten mir meine Freunde die Wahrheit über den vergangenen Abend. Offenbar kannte diese Frau Schneller Mike und bat ihn, mir etwas Rohypnol zu geben, damit sie mich nach Hause schleppen und ihren Spaß mit mir haben konnte. Er dachte, es wäre witzig und denkt das wahrscheinlich immer noch. Wenn ich heute ausgehe, folge ich den gleichen Regeln wie jedes Mädchen aus der College-Szene. Niemals irgendwas nehmen, von dem man nicht genau weiß, was es ist, niemals etwas trinken, dass jemand anders einem gegeben hat. JESSE per E-Mail Diese Geschichte ist jedem Mann mindestens einmal passiert, normalerweise allerdings, weil man sich ins Koma gesoffen hat. Es ist ein normales Ritual des Erwachsenwerdens, genau wie AIDS-Panik (wenn man einen HIV-Test macht und die nächsten drei Tage damit verbringt, das imaginäre Adressbuch seiner fürchterlichen Vergangenheit durchzugehen, überzeugt davon, dass man sterben muss, bis sie einem sagen, dass man doch negativ ist). Schreibt an VICE, Gipsstr. 3 RGB, 10119 Berlin oder an briefe@viceland.de Wir müssen eure Briefe aus Platzgründen kürzen. |