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DOS & DON'TS













GANGS OF LONDON
Sony
PSP

Dieses Spiel sollte man sich holen, allein schon, um mal fünf Minuten durch London zu fahren, ohne im Stau zu stehen. Seit Ken Livingston seine tolle Anti-Verkehrs-Politik durchgesetzt hat, ist das Verkehrs-aufkommen in der großen Stadt nämlich noch gestiegen. Einer der Gründe dafür ist die Einführung dieser zehn Kilometer langen, biegsamen Busse, für die man nicht bezahlen muss. Sie verstopfen die Straße und brauchen etwa doppelt so lange, um von A nach B zu kommen, als die alten Routemaster-Busse, aus denen man hinten rausfallen konnte, wenn man besoffen war, wie eigentlich jeder in London nach 21.30 Uhr.

Also, durch die Stadt fahren, ohne alle zwei Minuten die Kupplung treten zu müssen, ist ziemlich gut, genau wie die Möglichkeit, auszusteigen und Leute zu erschießen, deren Aussehen einem nicht passt. Unser Londoner Büro und die Bar (The Old Blue Last) sind im Bezirk EC2A, deshalb spielte ich als ein Mitglied der EC2-Crew, die alle Yardies sind. Ich weiß nicht, ob alle schwarzen Heroindealer in der Gegend aus Jamaika kommen, aber ich weiß, dass jene, die ich kenne, tatsächlich so reden wie in diesem Spiel, nämlich ein extremes Patois, das ich so nicht mehr gehört habe, seit Lenny Henry den Rastatypen in Tiswas gespielt hat. Ja, das Spiel ist ganz gut. Eine weitere Variation von The Getaway und GTA, damit die Millionen Leute, die so was lieben, es sich kaufen können. Einige der Missionen zu Fuß können schwer sein, besonders bei der Größe des Displays, aber das dürfte ja nur für unsere großen Babys, die Angst vor Herausforderungen haben, ein Problem sein.

HEKTRO VON DRAKULA




YAKUZA
Sega
PS2

Eigentlich mag ich die Yakuza, die hat diesen besonderen Style. Die ist sauber. Die ist lautlos. Und die hat Ninjas als Geheimwaffe. Wenn die Yakuza ein Problem mit dir hat, dann treffen sie sich, trinken ein bisschen Sake und hacken dir einen Finger ab. Das ist wie in einer gut funktio-nierenden Beziehung: erst mal wird geredet, dann wirst du in den Arsch gefickt. Jetzt habe ich gelernt: Alles was wir aus diesen Filmen wissen, ist Bullshit. Die Yakuza ist Koks und Nutten, sie ist Gewalt und Dreck. Die Yakuza ist ein fettes Krebsgeschwür in der japanischen Gesellschaft.

Das wollte ich eigentlich nie erfahren. Das sind Dinge aus der Unterwelt. Ich weiß, dass sie neben mir existieren, das reicht. Das sind Welten, die mich stören, die ich aus meinem Bewusstsein streiche. Ich will das schon gar nicht spielen, ich möchte keinem Yakuza über die Schulter blicken, wie er für zehn Jahre in den Knast geht, um einen Freund zu decken. Ich will nicht sehen, und schon gar nicht spielen, wie die Seele einer Frau gebrochen wird, weil sie mit ansehen muss, wie ihr Vater stirbt. Ich möchte keiner Crackhure das Kind aus dem Körper prügeln. Ich habe Yakuza gespielt und es hat mich ehrlich beeindruckt. Es ist ernst und kein bisschen fröhlich—wie zum Beispiel GTA, bei dem du einfach über die Nutten mit deinem Auto fährst, wenn du Geld brauchst. Yakuza ist Realität. Ich will aber kein Spiel spielen, das mich schlecht fühlen lässt, so als wäre ich ein verzweifelter Verbrecher. Sicher, es ist beeindruckend, wenn ein Computerspiel so etwas mit dir schafft—echte Emotionen in dir zu wecken. Aber das Problem dabei ist: irgendwann kommt der Punkt, an dem du feststellst, dass du nicht Yakuza spielst, sondern das Spiel mit dir, mit deinen Gefühlen. Und das fühlt sich beschissen an.

THILO MISCHKE