ILLUSTRATIONEN VON J. PENRY

Der Look der Anhänger des Yellamma-Kults ist eigentlich einfach Krishna, auf Drag gebürstet. Nimm einen farbenfrohen Sari (beschränk dich bloß nicht auf langweiliges Weiß oder Safrangelb!) und schmier dir ein paar zinnoberrote und kurkumagelbe Linien horizontal über die Stirn. Dann leg richtig los mit Kaurimuschel-Ohrringen, Ketten und Krönchen. Wenn du erstmal ausreichend nach häss-licher Frau aussiehst, balanciere einen kaurimuschelverzierten, die Statue deiner Göttin enthaltenden Korb auf deinem Kopf und fang an, dich in der Öffentlichkeit wie eine verkom-mene Schlampe aufzuführen.




Der Dresscode für ein gewöhnliches AN-Mitglied lautet: schwarzes Arbeitshemd und Hosen von Dickies, Docs mit roten Schnürsenkeln, ein Militärgürtel aus Nylon, ein schwarzer Ansteckschlips, sowie Aufnäher mit dem Schwert und N-Symbol auf den Ärmeln und den Kragen-spitzen. Wenn du ein Typ bist, darf dein Haar nicht weibisch wirken, wenn du ein Mädchen bist, dann muss das auch so aussehen, am besten mit Zöp-fen. Um zur Elite, den AN Guards, zu gehören, musst du einfach nur das schwarze Hemd gegen ein Wachpersonal-blaues austauschen.



Diese abgefuckte Scientology-Splittergruppe mag zwar schon in den siebziger Jahren ins Gras gebissen haben, aber ihr Vermächtnis in Punkto „abgefahrener Look“ wird überleben. Ihr reguläres Straßenoutfit bestand aus einem schwarzen Cape, das über einen schwarzen Rollkragenpullover und eine ebenfalls schwarze Hose geschlungen wurde. Lange Haare, Bärte, sowie ein silbernes Kreuz oder ein Pseudo-Swastika-Amulett komplettier-ten den Aufzug. Wer wird es da Charles Manson verdenken, dass er vorgab, Mitglied dieser Gruppe zu sein?


Bei diesen Typen dreht sich alles um Schwarz, Weiß und Grau. Wenn du also irgendeinen Oak-land Raiders-Scheiß in dein Out-fit inkorporieren willst, nur zu. Vielleicht solltest du dir auch die Arme und den Torso mit ein paar von ihren Symbolen tätowieren lassen, etwa dem Davidstern, dessen sechs Zacken für „Weisheit, Wissen, Verstehen, Leben, Liebe und Treue“ stehen. „360°“ geht auch. Es soll den ganzen Kreis des Wissens der Gang darstellen. Häh? Gern genommen werden auch zwei gekreuzte Mist-gabeln, ein geflügeltes Herz und ein Teufelsschwanz.





Wie wäre es mit noch mehr Bloods? Um wie ein Latino-Blood auszusehen, musst du dich komplett in Cholo-Wear in rot ausstaffieren. Dazu trägst du dann khakifarbene Baggypants, die dir am Hintern herunterhängen und Tattoos mit der Nummer 14 (für N), oder jeder anderen geraden Zahl. Dein Hemd muss zwei Bügelfalten aufweisen, und deine Haare lässt du dir im Nacken spitz zulaufend abrasieren. Du merkst schon, worauf das hinausläuft? Wieso kann sich eigentlich keiner mehr etwas Eigenes ausdenken, statt immer nur auf die Nummer „nicht wie die anderen Typen“ zu setzen?



Diese mysteriöse kenianische Sekte möchte auf eine ganz und gar „vorkoloniale“ Art und Weise leben. Zum einen bedeutet das, „Fick das Chris-tentum“, zum anderen auch, „Beschneidet alle Frauen“.

Um ein echter Mungiki zu werden, müsstest du zunächst einmal allen Formen westlicher Kleidung entsagen und fortan in traditionellen Kikuyu-Roben rumlaufen. Zum Glück scheren sich die Angehörigen des Kults eigentlich nur um diese Regeln, wenn sie von einer Frau gebrochen werden. Die werden dann verprügelt oder, wie man nicht oft genug erwähnen kann, BESCHNITTEN.

Du brauchst ein paar weite schwarze Hosen, ein dazu passendes Hemd und einen anständigen, kurzrasierten Unisex-Haarschnitt. Als Typ solltest du eine Kastration in Betracht ziehen. Das wird dir helfen, dich schon mal an das asexuelle Leben zu gewöhnen, das dich als Geist erwartet, falls der Hale-Bopp Komet doch noch mal den Rückwärtsgang einlegt und zurückkommt, um dich abzuholen. Außerdem solltest du dir ein noch ein Leichentuch aus lila Seide besorgen, das die Plastiktüte verdeckt, die du dir als Absicherung, für den Fall, dass das Gift nicht wirken sollte, über den Kopf stülpst.


Um unter Farrakhans Spieß-gesellen nicht weiter aufzufallen, solltest du so adrett wie möglich aussehen. Für die Ladies bedeutet das ein schönes, konservatives, nicht zu eng sitzendes Kleid in unaufgeregten Farben, sowie ein um den Kopf gewickeltes Tuch, wie Erykah Badu es trägt. Für die Kerle ein gut sitzender Anzug mit Fliege und ein anständiger Kurzhaarschnitt. Wenn du als ein Mitglied der elitären „Fruit of Islam“-Brigade des Reverend durchgehen willst, müsstest du irgendwie an eine dieser schwarzen Uniformen rankommen, die ein bisschen so aussehen wie die eines Liftboys.



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