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DOS & DON'TS










Illustration von Kheira Linder




an könnte glauben, The USAISAMONSTER ist eine dieser verkrusteten Anti-Bush-Anarcho-Punkbands, aber das sind sie nicht. In Wahrheit sind sie eine dieser exzentrischen, zerfahrenen und extrem stimmungsschwankenden Indiebands, die klingen, als ob sie improvisieren, dabei ist von Anfang bis Ende alles durchkomponiert. Und man weiß nicht so genau, ob dieser Sound satirisch, fast komisch ist oder ob sich hinter der verschrobenen Verspieltheit etwas Tiefsinnigeres, vielleicht sogar Ursprüngliches befindet. Nicht leicht zu erklären. Sie klingen abwechselnd nach spielenden Kindern, die eine Meditationssession mit David Koresh besuchen, und nach dem, wie David Koresh klingen würde, wenn er den Gesang bei Lightning Bolt übernommen hätte.

Was hat es mit dem politisch aufgeladenen Namen der Band auf sich?

Wir gründeten uns 2000, als Clinton noch Präsident war. Das gleiche alte Monster. Damals waren wir einfach eine Punkband mit politischem Namen. Der Name und das Ziel waren Revolution. Aber wir haben uns nicht verändert. Es geht uns immer noch um die Musik. In letzter Zeit kommt mir unser Name etwas abstrakt vor. Wir sind so beschäftigt mit touren und Songs schreiben und haben den Namen seit sechs Jahren. Ich denke nicht über seine wörtliche Bedeutung nach. Er ist einfach wir.

Musikalisch und in den Texten spüre ich eine gewisse Primitivität—wie ein sehnsüchtiger Blick in das Amerika der Eingeborenen. Ist dies ein politischer oder ein romantischer Blick oder beides?

Ich denke, es ist eher ein Blick in die Zukunft als in die Vergangenheit. Oder eine Metapher auf die Gegenwart. Bei Sunset geht es darum, dass wir bei den gegenwärtigen Umweltprob-lemen ein besseres Verständnis für eine ursprünglichere Lebensweise benötigen.

Fühlt ihr eine Nähe zur neuen amerikanischen Freak-Psycho-Folk-Szene (Steve Von Tills Solosachen, Six Organs of Addmitance)?

Ich kenne die alle nicht so richtig. Manches von der Musik finde ich ganz gut, aber wir fühlen uns eher dem Noise-Underground verpflichtet, da kommen wir auch her. Dummerweise gibt es auch in dieser Szene Differenzen, der Zusammenhalt ist nicht so groß.

Wie ist deine Heimatstadt und hattest du da jemals Probleme mit Gangs?

Mein Kumpel wurde mit einem Küchenmesser erstochen, wegen Gang-Scheiß in der High-School. Aber das waren nur Cracker, die zu viele Gangfilme gesehen hatten.

Hast du woanders Gang-Brutalität erlebt, vielleicht auf Tour?

Ich sehe das da, wo ich wohne, in Bedstuy, Brooklyn. Tags und Jungs in blauen Klamotten, aber das ist zum Glück nichts Wildes.

AVI PITCHON
The USAISAMONSTERs Sunset At the End of the Industrial Age ist auf Load Records erschienen.